So viel bringt "Edge" beim Galaxy S7

So viel bringt "Edge" beim Galaxy S7

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Das Samsung Galaxy S7 Edge kostet 100 Euro mehr als das S7, ist größer, hat ein auffälligeres Design und mehr Software. Lohnt sich der Aufpreis?

Das Samsung Galaxy S7 Edge ist der große Bruder des S7. Das Android-Smartphone kostet mit 800 Euro mehr und hat ein größeres Display (5,5 Zoll), die größte Besonderheit aber sind die abgerundeten Display-Kanten. Während das erste Modell der Edge-Serie, das Samsung Galaxy Note Edge von Ende 2014, nur auf einer Seite gebogen war, sind es beim Samsung Galaxy s6 Edge und beim Nachfolger S7 Edge beide Seiten. Außerdem fällt der Bogen nicht so stark aus: Beim Note Edge biegt sich das Panel fast um 90 Grad bis zur Rückseite hin, die Kanten beim S7 Edge sind nicht mehr als 45 Grad gebogen und haben eine deutlich kleinere Display-Fläche im gebogenen Bereich.

Der gebogene Display-Teil dient damit als reines Design-Element und übernimmt kaum besondere Funktionen – wie es beim Note Edge noch der Fall war. Trotzdem sind einige Features exklusiv für die Edge-Modelle erhältlich, zum Beispiel die "Seitenpaneele" genannte Seitenleiste und eine Info-Leiste im Standby-Modus.

Über die Seitenpaneele richtet Samsung im Prinzip ein zusätzliches Schnellstartmenü auf dem Edge ein, wie man es auch von diversen Launcher-Apps kennt. Ist die Leiste aktiv, wird sie mit einer wenige Pixel schmalen Lasche am rechten Bildschirm angedeutet, die man durch Wischen vom rechten Rand in die Bildschirmmitte hinein hervorzieht.

Über diese Leiste erreicht man unter anderem häufig benutzte Apps, ausgewählte Kontakte und ein paar nette Werkzeuge wie ein Lineal, einen Kompass und eine Taschenlampe. Außerdem kann man sich ortsbasierte App-Listen erstellen, und zwar für zuhause, für die Arbeit und für unterwegs. Je nachdem, wo das Smartphone einen verortet, blendet das Seiten-Panel dann beispielsweise die Smart-Home-Steuerung oder den Mail-Client ein.

Hat man die Leiste ausgeschoben, verschwimmt der Hintergrund und wird deaktiviert. Man kann die Leiste also nicht parallel zur aktuellen App nutzen, sondern muss per Tipp auf den Hintergrund oder über die Home-Taste wieder in die App zurückwechseln. Sie läuft auf dem S7 Edge als eigener Prozess und bleibt deshalb auch dann aktiv, wenn man die Samsung-Oberfläche durch einen alternativen Launcher austauscht, zum Beispiel den Google-Now-Launcher oder den Nova Launcher.

Einen Nutzen aus dem gebogenen Display zieht man für dieses Seitenpanel nicht: Im Prinzip könnte Samsung das Menü auch auf jedem beliebigen anderen Smartphone anbieten; die Einschränkung auf die Edge-Modelle ist reines Marketing.

Zusätzlich zum Seitenpanel lassen sich auf der Seitenleiste auch Infos einblenden, und zwar dann wenn das Smartphone eigentlich im Standby-Modus läuft. Dazu wischt man am rechten Rand einmal kurz nach oben und dann nach unten. Die dadurch aktivierte Leiste ist deutlich schmaler als das Seitenpanel im angeschalteten Modus und zeigt nur rudimentäre Infos an. Zu den Standard-Funktionen gehört eine Leiste mit aktuellen Benachrichtigungen, eine Auflistung von aktuell beliebten Twitter-Hashtags und die über den Fitness-Dienst S Health ermittelte Schrittzahl. Im Samsung Store können weitere heruntergeladen werden und Samsung bietet eine Schnittstelle an, mit der Entwickler eigene Leisten programmieren können. Tatsächlich findet man bisher allerdings kaum solche Leisten.

Legt man das Smartphone verkehrt herum auf den Tisch, pulsiert der Display-Rand je nach Nachricht in unterschiedlichen Farben.

Das Biege-Display des Samsung Galaxy S7 Edge sieht zweifelsfrei elegant aus. Allein dafür und für das leicht größere Display lohnt sich der Aufpreis von 100 Euro – das S7 Edge ist einfach schön. Wer sich vom gebogenen Display darüber hinaus einen Nutzen erhofft, wird aber enttäuscht – die Zusatz-Software ist allenfalls ein nettes Gimmick.

Den kompletten Test des Samsung Galaxy S7 und S7 Edge lesen Sie hier:

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