Supercomputer günstig abzugeben!

Der Supercomputer Juqueen 2012 am Forschungszentrum Jülich

@ctmagazin | Blog

Bild: Forschungszentrum Jülich

Das Forschungszentrum Jülich verkauft den 5,9-Petaflops-Supercomputer Juqueen, der 2012 Platz 5 auf der Top500-Liste erreichte - aber nicht an jedermann.

Supercomputer altern schnell: Vor sechs Jahren noch bejubelt, gehört Juqueen heute zum Alteisen – ganz wörtlich: Das Verwertungsunternehmen Vebeg des Bundes schreibt Juqueen zur Entsorgung aus. Bis Anfang Januar kann man noch sein Gebot für die rund 56,5 Tonnen schwere Anlage aus 28 Racks abgeben.

Wie das Forschungszentrum (FZ) Jülich erklärt, braucht man den Platz und die Kühlsysteme für den neuen Juwels. Im Mai wurde Juqueen daher heruntergefahren. Unter Last schluckt solch ein Rechner auch erhebliche Mengen elektrischer Leistung, laut FZ Jülich bis zu 1,7 Megawatt.

Juqueen wird allerdings nur an zertifizierte Entsorger abgegeben, die die nach vom Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG2) vorgeschriebene "Erstbehandlung" durchführen können. Für Schrauber sind die Komponenten des IBM BlueGene/Q wenig interessant, weil zu speziell: Es kamen 16-kernige PowerPC-A2-Prozessoren mit 1,6 GHz und ein spezieller Interconnect zum Einsatz.

Bei verbreiteten Prozessoren wie Intels Xeons gibt es einen gewissen Gebrauchtmarkt: Einige Verwerter verkaufen die aus alten Servern ausgebauten Chips als "Pull"-Ware.

Bei Juqueen dürfte es eher um den Schrottwert gehen: Für Stahl bekommt man rund 150 Euro pro Tonne, für Aluminium schon 600 Euro und für Kupferkabel über 1000 Euro. Noch wertvoller sind Leiterplatten.

Aus JUGENE wird JUQUEEN: Blick in die Rechnerhalle des Jülich Supercomputing Centre (JSC).

(ciw)

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