Toolbox: Conky Manager

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Der Systemmonitor Conky platziert Systeminformationen, den Wetterbericht und anderes dekorativ auf dem Linux-Desktop. Mit dem Conky Manager wird die Conky-Konfiguration dank fertiger Vorlagen zum Kinderspiel.

Der schlanke und vielseitige Systemmonitor Conky tapeziert die unterschiedlichsten Systeminformationen von der Uhrzeit bis zur Prozessorauslastung direkt auf den Desktop-Hintergrund. Aufwendige Konfigurationen und eingebundene Skripte sorgen für beeindruckende Varianten mit Graphen, Kurven und Balken. Conky hat jedoch einen gravierenden Nachteil: Die Konfiguration über eine Textdatei erfordert einige Einarbeitung.

Einfacher und schneller geht es mit Conky Manager: Das Tool bietet eine grafische Oberfläche zur Konfiguration der einzelnen Conky-Optionen. Fertige Themes sorgen dabei für schnelle Erfolge. Je nach installierter Version hat Conky Manager bereits einige Themes an Bord, weitere lassen sich importieren.

Conky Manager (9 Bilder)

Installation

Die Installation unter Ubuntu mit dem Paketmanager zieht alle weiteren nötigen Pakete mit.

Für die aktuelle Ausgabe 2.0.3 hat Tony George die Oberfläche von Conky Manager stark überarbeitet. Eine Werkzeugleiste hält nun Schaltflächen für die wichtigsten Funktionen bereit. Hier navigiert man unter anderem durch die installierten Themes und Widgets, startet den Systemmonitor neu, öffnet die Einstellungen eines Widgets oder importiert ein neues Theme-Paket. Die Vorschau hat der Entwickler ins Fenster integriert, sodass man nicht länger für jedes Theme einzeln ein Fenster öffnen und wieder schließen muss, um einen Eindruck davon zu erhalten.

Conky Manager steht über die Projekt-Website zum Download bereit. Hier finden sich Anleitungen für verschiedene Linux-Distributionen. Für Debian GNU/Linux stehen passende Pakete zum Download bereit, für Ubuntu gibt es diese im Launchpad-PPA teejee2008/ppa. Bei der Installation des Pakets über den Paketmanager werden in der Regel auch die weiteren nötigen Pakete mitinstalliert, darunter der Systemmonitor Conky selbst, für den unter Ubuntu das Paket conky-all mit auf die Platte gelangt. Tools zum Auslesen von Systemsensoren wie hddtemp und lm-sensors müssen bei Bedarf extra installiert werden.

Theme conky_light4core_work

Nach dem Start von Conky Manager präsentiert das Tool eine Liste der verfügbaren Themes. Markieren Sie hier einen Eintrag, liefert die Vorschau unten im Fenster einen Eindruck davon, wie das Design aussehen wird. Das Vorschaufenster lässt sich mit der Maus auf eine passende Größe ziehen; der Button oben rechts in der Leiste sorgt auf Wunsch dafür, dass die Vorschau das ganze Fenster einnimmt. Aufgrund eines Bugs unter Ubuntu sind hier die beiden Schaltflächen oben rechts in der Werkzeugleiste zum Abschalten der Vorschau und zum Ausblenden der Liste leer und daher sehr unauffällig.

Auf der Projekt-Website steht mit dem "Official Theme Pack #1" ein ganzes Paket mit vielen weiteren Themes für Conky Manager zum Download bereit. Über die Schaltfläche "Import Theme Pack" lässt sich das Archiv default-themes-extra-1.cmtp.7z ruckzuck installieren. Das Paket liefert weitere elf Themes und viele einzelne Widgets.

Das Widget Hermoso_Rc aus dem Themepack #1.

Bei komplexen Conky-Konfigurationen kommen oft mehrere Conky-Instanzen zum Einsatz. So lassen sich an unterschiedlichen Positionen auf dem Desktop etwa eine Uhr und eine Übersicht über die Systemressourcen kombinieren. Auch Conky Manager kann mehrere Instanzen starten und diese jeweils unabhängig voneinander konfigurieren. Eine Conky-Instanz samt ihrer Konfiguration wird hier als Widget bezeichnet. Als Theme speichert das Tool eine Konfiguration aus beliebig vielen Conky-Instanzen samt Hintergrundbild des Desktops.

Die Liste neben "Browse" schaltet um zwischen Widgets und kompletten Themes. Aktivieren Sie eines der aufgelisteten Themes mit einem Häkchen, richtet Conky Manager den Systemmonitor samt dem dafür definierten Hintergrundbild ein. Anschließend können Sie zu den Widgets wechseln, um nicht benötigte Conky-Instanzen abzuschalten und weitere zu aktivieren.

Theme Conkydots

Die Schaltfläche "Edit Widget" öffnet ein Fenster, in dem sich die genaue Position eines Widgets auf dem Desktop festlegen lässt. Auch Farbe, Transparenz und Parameter wie das verwendete Netzwerk-Interface und die Uhrzeit werden in den einzelnen Reitern des Dialogs konfiguriert. Ist die Konfiguration eines Parameters nicht in der grafischen Oberfläche von Conky Manager verfügbar, müssen Sie das betreffende Widget markieren und über den dazu vorgesehenen Button die Konfigurationsdatei in einem Texteditor öffnen und weiterbearbeiten. Den Aufbau und die Syntax der Conky-Konfigurationsdatei das beschreibt ein Artikel in c't 19/2012.

Ist die Conky-Konfiguration nach Wunsch, lässt sie sich in Conky Manager als eigenes Theme speichern. Dazu wechseln Sie erneut zu den "Themes" und klicken auf die Schaltfläche direkt daneben. Beim Speichern unter einem beliebigen Dateinamen legen Sie nicht nur fest, welche Widgets enthalten sein sollen, sondern bestimmen bei Bedarf auch das passende Hintergrundbild.

Theme Verti-Color

Ist die Konfiguration fertig und gespeichert, hat Conky Manager seine Schuldigkeit erst einmal getan. In den Programmeinstellungen muss jetzt nur noch die Option zum automatischen Conky-Start aktiviert werden, damit die Systemmonitor-Konfiguration automatisch beim nächsten Anmelden auf dem Desktop auftaucht.

Ausgefallene Conky-Konfigurationen nachzubauen ist ziemlich mühsam. Auch erfordert die Einarbeitung in die Conky-Konfigurationsdatei doch etwas Zeit. Schneller geht es mit Conky Manager. Noch dazu sind einige der mitgelieferten Fertigrezepte wirklich bildschön und funktionieren auf Anhieb. Die darin verwendeten Skripte und Schriftarten sind praktischerweise gleich mit dabei. (lmd)

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