Kundschaft

Datenablage auf Webserver

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Seite 6: Kundschaft

Zum Schluss noch ein paar Hinweise für die Konfiguration der Clients: Mit dem WebDAV-Redirector lässt sich einer HTTP-Freigabe sogar ein Laufwerksbuchstabe zuweisen. In der Eingabeaufforderung verbindet der Befehl

net use g: http://webdavserver/freigabe/

etwa das Laufwerk G: mit der WebDAV-Freigabe. Der Redirector in Windows XP versteht aber leider kein SSL, damit eignet er sich eigentlich nur für Server, bei denen die "Integrierte Windowsauthentifizierung" aktiviert ist.

Bei Windows XP mit Service Pack 2 hat Microsoft zudem eine Sperre eingebaut, die den Zugriff auf Server verhindert, die nur mit der unsicheren Standardauthentifizierung abgesichert sind. Dabei erscheint keine aussagekräftige Fehlermeldung, stattdessen poppt der Passwort-Dialog nach der Eingabe erneut auf. Wer mit XP SP2 die unsichere Anmeldung trotzdem im eigenen LAN nutzen möchte, findet in diesem Archiv die Datei UseBasicAuth_WithSP2.reg, die sich mit einem Doppelklick in die Registry importieren lässt und die Sperre aufhebt.

Mit den Webordnern funktioniert der Zugriff uneingeschränkt auch via SSL. Diese Erweiterung der Windows-Oberfläche ist seit Windows 98SE im Betriebssystem integriert. Webordner lassen sich am einfachsten im Internet Explorer öffnen, indem Sie unter "Datei/ Öffnen…" die vollständige URL der WebDAV-Freigabe samt des Protokolls http:// oder https:// angeben und den Haken "Als Webordner öffnen" aktivieren. Einmal verbundene Freigaben erscheinen dann auch in der Netzwerkumgebung. Eine weitere Methode, einen Webordner zu öffnen: Klicken Sie im Explorer auf die Netzwerkumgebung und wählen Sie dort die Funktion "Netzwerkressource hinzufügen". Dann erscheint ein Assistent, der die Server-URL entgegennimmt und das Laufwerk verbindet. Die in Webordnern enthaltenen Dokumente lassen sich nicht direkt per Doppelklick mit einer Anwendung öffnen, dafür müssen Sie die Daten auf ein lokales Laufwerk kopieren.

Linux kann WebDAV-Freigaben mit dem KDE-Dateimanager Konqueror nutzen, wenn der Server die Standardauthentifizierung anbietet. Hier genügt es, in der Adressleiste eines Konqueror-Fensters die Serveradresse mit dem Protokoll webdav:// oder webdavs:// (für HTTPS) einzugeben. Mit dem Treiber davfs kann man Freigaben auch direkt als Laufwerk mounten.

Der Finder von Mac OS X kommt ohne Zusatzsoftware zwar mit WebDAV klar, allerdings nicht mit SSL-Verbindungen. Auch Apples Internet-Festplatte iDisk nutzt WebDAV nur über eine ungesicherte Verbindung. Die Freigaben des eigenen Servers lassen sich einfach über den Dialog "Mit Server verbinden …" auf den Schreibtisch bringen. Im Heise Netze Software Verzeichnis finden Sie den SSL-fähigen WebDAV-Client Goliath, der via Drag & Drop einwandfrei mit dem Finder zusammenarbeitet. Goliath funktioniert sogar unter Mac OS 9.

Schließlich gibt es auch Anwendungen, die bereits einen Client für WebDAV enthalten und damit ohne Unterstützung des Betriebssystems den Server ansprechen können. Beispiele dafür sind Microsoft Office und die Open-Source-Entwicklungsumgebung Eclipse. (rek)

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