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Fernsehen mit dem Handy

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Die IFA war schon immer eine Fernseh-Messe. Wenn es um Handy-TV, den jüngsten und kleinsten TV-Spross geht, üben sich die großen Mobilfunk-unternehmen dieses Jahr allerdings in vornehmer Zurückhaltung. Trotzdem kann man an verschiedenen anderen Ständen einen Blick auf das mobile Fernsehen von morgen werfen.

Handy-TV kommt - aber nicht gewaltig. So stellt es sich dem Besucher zumindest auf der diesjährigen IFA dar. Die großen Mobilfunkbetreiber E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone haben sich für den DVB-H-Standard, eine Unterform des erfolgreichen DVB-T, entschieden - nur die Frequenzen sind noch nicht bundesweit offen. Daher wollen sie den großen Durchbruch des Handy-TV wohl erst auf der nächsten IFA feiern.

Über den konkurrierenden DMB-Standard, der auf dem seit Jahren vor sich hindümpelnden DAB-Netz (Digital Audio Broadcasting) aufsetzt, sind derzeit in einigen Regionen Deutschlands vier Sender zu empfangen. Um das Angebot nutzen zu können, muss man beim Mobilfunkunternehmen debitel einen Neukundenvertrag abschließen.

Von den großen Netzbetreibern sind nur O2 und T-Mobile auf der IFA vertreten. Sie konzentrieren sich bei ihrer diesjährigen Präsentation auf das Video- und TV-Streaming via UMTS. Die Bildqualität der Angebote liegt bisher deutlich unter der einer DVB-H- oder DMB-Ausstrahlung, schließlich kostet das Streamen durch die notwendige Punkt-zu-Punkt-Verbindung wertvolle Bandbreite in den Kommunikationsnetzen.

O2 und T-Mobile werden entsprechende Dienste und Endgeräte auf Basis des UMTS-Netzes vorstellen. Ursprünglich plante T-Mobile auch einen DVB-H-Showcase - inzwischen klingen die Aussagen deutlich verhaltener: „Ob es zur IFA einen Showcase geben wird, bleibt abzuwarten“, so ein Unternehmenssprecher gegenüber c't. Immerhin hat der Konzern die Rechte für die mobile Ausstrahlung der Bundesliga per UMTS erworben. Die Fußballweltmeisterschaft habe gezeigt, so der Sprecher weiter, dass attraktive Inhalte ein Schlüssel für den Erfolg eines TV-Angebotes seien.

Das V9000 von LG empfängt Fernsehen nach dem DMB-Standard.

Auch O2 präsentiert sein erweitertes TV-Streaming-Angebot für UMTS-Kunden und zeigt dies auch in Berlin. In Zukunft kann man die aktuellen Folgen von „Verliebt in Berlin“ ab 12 Uhr mittags schon vor der eigentlichen TV-Ausstrahlung auf dem Handy genießen. Mit Wow TV soll es zudem ein eigens für das Handy produziertes TV-Format geben, das bunte Nachrichten über Stars und Sternchen bringt.

Wer einen Blick auf das Handy-TV im Broadcast-Verfahren werfen möchte, hat bei den Endgeräteherstellern bessere Karten. Samsung zeigt mit seinen bekannten TV-Handys SGH-P900 und -P910 je ein DMB- und DVB-H-Gerät. Das Unternehmen wird die IFA nutzen, um weitere TV-Handys vorzustellen, wollte im Vorfeld allerdings keine Informationen zu den Geräten preisgeben.

Konkurrent LG Electronics hat nach eigenem Bekunden zwei TV-Handys im Gepäck: Das V9000 empfängt DMB, das in Italien vertriebene U900 DVB-H. Hinter den Alpen kann man seit 1. Juli 15 Sender via DVB-H empfangen. (sha)

T-Mobile Halle 6.2, Stand 101
O2 Halle 4.2, Stand 101
Samsung Halle 20, Stand 101
LG Electronics Halle 11.2, Stand 101

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