Skullcandy Crusher ANC im Dröhn-On: Der Bass-Extremist

Skullcandy Crusher ANC im Dröhn-On: Der Bass-Extremist

Test & Kaufberatung | Hands-on

Es gibt Kopfhörer mit viel Bass und es gibt die Skullcandy-Crusher-Modelle: Die wummern so heftig, dass man zuerst denkt, irgendwas sei kaputt.

In audiophilen Kreisen rümpft man die Nase über Kopfhörer, die statt linearem Frequenzgang ein geschöntes Klangbild ausgeben. Wer sich über Beats, Bose und Co aufregt, sollte einen großen Bogen um den Skullcandy Crusher ANC machen – denn im Vergleich zu den üblichen Verdächtigen dreht Skullcandy so heftig an der Bass-Schraube, dass man beim ersten Testen denken könnte, da sei irgendwas kaputt.

Video: Bass-Extremist Crusher ANC in Aktion

Zumindest ging es uns so beim Ausprobieren. Drei c‘t-Redakteure, alle drei kopfschüttelnd bis ungläubig darüber, was da aus den Hörern dröhnt. Des Rätsels Lösung: Der manuelle Bass-Regler stand auf größter Stufe, was bei vielen Musikstücken dazu führt, dass man nur noch Bassdröhnen wahrnimmt und vom Rest der Musik so gut wie gar nichts. Drückt man den Schieber dagegen ganz nach unten, klingt der Crusher ANC fast wie ein „normaler“ Kopfhörer – immer noch mit recht viel Bass, aber nicht mehr so, als würde man mit dem Kopf in einem Subwoofer festhängen. Ganz vorsichtig kann man nun den so genannten "Haptic Bass"-Regler hochdrehen – und dann macht der Kopfhörer tatsächlich Spaß; zumindest wenn man kein Hi-Fi-Purist ist.

Technisch funktioniert das Ganze mit zwei Treibern auf jeder Seite des Kopfhörers: Steht der Haptic-Bass-Regler ganz unten, ist nur der konventionelle, dynamische 40-mm-Treiber aktiv. Sobald man den Regler nach oben schiebt, wird der zusätzliche "Haptic Bass"-Treiber zugeschaltet. Anders als bei dynamischen Standard-Treibern ist der Magnet hier nicht fixiert, sondern schwingend aufgehängt – und sorgt so für heftige Vibrationen am Ohr.

Der Crusher ANC ist übrigens nicht der erste Tiefbass-Kopfhörer von Skullcandy, aber der erste mit "Haptic Bass" und aktiver Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling, ANC) gleichzeitig. Letztere Funktion funktioniert ordentlich und filtert tieffrequentes S-Bahn-Dröhnen aus, kann aber nicht mit der teureren Konkurrenz mithalten; Sony (XM1000-Serie) und Bose (QC- und 700er-Serie) sorgen in Großraumbüro oder öffentlichen Verkehrsmittel für noch mehr Ruhe.

Auch die Verarbeitung des Crusher ANC wirkt nicht so edel wie bei den Mitbewerbern, so schleift beispielsweise bei unserem Testgerät der Bassregler etwas und ist dadurch schwergängig. Außerdem nervig: Berührt man die linke Ohrmuschel fünf Sekunden lang, deaktiviert sich die aktive Geräuschunterdrückung – was leider beim Einstellen der Bass-Intensität häufig versehentlich passiert.

Ansonsten gibt es wenig zu meckern: Der Kopfhörer unterstützt den Bluetooth-Codec AptX HD , der Akku hält laut Hersteller gute 24 Stunden lang und es gibt eine Wiederfinde-Funktion: Installiert man die Tile-App, kann man den Kopfhörer dort registrieren und bei Verlust darauf hoffen, dass andere Tile-Nutzer den Bluetooth-Beacon des Crusher ANC empfangen und so die Position markieren.

Ab dem 18. September soll der Crusher ANC für 300 Euro in den Handel kommen. Wer auf aktive Geräuschunterdrückung verzichten kann, bekommt den ansonsten nahezu identischen Crusher Wireless für 150 Euro. Ohne Dröhn-Bass, aber dafür mit Geräuschunterdrückung, kommt der ANC Venue für 180 Euro. (jkj)

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