Trendstudie Open Source

Wissen | Reportage

Seite 10: Zusammenfassung

Die Trendstudie Open Source liefert den umfangreichsten bislang verfügbaren Datenbestand zum Einsatz von Open-Source-Software in deutschen Unternehmen. Dabei zeigt sich, dass Open Source in den Firmen angekommen ist: Bei 40 Prozent der gut 1300 befragten Firmen nimmt Open Source eine unternehmenskritische, bei weiteren 43 Prozent eine wichtige Rolle in der IT-Landschaft ein. Die allermeisten Unternehmen sind mit der eingesetzten Open-Source-Software zufrieden und attestieren ihr einen hohen Reifegrad.

Das Einsparen von Lizenzkosten ist für fast 90 Prozent der Unternehmen ein wichtiges Motiv für den Open-Source-Einsatz. Bei kleineren Firmen ist dieser Faktor noch wichtiger: Hier scheint der Kostendruck besonders hoch zu sein. Entsprechend vertrauen mehr kleine als große Unternehmen auch in unternehmenskritischen Bereichen auf Open Source. Andere Vorteile von Open Source wie die damit verbundene Freiheit und Herstellerunabhängigkeit, der Zugriff auf die Quelltexte und technische Vorzüge werden umso wichtiger, je länger freie Software eingesetzt wird und je wichtiger sie in der IT-Landschaft ist.

Die größte Schwierigkeit beim Open-Source-Einsatz ist die Integration mit der vorhandenen Software. Den häufig behaupteten Mangel an professionellem Support erleben die meisten Unternehmen nicht als Problem: Lediglich 35 Prozent der Firmen greifen überhaupt auf externe Unterstzung zurück. Wird Support in Anspruch genommen, ist man im Allgemeinen zufrieden damit. Große Unternehmen nehmen eher externe Unterstützung in Anspruch; auch das dürfte Ausdruck des höheren Kostendrucks bei kleineren Unternehmen sein.

Open Source wird vor allem im Bereich IT-Infrastruktur (Server-Betriebssystem, Netzwerkmanagement, Datenbanken und so weiter) verwendet; allerdings setzen bereits über die Hälfte der Unternehmen Linux auf dem Desktop ein, und zwei Drittel nutzen freie Office-Programme. Unternehmensanwendungen sind weiniger verbreitet. Kleinere Unternehmen bevorzugen dabei eher Software aus freien Projekten, während größere Firmen eher zu kommerziell unterstützter Open Source greifen. Auch hier dürfte der Grund in dem stärkeren Wunsch nach einer Reduktion der Softwarekosten bei kleineren Unternehmen liegen.

Open Source auf dem Desktop und bei Unternehmensanwendungen sind eher eine Domäne der kleinen Unternehmen. Auch das dürfte in dem höheren Kostendruck bei kleinen Firmen begründet sein; allerdings spielt sicherlich auch eine Rolle, dass die Integration der Open-Source-Anwendungen in die bei kleinen Unternehmen weniger komplexe IT-Landschaft einfacher ist. (odi)

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