Client-Konfiguration

Drucken mit dem Internet Printing Protocol

Praxis & Tipps | Praxis

Seite 4: Client-Konfiguration

Bei der Herstellung der Verbindung über den Web-Browser im lokalen Netz prüft Windows allerdings zunächst, ob sich der Server nicht doch via RPC ansprechen lässt – und zieht dieses Verfahren, wenn möglich, IPP vor. Die Art der Verbindung lässt sich am Namen des entfernten Druckers ablesen: Wenn das Icon des Druckers "Druckername an http:// …" heißt, verwendet Windows das Internet-Protokoll. Wenn die Adresse mit \\Server beginnt, ist RPC/SMB im Spiel.

Auch der Installationsassistent für Drucker und Faxgeräte kann IPP-Verbindungen herstellen. Wenn Sie den Assistenten bitten, einen neuen "Netzwerkdrucker" einzurichten, nimmt er auf der folgenden Dialogseite als dritte Option die URL des IPP-Druckers im Format

http://SERVER/printers/DRUCKERNAME/.printer
Auch Linux und Mac OS X können mit ihrem Drucksystem CUPS die freigegebenen Drucker einbinden. Beim Mac klappt das allerdings nur über die Weboberfläche.

entgegen. Auch Windows 2000 hat den Client für IPP-Drucker an Bord, für Windows 9x stellt Microsoft die nötige Software kostenlos bereit (Win95; Win98).

Linux und Mac OS X können über ihr Drucksystem CUPS direkt mit dem IPP-Server Kontakt aufnehmen, ohne dass dafür zusätzliche Software nötig wäre. In der lokalen Weboberfläche von CUPS, die normalerweise unter der URL http://localhost:631 zu erreichen ist, wählt man als Verbindungsmethode für den neuen Drucker "Internet Printing Protokoll (HTTP)". Allerdings bietet der Unix-Dienst kein Eingabefeld für die Anmeldedaten, wenn der Server per Standardauthentifizierung abgesichert ist. Die lassen sich aber in die Drucker-URL einfügen. Das folgende Beispiel stellt die Verbindung mit einem SSLServer her:

http://NAME:PASSWORT@SERVER:443/printers/DRUCKERNAME/.printer

Das Protokoll https:// akzeptierte die Mac-Version von CUPS bei unseren Versuchen nicht, die Verbindung kam stattdessen mit http:// und der Angabe des SSL-Ports 443 zustande. Ist der Serverzugang nicht mit SSL gesichert, lässt man den SSL-Port einfach weg.

Wenn der Drucker trotz der beschriebenen Schritte kein Papier ausspuckt, sind die Protokolldateien des IIS und des URLScan-Moduls die erste Anlaufstelle für die Fehlersuche. Die IIS-Logdateien findet man im Verzeichnis %SystemRoot%\System32\Logfiles\W3SVC1. URLScan protokolliert abgewiesene Verbindungen im Verzeichnis

%SystemRoot%\System32\inetsrv\urlscan.
Mit einer Weboberfläche des IPP-Servers müssen Administratoren nicht mehr jeden Drucker der Firma auf ihrem Desktop installieren, um klemmende Druckjobs zu löschen.

Wenn der Drucker lokal auf dem Server funktioniert, sich aber nicht über IPP ansprechen lässt, kann man den Fehler eventuell beheben, indem man den virtuellen Ordner des Druckers in der IIS-Verwaltung löscht. Die Druckerordner finden Sie unter Websites/Standardwebsite/Druckername. Wenn man mit der linken Maustaste darauf klickt, erscheint stets eine Fehlermeldung, das ist aber normal. Über das Kontextmenü lässt sich das Verzeichnis trotzdem löschen. Sobald der Systemdienst "Druckerwarteschlange" neu startet, erstellt der IIS seine virtuellen Druckerordner neu.

Falls die Installation des Druckertreibers auf einem Client geklappt hat, Windows beim Drucken aber meckert, dass noch kein Drucker installiert sei, dann enthält der Freigabename des Druckers wahrscheinlich ein Leer- oder Sonderzeichen. Wenn Sie die Verbindung zum IPP-Server über einen Proxy herstellen, sollten Sie sicherstellen, dass in den Proxy-Optionen des Internet Explorer die Option "HTTP 1.1 über Proxy-Verbindungen verwenden" gesetzt ist. (rek)

Windows druckt auf CUPS

Mit dem in Windows enthaltenen IPP-Client lassen sich auch Drucker nutzen, die an ein Unix-System angeschlossen sind, das mit dem Drucksystem CUPS arbeitet. Die für die Verbindung nötige URL sieht allerdings etwas anders aus, denn CUPS nimmt Druckaufträge, anders als der IIS, auf dem eigentlich im IPP-Standard vorgesehenen Port 631 entgegen:

http://SERVER:631/printers/DRUCKERNAME

Auch in Mac OS X gibt man über CUPS Drucker frei. Dort lautet die URL allerdings wieder anders: /printers/ ist ab Mac OS X Version 10.3 durch /ipp/ zu ersetzen. Bei den älteren Versionen lautete der Zugriffspfad http://SERVER:631/DRUCKERNAME – nicht nur Microsoft strapaziert Standards.

Anzeige
Anzeige