Statistik, Ausblick auf 2.6.30

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Seite 6: Statistik, Ausblick auf 2.6.30

Linux 2.6.29 bringt eine Unmenge an Neuerungen, von denen über kurz oder lang auch Linux-Anwender profitieren, die einfach nur den Kernel ihrer Distribution benutzen. Kernel-Based Mode-Setting (KMS) dürfte etwa so manchen Anwender durch den flackerfreien Startvorgang entzücken; zudem räumt es ganz nebenbei auch noch einige technische Probleme aus, die heutzutage ab und an für Ärger sorgen.

Bis alle größeren Mainstream-Distributionen KMS einsetzen, dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Auch die Dateisystem-Neuerungen dürften abgesehen von SquashFS nur langsam bei den Anwendern ankommen, langfristig aber von großer Bedeutung sein. Ähnlich wird es sich vielleicht mit der Wimax-Unterstützung verhalten – das hängt aber weniger von Linux als vielmehr vom allgemeinen Erfolg der Technik ab.

Linux-
Version
Anzahl
Dateien¹
Zeilen
Quelltext²
Entwicklungs-
zeitraum
Anzahl
Commits³
Diffstat⁴
2.6.24 23062 8859629
(8082358)
107 Tage 9836 10209 files changed,
776107 insertions(+),
483031 deletions(-)
2.6.25 23810 9232484
(8396250)
83 Tage 12243 9738 files changed,
777371 insertions(+),
404514 deletions(-)
2.6.26 24270 9411724
(8535933)
88 Tage 9941 8676 files changed,
595393 insertions(+),
416143 deletions(-)
2.6.27 24354 9709868
(8690888)
88 Tage 10628 15127 files changed,
1131171 insertions(+),
912939 deletions(-)
2.6.28 25255 10195507
(9128690)
76 Tage 9048 11090 files changed,
975689 insertions(+),
490047 deletions(-)
2.6.29 26668 11010647
(9871260)
89 Tage 11718 10933 files changed,
1347290 insertions(+),
532055 deletions(-)

Direkt nach der Freigabe von 2.6.29 beginnt das üblicherweise zwei Wochen lange Merge Window im Entwicklungszyklus des Linux-Kernels, in dem die Kernel-Entwickler die umfangreicheren Änderungen für die darauf folgende Kernel-Version in den Hauptentwicklungszweig aufnehmen.

Hier stehen schon wieder zahlreiche Änderungen bereit, darunter einige Patches für Ext4, die die kürzlich bekannt gewordene Gefahr eines möglichen Datenverlusts bei einem Systemcrash durch die Delayed Block Allocation von Ext4 mindern sollen; weitere sind in Arbeit, möglicherweise aber noch nicht reif für 2.6.30. Andere Änderungen sollen den für die Speicher-Allozierung zuständigen Page Allocator signifikant beschleunigen, während SLQB als vierter Memory Manager mit dem Ziel antritt, den älteren SLAB und den noch recht jungen SLUB zu ersetzen (siehe LWN.net-Artikel).

Ferner wollen die Kernel-Entwickler das Security-Framework Tomoyo aufnehmen. Neil Brown hat zahlreiche Patches vorbereitet, mit deren Hilfe sich ein mit dem Software-RAID-Code von Linux verwaltetes RAID 1 in ein RAID 5 umwandeln lässt; zudem soll der Kernel damit auch ein RAID 5 in ein RAID 6 überführen können.

Wie üblich wird das Kernel-Log in der c't und auf heise open in den kommenden Wochen über die wichtigsten Neuerungen während der Entwicklung von Linux 2.6.30 und andere Entwicklungen im Umfeld des Linux-Kernels berichten. Dazu zählen auch neue Versionen der Stable-Kernel-Series (2.6.x.y), die in den nächsten Wochen den einen oder anderen in 2.6.29 übersehenen Fehler korrigieren dürften. Vermutlich im Juni dürfte Torvalds dann die Linux-Version 2.6.30 freigeben, wenn sich die Kernel-Hacker an den üblichen Rhytmus halten. Die wichtigsten Änderungen von 2.6.30 wird dann wieder ein Kernel-Log wie dieses auf heise open detailliert zusammenfassen. (thl/c't)

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