Streichelkandidaten

iPad-Apps, die man gerne anfasst

Wissen | Know-how

Nur bei einem Bruchteil der rund 185 000 lauffähigen Apps handelt es sich um echte iPad-Programme – die besten zeigen aber eindrucksvoll, welches Potenzial in der Apple-Flunder steckt.

Nur bei einem Bruchteil der rund 185 000 lauffähigen Apps handelt es sich um echte iPad-Programme – die besten zeigen aber eindrucksvoll, welches Potenzial in der Apple-Flunder steckt.

Auf dem iPad laufen auch iPhone-Apps, aber eher als Notlösung. Auf dem großen Display wirken sie verloren. Oder pixelig, wenn man sie auf volle Bildschirmgröße aufpumpt. Zum Glück steigt die Zahl der echten iPad-Programme rapide. Eines der besten ist „Die Elemente“ von Wolfram-Research-Mitgründer Theodore Gray, ein elektronisches Periodensystem der Elemente.

Aus den Chemiesälen unserer Schulen haben wir das Periodensystem als verstaubtes Poster in Erinnerung, ein Sammelsurium toter Materie. Auf dem iPad, in Die Elemente, wirkt es plötzlich erstaunlich frisch, und mit ein paar Fingertapsern wird es quicklebendig. Mit Wasserstoff gefüllte Seifenblasen explodieren auf Befehl. Ein fetter Goldklumpen rotiert um die eigene Achse und schimmert so verführerisch, dass wir hineinbeißen möchten, um die Echtheit zu prüfen. Alle Fotos lassen sich vergrößern und drehen, weil die Autoren jedes Objekt rundum fotografiert haben. Sogar ein 3D-Modus ist integriert – die passende Brille kann man direkt aus der App heraus bestellen, alternativ reicht ein Stereobetrachter aus Pappe für wenige Euro.

Opulente Optik mit rotierbaren 3D-Bildern, schlüssige Navigation: Hoffentlich sehen bald mehr Nachschlagewerke und Lehrbücher aus wie „The Elements“.

Fakten wie der Schmelz- und Siedepunkt werden grafisch dargestellt und mit der Wissensmaschine Wolfram Alpha verknüpft, die zum Beispiel den aktuellen Goldpreis nachliefert – das E-Book als Sprungbrett für tiefergehende Recherchen. Aus Lesen wird Schmökern, Staunen ersetzt Pauken. Nach ein paar Minuten stellt sich das Gefühl ein, ein Stück Zukunft in den Händen zu halten.

Diesen Eindruck bekommt man aber nicht nur aufgrund der opulenten Optik und der interaktiven Elemente. Entscheidend ist vielmehr, dass die Entwickler diese Gimmicks so wohldosiert einsetzen, dass die App stets schlüssig und übersichtlich bleibt. Wer seinen Spieltrieb ausgelebt hat, kann sich ohne störendes Blinken auf die Texte konzentrieren. Zum Inhaltsverzeichnis gelangt man jederzeit mit einem Fingertapser auf „Home“, geblättert wird mit zwei Pfeilen.

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