Spiele-Review: Star Wars X-Wing Miniaturenspiel 2. Edition

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Test & Kaufberatung | Spielekritik

Beim X-Wing Miniaturenspiel fechten Spieler mit Raumschiffmodellen und Würfeln den Krieg der Sterne aus. X-Flügler, TIE-Jäger und der Millenium Falke – Luke Skywalker, Darth Vader, Han Solo: Sie alle kämpfen um die Macht auf dem Tabletop-Spieltisch.

Das Star Wars X-Wing Miniaturenspiel von Fantasy Flight Games – mittlerweile in der 2. Edition – hat die kultigen Weltraumkampf-Simulationen X-Wing Alliance, X-Wing vs. TIE Fighter & Co. von LucasArts als Vorbild. Gespielt wird üblicherweise zu zweit mit hochwertigen, fertig bemalten Raumschiff-Miniaturen, Karten, Würfeln und Pappmarkern auf einem Spieltisch. Sind mehr Spieler am Start, teilt man die Schiffe in zwei Teams untereinander auf.

Das Ziel jeder Partie ist es, die gegnerischen Raumschiffe abzuschießen, ehe diese zu viele Treffer gegen die eigene Jägerstaffel landen können. Dafür müssen Spielende ihre Figuren so bewegen, dass sie in Reichweite von Laserkanonen oder Torpedos sind. Ein richtiges Spielbrett gibt es dabei nicht – gespielt wird auf einem festgelegten, gut 90 x 90 Zentimeter großen Bereich, in dem sich die Raumschiffe entlang bestimmter Manöverschablonen relativ frei bewegen. Hierbei kommt ein originelles Bewegungssystem zum Einsatz, das gutes Augenmaß erfordert und taktisches Geschick belohnt.

Star Wars X-Wing Miniaturenspiel (9 Bilder)

Beim Star Wars X-Wing Miniaturenspiel liefern sich die ikonischen Raumjäger des beliebten Scifi-Fantasy-Universums taktische Gefechte auf dem Spieltisch – mit Miniaturmodellen, Würfeln, Karten und Markern.
(Bild: Fantasy Flight Games)

Das eigene Geschwader stellen Spieler aus diversen Schiffen, Piloten und Upgrades zusammen. Dabei kann man auf bekannte Raumschiffe wie X-Wing, TIE-Fighter opder Sklave-1, aber auch eher obskure wie den mandalorianischen Fang-Jäger, U-Wing oder TIE-Schnitter zurückgreifen. Die Kombinationsmöglichkeiten scheinen grenzenlos, folgen aber einem detaillierten Regelsystem, sodass es stets fair bleibt. Unterstützt wird man dabei durch eine zugehörige App für iOS, Android und den Internetbrowser, die beim Zusammenstellen der Staffeln und dem Verwalten der eigenen Raumschiff-Sammlung hilft. All diese Kombinationen und Fähigkeiten im laufenden Spiel dann auch im Kopf zu behalten, erfordert Konzentration und Übung. Ärgerlich ist es, wenn man erst Minuten später merkt, dass man eigentlich eine mächtige Fähigkeit hätte nutzen können.

Nach dem ersten Positionieren der Staffel und einiger Hindernis-Asteroiden auf dem Spielbrett, beginnt die Schlacht. Man wählt zu Beginn einer Spielrunde im Geheimen, welches Manöver jedes eigene Schiff ausführen wird – etwa ein langsame 90°-Kurve, um dem Gegner frontal zu begegnen, Vollgas geradeaus oder ein waghalsiges Wendemanöver, welches den Jäger gerade noch so aus der Reichweite der feindlichen Waffen bringen könnte. Sind alle Manöver vorausgeplant, bewegen sich die Raumschiffe in einer bestimmten Reihenfolge nach einander – ändern darf man das gewählte Manöver dann nicht mehr. Dabei kommen Bewegungsschablonen zum Einsatz, die man an die Plastikbasis des Modells anlegt und dieses einfach ans andere Ende setzt, wobei man möglichst keine Hindernisse oder anderen Schiffe rammen sollte. Taktik, Planung und richtiges Einschätzen und Überlisten des Gegenspielers sind so der Kern des X-Wing Miniaturenspiels. Daher kann diese Planung durchaus einige Minuten dauern, was den Spielfluss manchmal etwas hemmt.

Davon abgesehen fühlen sich Spielzüge aufgrund des originellen Bewegungssystems und der unterliegenden Konzepte sehr organisch an – und nach einer Raumschlacht im dreidimensionalen Raum, obwohl man auf einer Ebene spielt. Aber mit Physik und Realismus nahm es Star Wars ja noch nie allzu genau.

Haben sich alle Schiffe bewegt und Spezialfähigkeiten ausgeführt, die noch kleine Korrekturmanöver erlauben oder das Würfelglück für später beeinflussen können, kommt es zum eigentlichen Gefecht. Wer einen gegnerischen Jäger vor der Flinte hat, darf mithilfe von roten Würfeln angreifen – wer beschossen wird, versucht mit grünen Würfeln auszuweichen. Finden Schüsse ihr Ziel, werden erst die Schutzschilde schwächer, danach bekommt dann die Hülle Löcher. Werden die Hüllenpunkte durch Treffer überstiegen, ist das jeweilige Schiff zerstört und wird entfernt – und der Angreifer streicht dafür Punkte ein.

Alle Schiffe unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, bringen unterschiedlich viel Schilde, Panzerung, Waffen und Wendigkeit mit. So sind TIE-Jäger schwer zu treffen und teilen nur wenig Schaden aus, platzen aber auch schon nach wenig Schaden – dafür kommen oft mehrere in Schwärmen daher. Der Millenium Falke kassiert hingegen fast jeden zweiten Treffer, hält aber auch richtig viel aus – während seine Lasergeschütze nicht nur nach vorn, sondern auch nach hinten und zu den Seiten feuern können.

Die Kampfphase des X-Wing Miniaturenspiels artet nicht selten in eine kleine Würfelorgie aus. Stehen beispielsweise sechs Schiffe auf dem Tisch und können einander angreifen, sind das insgesamt zwölf Würfelwürfe. Hat man Würfelpech, kann es trotz guter Vorbereitung der Angriffe dennoch frustig werden – das passiert allerdings aufgrund der vielen Möglichkeiten, die Würfel zu beeinflussen, eher selten. So darf man sie je nach vorheriger Planung etwa neu werfen oder auf bessere Ergebnisse drehen.

Sobald alle Schiffe angegriffen haben, endet die Runde und die Manöver für die nächste werden geplant. Das geht so lange weiter, bis alle Schiffe eines Spielenden zerstört sind oder das Zeitlimit abgelaufen ist – üblicherweise 75 Minuten. Gewonnen hat, wer mehr Punkte erspielt hat, wobei auch Schiffe zählen, die mehr als die Hälfte ihrer Schild- und Hüllenpunkte verloren haben, aber noch nicht zerstört wurden.

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