Ubuntu 19.04: Flinker, aber ohne große Änderungen

Ubuntu 19.04: Flinker ohne große Änderungen

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Das neueste Update von Ubuntu profitiert beim Standard-Desktop von den Performance-Verbesserungen bei Gnome, bietet aber sonst keine größeren Änderungen. Statt gewagter Experimente übt sich Canonical bei "Disco Dingo" in Feinschliff.

Nicht selten gab es bei Ubuntu mit einer neuen Version radikale Änderungen. Bei Ubuntu 19.04, Codename "Disco Dingo", gibt es diese nicht, aber etliche Verbesserungen im Detail. Da Ubuntu Desktop auf Gnome aufbaut, wirken sich die Leistungsverbesserungen von Gnome 3.32 auch positiv auf Ubuntu aus. Optisch haben die Entwicker das Standard-Theme Yaru überarbeitet und dezenter gestaltet. Die neuen Icons sind von einem einheitlichen Korsett befreit. Die Änderungen fallen aber nur im direkten Vergleich auf, wie in der folgenden Bilderstrecke.

Ubuntu 19.04 - Disco Dingo (17 Bilder)

Das Design-Team des Yaru-Themes hat für Disco Dingo neue Icons erstellt. Die Vorgaben sind flexibler und Icons können jetzt rund, quadratisch oder rechteckig sein. Es gibt keinen fixen Kasten mehr.

Auf dem Desktop zeigt Ubuntu wieder Symbole wie den persönlichen Ordner oder den Papierkorb an. Zum Einsatz kommt da die neue Gnome-Shell-Erweiterung Desktop Icons. Für die Desktop-Suche nutzt Ubuntu jetzt per Vorgabe Tracker. Dieser indiziert das Dateisystem fortlaufend, was die Suche deutlich beschleunigt. Der Network Manager soll jetzt auch den iNet Wireless Daemon (iwd) unterstützen, der als Nachfolger von WPA-Supplicant angedacht ist.

Der Kernel wurde auf Linux 5.0 aktualisiert, was unter anderem für eine bessere 3D-Unterstützung des Open-Source-Treibers bei AMD-Grafikprozessoren sorgt. Außerdem werden nun auch der Raspberry Pi 3B und 3B+ vollständig unterstützt.

Entwickler dürfte freuen, dass Ubuntu automatisch die VMware-Tools installiert, wenn sie Ubuntu Desktop innerhalb von VMWare installieren. Der Virtualisierer QEMU ist auf Version 5.1 aktualisiert und libvirt auf Version 5.0. Standardmäßig nutzt Ubuntu jetzt Python 3.7.3 und GCC 8.3, wobei auch GCC 9 in den Paketquellen verfügbar ist. Das erst vor wenigen Tagen veröffentlichte OpenStack Stein ist bereits in Ubuntu 19.04 enthalten.

Die neue Version von Ubuntu Desktop steht auf der Website des Ubuntu-Projekts zum Download bereit. Dort finden sich neben der Desktop- und Server-Variante auch weitere Geschmacksrichtungen ("Flavours") mit alternativen Desktops oder für spezielle Einsatzzwecke. Die Release Notes für diese und weitere offizielle Ubuntu-Varianten liefern wichtige Hinweise zum Einsatz und Update auf die neue Version. In den Versionshinweisen stehen auch Informationen zu einigen weiteren Neuerungen der Version 19.04.

Besitzer eines Broadcom-WLAN-Chips sind von einem Bug in DKMS betroffen. Es kann passieren, dass für den proprietären Treiber kein Kernel-Modul erzeugt wird und somit kein WLAN-Gerät verfügbar ist. Als vorübergehende Lösung empfehlen die Ubuntu-Entwicker das Paket bcmwl-kernel-source mit der option "--reinstall" neu zu installieren.

Anders als das vor einem Jahr veröffentlichte Ubuntu 18.04 LTS (Long Term Support) bekommt Disco Dingo kein Langzeitpflege. Wie bei solchen Versionen üblich, endet die Versorgung mit Sicherheitskorrekturen daher nach neun Monaten – letztlich also drei Monate nach Ubuntu 19.10, das im Oktober erscheinen soll. Zuvor soll im August noch Ubuntu 18.04.3 veröffentlicht werden, das Linux-Kernel, X-Server und Mesa von 19.04 nutzen wird, um mit diesem Hardware Enablement Stack (HWE) die Hardware-Unterstützung der LTS-Versionslinie zu verbessern. (ktn)

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