"The Legend of Zelda: Breath of the Wild" für Nintendos Switch im Test

Launchtitel von Nintendos Switch: The Legend of Zelda: Breath of the Wild im Test

Test & Kaufberatung | Spielekritik

Bild: c't

Der neue Zelda-Titel bricht mit alteingesessenen Konventionen der Serie und könnte für viele Grund genug sein, sich die neue Nintendo-Konsole Switch zu kaufen. Zudem versprüht das Spiel trotz der vergleichsweise geringen Leistung der Switch eine ganz besondere Atmosphäre.

In "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" findet sich die Hauptfigur Link erstmals in einer offenen Welt wieder. Dementsprechend kann man sich von Anfang an frei bewegen und selbst weit entfernte Berge am Horizont direkt bereisen – anders als bei den früheren Titeln der Serie. Die Welt lädt zum Erkunden ein und Link bewegt sich zu Fuß, mit Pferd oder per Floß durch das gigantische Reich. Damit man später schnell zu bereits entdeckten Orten zurückreisen kann, gibt es Teleportationspunkte. Der Ortswechsel auf diesem Weg geht stets mit einem Ladebildschirm einher – dabei vergehen rund 30 Sekunden. Ist man in der offenen Welt unterwegs, gibt es keine störenden Ladepausen.

Am Anfang des Spiels erwacht Link nach einem hundertjährigem Schlaf und hat sein Gedächtnis verloren. Die Stimme von Prinzessin Zelda erklärt ihm, was in der Zwischenzeit passiert ist. Natürlich treibt Erzbösewicht Ganon wieder sein Unwesen und Link muss Zelda abermals helfen, das Königreich Hyrule zu befreien. Das klingt abgedroschen – man fühlt sich ans Ur-Zelda von 1986 erinnert.

Der neue Teil bricht aber die eingefahrene Spielmechanik der Zelda-Serie auf: So lernt Link die für den Spielfortschritt benötigten Fähigkeiten bereits nach kurzer Zeit. In Verbindung mit der offenen Welt ergibt sich so ein deutlich freieres Spielerlebnis, als bisher von der Serie gewohnt. Im Spielverlauf kann man zudem viele Quests frei wählen. Zusätzlich gibt es zahlreiche Nebenaufträge und darüber hinaus noch mehr zu entdecken. So kann man deutlich mehr Zeit ins Spiel investieren als die 20 Stunden zum Abschluss der Haupthandlung, bis dann wirklich alle Schätze geborgen und alle Liebespaare verkuppelt sind.

Als wichtigstes Werkzeug erweist sich ein Sheikha-Stein genanntes Wunderding, das an die Tabletform der Switch erinnert und als Allround-Tool dient. Darüber ruft man etwa die Karte der Welt auf. Die Dungeons heißen nun Schreine - 100 Stück gibt es davon. Dort findet der Spieler originelle Rätsel, für deren Lösung er sich überlegen muss, welche Spezialkräfte er einsetzt. Unter anderem manipuliert Link metallene Kurbeln mit der Magnetkraft, um weiter zu kommen. Als Belohnung winken Auszeichnungen, die man in mehr Ausdauer oder Lebensenergie investieren kann.

Meist streift Link aber durch die Oberwelt, in der zahlreiche Monster lauern. Die Gegner sind zwar tumb, aber äußerst hellhörig und -sichtig. Verliert Link im Nahkampf die Waffe, greifen sie danach. Waffen zerbrechen generell rasch. Nachschub gibt es aber in Hülle und Fülle; notfalls tut's auch mal eine Mistgabel.

Die Boss-Kämpfe erweisen sich wiederum als vertrackt und langwierig. Vor einer derartigen Begegnung muss man jedoch erstmal tüfteln und manchmal unter Zeitdruck Aufgaben lösen, damit der Weg zum Boss geebnet ist. Anschließend stehen harte Kämpfe an, in denen man die Angriffsmanöver genauestens analysieren muss – andernfalls stirbt man unzählige Bildschirmtode.

"The Legend of Zelda: Breath of the Wild" im Videotest

Auf seinen Reisen findet Link zig Pilzsorten, Insektenarten und Wildtiere, die er mit Honig oder Schleimklumpen vermengt in Kesseln kochen kann. Gern vertändelt man ein vergnügliches Viertelstündchen, um verschiedene Rezepte auszuprobieren. Neben neuer Lebensenergie spenden kombinierte Zutaten mehr Ausdauer. Am Anfang des Spiel ist Link noch kurzatmig, was sich bei der Flucht negativ bemerkbar macht.

Bereits 2013 tauchte "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" das erst Mal auf der Bildfläche auf – zu diesem Zeitpunkt noch als Exklusivtitel der Vorgängerkonsole Wii U. Der Titel erscheint nun zeitgleich für beide Konsolen.

Uns lag zum Test nur die Switch-Version vor, sodass wir die Performance beider Versionen nicht vergleichen konnten. Laut Nintendo läuft die Wii-U-Version mit einer Auflösung von 720p statt mit 900p beim TV-Einsatz auf der Switch. Auf einem Fernseher landet die Switch-Version letztlich hochskaliert in Full HD.

Grafisch wirken Landschaften und Figuren märchenhaft mit dem Touch eines Ölgemäldes. Dafür setzt Nintendo auf einen Mix aus comicartiger Cel-Shading-Grafik und Real-Look. Viele Texturen wirken allerdings matschig. Umgebungsgeräusche wie Windrauschen, Vogelkrächzen und Bienensummen beleben die Spielwelt zusätzlich. Leider haben die Entwickler nur wenige Dialoge vertont – Link spricht zudem immer noch nicht. Das macht der stimmungsvolle Soundtrack aber mehr als wett, der regelmäßig für Gänsehautmomente sorgt.

Im TV-Modus ruckelte die getestete Version gelegentlich und die Framerate fiel knapp unter die ansonsten ziemlich konstanten 30 Bilder pro Sekunde. Das fiel uns vor allem in der offenen Welt beim Bewegen der Kamera auf. Die Ruckler traten aber nur selten auf und störten spielerisch nicht.

Die naive, doch charmant erzählte Story hält einen auf Kurs, sodass man sich von der atmosphärischen Welt kaum losreißen mag. Spätestens wenn die Titanen in Erscheinung treten, wird das Spiel richtig episch. Neben dem Klassiker "The Legend of Zelda: Ocarina of Time", gehört der aktuelle Teil zu den überwältigsten Zelda-Abenteuern. (des)

Lesen Sie hier den ausführlichen Test von Nintendos neuer Spielkonsole Switch:

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