WebWas?

Datenablage auf Webserver

Praxis & Tipps | Praxis

Seite 2: WebWas?

Grassierte noch anfangs noch ein richtiger WebDAV-Hype, so ist es in der letzten Zeit wieder stiller um die Technik geworden; sie gilt als selbstverständlich und ist bereits in viele Softwareprodukte integriert. Oft merkt der Anwender gar nicht, dass eine Anwendung via WebDAV kommuniziert. Zum Beispiel setzt die als CVS-Nachfolger gehandelte Versionsverwaltung Subversion komplett auf WebDAV auf.

WebDAV-Freigaben lassen sich mit vielen Clients nutzen. Jeder beliebige Browser kann solche Freigaben zumindest lesen, denn das funktioniert mit reinem HTTP. So können selbst mobile Geräte auf die Daten übers Netz zugreifen, ohne dass man erst eine spezielle Software installieren müsste. Für so gut wie jede Programmiersprache findet man zudem Bibliotheken, mit denen sich WebDAV-Anwendungen stricken lassen.

Die Microsoft-Betriebssysteme können die Webordner mit dem Internet Explorer nutzen. Sogar unter Windows 95 klappt das, wenn man den IE 5.0 nachinstalliert. Mit Windows XP können alle Win32-Anwendungen dank des eingebauten Redirector transparent auf WebDAV-Laufwerke zugreifen – auch wenn die Anwendung selbst kein WebDAV spricht. Es genügt, die Adresse der Freigabe in einem Datei-öffnen-Dialog einzugeben (etwa http://meinserver/webdav). Bei Mac  OS X ist die HTTP-Erweiterung ähnlich komfortabel in den Finder integriert. Weitere Details zu den WebDAV-Clients lesen Sie im letzten Abschnitt dieses Artikels.

Viele Anwender von Windows XP Professional und der Workstation-Ausgabe von Windows 2000 wissen gar nicht, dass auf der Installations-CD Microsofts Internet Information Server (IIS) schlummert, der als Web-, FTP- und sogar als SMTP-Server dienen kann. Er bietet dieselben Funktionen wie die große Serverausgabe und kann auch WebDAV-Freigaben bereitstellen. Windows XP Home bringt leider keinen IIS mit.

Microsofts IIS ist übrigens besser als sein Ruf und lässt sich durchaus so sicher konfigurieren, dass man ihn ohne allzu große Angst vor Einbrüchen ins Internet stellen kann. Im Folgenden zeigen wir im Detail, wie Sie den WebDAV-Server mit dem Werkzeug IIS Lockdown Wizard weitgehend automatisch gegen die bekannten Angriffe absichern. Für eine sichere Konfiguration muss Windows auf einem NTFS-Laufwerk installiert sein, nur dann kann das System die Zugriffsrechte auf Dateien kontrollieren. Wenn der IIS aus dem Internet zu erreichen ist, sollten Sie zudem unbedingt alle neuen Sicherheits-Updates einspielen. Aktivieren Sie am besten den Systemdienst für automatische Windows-Updates.

Mit der Standardauthentifizierung können sich auch Linux und Mac OS am WebDAV-Server anmelden. Solche Freigaben sollte man allerdings zusätzlich mit SSL verschlüsseln, sonst werden die Passwörter im Klartext übertragen.

Der IIS lässt sich bei XP Professional einfach als Windows-Komponente nachinstallieren; für Windows 2000 ist die hier beschriebene Vorgehensweise weitgehend identisch. Unter "Systemsteuerung/Software/Windows-Komponenten hinzufügen" aktivieren Sie die "Internet-Informationsdienste (IIS)". Über den Knopf "Details…" wählen Sie die für WebDAV nötigen Komponenten aus: Den "WWW-Dienst", die "Gemeinsamen Dateien" und die Verwaltungsoberfläche "Snap-In Internet-Informationsdienste". Weitere Optionen wie SMTP oder FTP sollten Sie nur selektieren, wenn Sie diese Dienste auch benötigen.

Anzeige