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Organizer mit WLAN und Handyfunktion

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Die Funk-PDAs Xda IIi und Xda mini S mit Windows-Mobile-Betriebssystem kombinieren Handheld und Handy und funken auch in WLANs.

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Viele PDA-Nutzer wollen ihren Minicomputer wegen der umfangreichen PIM-Funktionen und Multimedia-Anwendungen unterwegs nicht missen und stören sich eher am zusätzlichen Handy in der Jackentasche. Für diese Klientel eignen sich Funk-Organizer wie die Geräte des taiwanischen Unternehmens HTC (High Tech Computer), die Pocket PC und Mobiltelefon kombinieren.

Die HTC-Modelle gibt es bei den Netzbetreibern unter Serien-Bezeichnungen wie MDA (T-Mobile), VPA (Vodafone) oder Xda (O2). Sie bieten den vollen Funktionsumfang eines Pocket PC und eignen sich zum Telefonieren, SMSen, Mailen oder Surfen. Nutzer, denen die normalen Pocket PCs zu groß und schwer sind, greifen zu den Compact-Modellen der MDA/Xda-Serie. Diese nehmen in der Jackentasche weniger Platz weg, dafür muss man mit den kleineren Touchscreens auskommen.

Beide Geräte im Test stammen von O2. Der Xda IIi ersetzt mit besserem Prozessor und einer Megapixel-Kamera den älteren Xda II. Das zweite Modell Xda mini S gehört in die Kompakt-Klasse und lockt mit einer Qwertz-Tastatur zum Herausschieben. Die Funk-PDAs eignen sich mit WLAN zudem zum Surfen über Hotspots oder im heimischen Funk-LAN.

Während der Xda mini S mit Microsofts aktuellem Betriebssystem Windows Mobile 5.0 ausgestattet ist, muss sich der Benutzer beim Xda IIi mit dem älteren Windows Mobile 2003 SE begnügen. Die neue Version weist etliche Detailverbesserungen in den Anwendungen auf; so sind viele Optionsmenüs übersichtlicher geworden. Ein großer Vorteil von Windows Mobile 5.0 liegt in der verbesserten Speicherverwaltung: Programme und gespeicherte Daten lagern im Flash-Speicher, der bei Wegfall der Stromversorgung seine Inhalte behält und damit auch den Akku schont, was der Laufzeit zugute kommt. Zusätzlich installierte Anwendungen gehen beim Xda IIi verloren, wenn Akku und interne Pufferbatterie leer werden und man seine Daten nicht mit Hilfe des Backup-Tools in den Flashspeicher kopiert hat [1].

Microsoft liefert für Mobilfunk-Pocket-PCs alle wesentlichen Handy-Funktionen mit (Windows Mobile Phone Edition). Die Telefonanwendung stellt für die schnelle Rufnummerneingabe eine virtuelle Wähltastatur auf dem Touchscreen dar. Kurznachrichten und MMS-Mitteilungen sind in der E-Mail-Anwendung Messaging integriert. Beide Funk-PDAs versenden in der Grundeinstellung MMS nur bis zu einem Umfang von 100 KByte, obwohl die deutschen Funknetze maximal 300 erlauben. In den MMS-Einstellungen auf dem Reiter Server lässt sich diese Grenze beim Xda mini S auf 300 KByte, beim Xda IIi immerhin auf 200 KByte anheben.

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Das Gehäuse des Xda IIi macht einen stabilen Eindruck und liegt gut in der Hand. Zum Telefonieren hält man den Pocket PC wie ein normales Handy ans Ohr, was jedoch nicht unbedingt jedermanns Sache ist, auch verschmiert das Display schnell dabei. Wahlweise lässt sich über die Freisprechfunktion oder ein Headset sprechen. Die eigene Stimme kommt in allen Fällen etwas dumpf, aber noch verständlich beim Gesprächspartner an.

Der eingeschränkte Blickbereich des Touchscreens reicht für einen Betrachter, allerdings nicht für mehrere Personen, etwa beim Vorführen von Urlaubsfotos. Auch spiegelt das Display, was besonders im hellen Tageslicht stört. Zum Synchronisieren mit dem PC liefert O2 ein USB-Cradle mit, über das der Funk-PDA auch geladen wird. Zum Laden eines separaten Zweitakkus besitzt das Cradle außerdem einen zusätzlichen Schacht. Die kurze Akkulaufzeit des Xda IIi reicht bei aktiviertem Funk kaum für einen normalen Arbeitstag.

O2 stattet die Xdas mit der praktischen Software Active als Ersatz für den Heute-Bildschirm aus, die abgesehen von den üblichen Meldungen auch den gerade für den Xda IIi wichtigen Akkuzustand sowie eine Schnellstartleise für gängige Anwendungen anzeigt. Die Rechenleistung kann sich dank des flotten Prozessors und des fixen DRAM-Speichers sehen lassen.

Wer mit dem Xda IIi Musik hören möchte, nutzt das mitgelieferte Stereo-Headset, das aber bass-arm und blechern klingt. Gewöhnliche Kopfhörer lassen sich via 2,5-mm-Adapter zwar anschließen, doch hört man nur schrillen, verhallten Mono-Sound. Als Musik-Player ist der Handy-PDA deshalb kaum brauchbar. Fotos der Megapixelkamera sind unscharf, zum Teil überbelichtet und zeigen starke Moirés. Selbst einfache Webcams liefern bessere Bilder. Videos zeichnet der Xda IIi in voller Displayauflösung auf und gibt sie ohne viel Ruckeln, aber unscharf wieder.


GPRS-Durchsatz
GerätO2 XDA 2 (*1)O2 XDA IIiO2 XDA miniS
Empfangen2,2 KByte/s (2,2 KByte/s)5,0 KByte/s (5,0 KByte/s)5,3 KByte/s (5,3 KByte/s)
Senden1,4 KByte/s (1,4 KByte/s)2,8 KByte/s (2,8 KByte/s)2,7 KByte/s (2,7 KByte/s)
*1 Vergleichsgerät: Windows Mobile 2003, Intel XScale PXA270 400 MHz

Mit WLAN, Bluetooth und GPRS eignet sich der Funk-PDA gut zum Surfen und Mailen. WLAN-Access-Points erreicht er noch bei 20 Metern Abstand und nutzt zur Absicherung der Verbindung wahlweise WEP oder WPA – allerdings nur mit TKIP-Verschlüsselung, AES kennt er nicht. Wo kein WLAN verfügbar ist, greift der Xda IIi auf GPRS-Mobilfunkverbindungen zurück, wobei er diese auch als Funkmodem einem etwa via Bluetooth angebundenem Notebook zur Verfügung stellen kann. Dabei erreicht er gute Durchsätze.

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Den kleineren Xda mini S gibt es auch als Qtek 9100 bei E-Plus, als MDA Vario von T-Mobile oder – in anderem Design – als VPA compact II von Vodafone. Er gleicht von den Abmessungen her eher einem Series-60-Smartphone, weist aber fast alle Vorzüge seines großen Bruders auf. Der Clou ist die ausschiebbare Qwertz-Tastatur, die sich mit zwei Fingern recht gut bedienen lässt. Eigene Tasten für Umlaute fehlen, so bleibt nur der Umweg über den Grundvokal, die Umschalttaste mit dem blauen Punkt und danach die Leerzeichentaste, was das Handbuch aber nicht verrät. Auch die Feststellfunktion für Ziffern und Sonderzeichen (Umschalttaste zweimal drücken) sucht man in der Dokumentation vergebens.

Der Touchscreen spiegelt ebenso stark wie der des XDA IIi. Dank der hellen Hintergrundbeleuchtung lässt er sich aber gut ablesen; nur grelles Sonnenlicht macht ihn unleserlich. Die Bedienung der Menüs auf dem kleineren Schirm erfordert etwas feinmotorisches Können; der zu kurze und fummelige Eingabestift ist dabei keine Hilfe. Beim Telefonieren mit dem Xda mini S gibt es kaum Unterschiede zu einem guten Handy; die Sprachqualität gefällt auch über die Freisprechfunktion.

Dank Flash-Architektur und Windows Mobile 5 vergisst der Xda mini S auch ohne Strom nichts, allerdings lahmt er, wenn er beim Programmstart erst Dateien aus dem langsamen Flash-Speicher ins RAM bugsieren muss. Auch beim Öffnen von Dateien machen sich die zeitintensiveren Flash-Zugriffe bemerkbar. Der Prozessor gehört zu den langsamen Vertretern seiner Gattung. Dafür spart er Akkustrom, was den Laufzeiten sehr zugute kommt.

An die 2,5-mm-Buchse passen sowohl das beiliegende Stereo-Headset als auch – via Adapter – normale Kopfhörer. Als MP3-Player sticht der kleine Funk-PDA mit außergewöhnlich gutem Klang aus der Masse MP3-fähigen Handys und PDAs hervor, das bescheinigen auch die gemessenen Werte. Die eingebaute Kamera überzeugte uns weniger: Die unscharfen, verrauschten Fotos zeigen überhöhte Kontraste und knallige Farben, helle Flächen überstrahlen stark. Immerhin hält sich die Moiréneigung im Vergleich zum Xda IIi in Grenzen. Trotzdem taugen die Bilder bestenfalls zum Verschicken als MMS. Videos nimmt der Xda mini S nur im Miniformat QCIF (176 × 144) auf und spielt sie flüssig und mit wenig Artefakten ab.


Benchmarks (*1)
GerätO2 XDA 2 (*2)O2 XDA IIiO2 XDA miniS
Schreiben 1-MByte-Datei1,2 MByte/s (1,2 MByte/s)1,2 MByte/s (1,2 MByte/s)0,6 MByte/s (0,6 MByte/s)
Lesen 1-MByte-Datei25,8 MByte/s (25,8 MByte/s)20,8 MByte/s (20,8 MByte/s)3,0 MByte/s (3,0 MByte/s)
CPU: Whetstones MOPS55 Mop/s (55 Mop/s)57,1 Mop/s (57,1 Mop/s)25,7 Mop/s (25,7 Mop/s)
*1 gemessen mit Spb-Benchmark 1.6   *2 Vergleichsgerät: Windows Mobile 2003, Intel XScale PXA270 400 MHz

Trotz WLAN taugt der Funk-PDA kaum zum Surfen in Hotspots, da die Verbindung schon nach fünf Metern Entfernung vom Access Point abreißt. Bei GPRS-Verbindungen liefert er dagegen gute Ergebnisse. Über das Bluetooth-Profil DUN (Dial Up Networking) kann man ihn als Funkmodem für Notebooks einsetzen.

Der Xda IIi zeigt beim Einsatz als PDA wegen des schnellen Prozessors und der umfangreichen Ausstattung mit WLAN, Bluetooth und Mobilfunk eine gute Leistung, als Handy-Ersatz taugt er wegen der kurzen Akkulaufzeit jedoch kaum. Hier glänzt eher der handlichere Xda mini S, der lange Akkulaufzeiten, eine richtige Tastatur und ein aktuelles Betriebssystem mitbringt. Dafür muss man träge reagierende Anwendungen und eine schwache Rechenleistung in Kauf nehmen. Ein Nachteil von Handy-PDA-Kombinationen soll nicht verschwiegen werden: Bei einem Defekt muss man sowohl aufs Handy als auch auf den Organizer verzichten. (rop)

[1] Daniel Lüders, Neue Fenster, Funktionen und Anwendungen von Windows Mobile 5, www.heise.de/mobil/artikel/63615


Funk-PDAs – Checkliste
ProduktXda IIiXda mini S
HerstellerO2 (HTC), Tel. 01 80 5/62 43 57O2 (HTC), Tel. 01 80 5/62 43 57
LieferumfangLadegerät, USB-Cradle, Lade-Adapter, Stereo-Headset, Tasche, Ersatz-Stift, Software, HandbuchLadegerät, USB-Kabel, Stereo-Headset, Tasche, Ersatz-Stift, Software, Handbuch
Abmessungen (H × B × T)129 mm × 70 mm × 20 mm109 mm × 60 mm × 25 mm
Gewicht182 g171 g
BetriebssystemWindows Mobile 2003 SEWindows Mobile 5.0
AnschlüsseKontaktkamm (Laden, USB), Headset, ext. AntenneMini-USB (Laden, USB), Headset, ext. Antenne
USB / IrDA / Bluetoothv / v / vv / v / v
WLAN802.11b802.11b
Speicher intern128 MByte SDRAM, 128 MByte Flash64 MByte DDR-RAM, 128 MByte Flash
WechselspeicherSD-Card / MMC (SDIO)miniSD-Card
GSM-Frequenzen900 / 1800 / 1900 MHz850 / 900 / 1800 / 1900 MHz
EDGE-v
max. Kameraauflösung1280 × 9601280 × 1024
Office-AnwendungenPocket Word, Excel, ClearVue PDF, PowerpointWord, Excel, Powerpoint Mobile
SonstigesTerminaldienste, x-Backup, auf CD: Zip, True-Fax, GPRS-MonitorDownload-Agent, Terminal-Dienste, Zip, auf CD: ClearVue PDF, GPRS-Monito
Preis ohne Kartenvertrag600 EUR500 EUR
v vorhanden   – nicht vorhanden
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