Typ-Auswahl

Dateitypen unter Windows 95 definieren

Test & Kaufberatung | Kurztest

Viele Windows-95-Anwendungen reißen Dateierweiterungen wie TIFF, GIF, Doc oder Txt an sich: Anstelle eines flinken Bild-Betrachters startet nach einem Doppelklick plötzlich eine ausgewachsene Applikation wie Photoshop. Das Shareware-Utility Dateitypen 97 hilft, solche unfreiwilligen Verknüpfungen dauerhaft zu verhindern.

Nach der Installation von diversen Windows-Anwendungen verändern Dokument-, Grafik- oder Archivdateien häufig ihr Verhalten. Startete vormals beim Doppelklick auf ein Textdokument Wordpad, so tritt nach einer Office-Installation beispielsweise Microsoft Word 97 an seiner Stelle in Aktion. Schuld daran ist das Installationsprogramm des Office-Pakets. Es ordnet während des Setups in der Systemregistrierung den Office-Produkten alle ihm bekannten Dateitypen zu. Bereits bestehende Verknüpfungen gehen verloren - vollautomatisch und ohne eine einzige Nachfrage beim Anwender.

Will man anschließend den ursprünglichen Zustand wiederherstellen, führte bisher kein Weg an mühseliger Handarbeit vorbei: Jede veränderte Verknüpfung mußte einzeln über das Dateitypen-Menü des Explorers oder direkt in der Systemregistrierung korrigiert werden. Ein umständlicher und bisweilen nicht ganz ungefährlicher Weg.

Abhilfe verspricht hier das Programm Dateitypen 97 von Thomas Leupold. Übersichtlich und komfortabel erlaubt es, mit beliebigen Erweiterungen versehene Programme zu ändern und ihnen andere Bezeichnungen oder Symbole zuzuordnen. Einmal durchgeführte Dateitypen-Manipulationen kann der Anwender abspeichern und gegebenenfalls ohne neuerliche Eingabe wieder zurückspielen.

Auf Wunsch läßt sich diese persönliche Verknüpfungswiederherstellung sogar bei jedem Systemstart wiederholen und - wenn mehrere Benutzerprofile vorhanden sind - individuell an einzelne Benutzer anpassen. Abhängig vom jeweiligen Anwender stellt Dateitypen 97 auf Mausklick beispielsweise einen anderen Editor für Textdateien zur Verfügung.

Darüber hinaus umgeht das Shareware-Programm eine weitere Schwäche der Dateitypen-Verwaltung unter Windows 95: Wenn ein Programm mehrere Dateitypen beansprucht, werden diese normalerweise in der Systemregistrierung unter dem jeweiligen Programmnamen als Typengruppe zusammengefaßt. Änderungen wirken sich somit immer auf die gesamte Typengruppe und nicht nur auf den einzelnen Dateityp aus.

Will man beispielsweise in der Gruppe 'Photoshop' lediglich die TIFF-Erweiterung für ein anderes Bildbearbeitungsprogramm reservieren, löscht Dateitypen 97 die einzelne Verknüpfung aus der jeweiligen Gruppe und legt einen neuen TIFF-Eintrag für die alternative Bildbearbeitung in der Systemregistrierung an. Mit Ausnahme der geänderten Erweiterung bleiben alle anderen Photoshop-Verknüpfungen erhalten.

Da Dateitypen 97 bei allen Aktionen die Einträge in der Systemregistrierung von Windows 95 direkt manipuliert, erstellt es beim ersten Aufruf Sicherheitskopien der Registrierungsdateien System.dat und User.dat. Die Kopien beläßt das Programm im Windows-Verzeichnis als System.d97 und User.d97. Eine weitergehende Backup-Funktion im Programm selbst bietet Dateitypen 97 leider nicht.

Ansonsten hinterließ das Programm in der Version 1.1 einen sehr ausgereiften Eindruck: keine Programmabstürze, keine verdrehten Einträge in der Systemregistrierung sowie eine aufgeräumte Oberfläche mit integrierter Online-Hilfe. Für sparsame 19 DM erhält der Anwender ein durchweg nützliches Tool. (bn)


Dateitypen 97 (Datyp97a.zip/Datyp97b.zip, Shareware, 19 DM) ist unter http://move.to/software sowie in der c't-Mailbox erhältlich.

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