Umgebaut: Bitcoin und andere Kryptowährungen: Mining, kaufen, verstehen

Bitcoin und andere Kryptowährungen: Mining, kaufen, verstehen

Wissen | Hintergrund

Bitcoins: Die Währung der Zukunft ist in aller Munde. Damit Sie bestens Bescheid wissen, informieren wir Sie in der c't-Bitcoin-Serie laufend über alles Wissenswerte rund um die Kryptowährung.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Serie, die regelmäßig erweitert wird, um über neue Entwicklungen und wichtige Geschehnisse rund um Bitcoin und andere Kryptowährungen zu informieren. Die neuesten Beiträge finden Sie auf dieser Seite, die später den verschiedenen Themenbereichen auf den jeweiligen Seiten zugeordnet werden. Hier eine Übersicht der Themenbereiche:

Facebooks Ankündigung der neuen digitalen Währung Libra sorgte im Vorfeld für Beifall. Dabei steckt hinter der neuen Währung nicht nur Facebook allein, sondern insgesamt 30 Unternehmen, die an der Libra Association beteiligt sind, darunter MasterCard, Visa, PayPal, Spotify und Uber. Am Ende sollen es bis zu 100 Firmen sein, die die Geschicke des Libra lenken – die Eintrittskarte für diesen exklusiven Club kostet stattliche 10 Millionen US-Dollar. Damit steht Libra im krassen Gegensatz zum Bitcoin-Protokoll, bei dem jeder Bitcoin-Wallets implementieren oder mit einem Miner Transaktionen verarbeiten kann.

Ein weiterer Unterschied der beiden digitalen Währungen: Im Bitcoin-Netzwerk arbeiten Clients, Nodes und Miner zusammen. Die Clients schicken Transaktionen an die Miner, die diese zunächst im Memory Pool (kurz: Mempool) sammeln und nach und nach zu Blöcken verarbeiten. Der bei Libra eingesetzte Konsens-Algorithmus heißt LibraBFT und ist eine Variation des Proof of Stake. Beim Proof of Stake muss keine Energie für das Errechnen gültiger Hashes aufgewendet werden. Stattdessen setzen die Validatoren ihre Beteiligung an der Digitalwährung als Garantie für die Gültigkeit der bestätigten Transaktionen ein.

Libra wird außerdem nicht anonym sein: Die Wallet-Anwendung Calibra, die die gleichnamige Facebook-Tochter entwickelt, soll einen KYC-Prozess („Know Your Customer“) enthalten. Das bedeutet, dass sich Nutzer mit ihrem amtlichen Ausweis identifizieren müssen, bevor sie das Wallet nutzen können. Dadurch lassen sich sämtliche Transaktionen den daran beteiligten Personen weltweit zuordnen. Somit hat Libra nur wenig gemein mit der freien, unabhängigen, und unregulierbaren Währung, die Satoshi Nakamoto bei der Entwicklung von Bitcoin vorschwebte.

Ob Libra Chancen hat, Bitcoin als wichtigste digitale Währung abzulesen, erfahren Sie im Artikel:

  • Wie viel Bitcoin in Facebooks Libra steckt

Spektakuläre Kursverläufe bei Kryptowährungen und davon abgeleiteten Investmentobjekten haben manchen reich gemacht, aber auch manchen Traum schnell zerstört. Die Verurteilung Charles Schrems zu zwei Jahren Haft im Januar 2014 ist so ein Beispiel eines tiefen Absturzes. Der frühere stellvertretende Vorsitzende der „Bitcoin Foundation wurde wegen des Verdachts der Geldwäsche in Verbindung mit der Drogenhandelsplattform „Silk Road“ festgenommen. Der Fall zeigte der Krypto-Community, dass die US-amerikanischen Behörden den Protagonisten der damals noch jungen Kryptogeld-Technologie keinerlei rechtlichen Sonderstatus und keine geschützte Spielwiese in strafrechtlicher Hinsicht zugestanden.

In Deutschland sind Bitcoin & Co. jedoch auch heute noch eine rechtliche Grauzone, denn Kryptowährungen sind in vielerlei Hinsicht nicht mit konventionellen Währungen wie Euro, Dollar oder Yen vergleichbar. Rein digitale Marktgeburten unterscheiden sich von bankengebundenen Währungen in mehreren zentralen Punkten, die für die rechtliche Betrachtung wichtig sind.

In Berlin erging im September 2018 das Urteil, mit dem der rechtliche Streit um das Wesen des Kryptogelds hierzulande einen vorläufigen Höhepunkt erreichte: Das Kammergericht sprach den ehemaligen „Bitcoin-24“-Betreiber frei. Das Verfahren stellte die Berliner Gerichtsbarkeit vor Probleme: Die BaFin stufte Kryptowährungen zwar eindeutig als erlaubnispflichtiges Finanzinstrument ein, aber diese Einschätzung war für die Gerichte keineswegs bindend.

Damit wäre der Spielball im Feld der Politik angekommen. Der Gesetzgeber ist gefragt, klare Regelungen für digitale Währungen zu schaffen, um so die weiterhin bestehende Rechtsunsicherheit zu beseitigen. Bedauerlicherweise herrscht hier jedoch weitgehend Stille.

  • Kryptowährungen als Rechtsproblem

Als die Betreiber der Drogen-Handelsplattform Wall Street Market mit den Bitcoins ihrer Kunden untertauchen wollten, klickten die Handschellen. Möglich wurde das durch kleine Fehler der Täter und die Analyse der Blockchain. Das lässt hoffen, dass die Behörden auch die Einbrecher schnappen können, die die Kryptobörse Biance um 7000 Bitcoin erleichtert haben.

Die Admins des Wall Street Markets hatten sich gerade die Bitcoins ihrer kriminellen Kundschaft unter den Nagel gerissen und wollten untertauchen, als die Polizei ums Eck kam. Einem der drei Täter kamen die Ermittler im Wesentlichen durch intensive Analyse der Bitcoin-Geldflüsse mittels der Blockchain auf die Schliche – und das, obwohl die Täter die Bitcoins in einem Mixer gewaschen hatten.

Die Festnahme der Admins des weltweit zweitgrößten Darknet-Markets Ende April ist nicht der erste Fall, in dem die Blockchain eine entscheidende Rolle spielte: Auch der Admin des größten deutschen Darknet-Forums „Deutschland im Deep Web“ wurde enttarnt, weil die Ermittler mittels Blockchain den Weg von Geldern nachvollziehen konnten. Im Fall des Foren-Admins Alexander U. waren es Spendengelder, die U. angeblich über die Kryptobörse Bitcoin.de umtauschte und auf seinem Girokonto gutschreiben ließ.

Wie kompliziert solche Ermittlungen sind, wird einem erst bewusst, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass die Blockchain selbst keine Wallets kennt. Für die Blockchain existieren lediglich einzelne, unzusammenhängende Adressen, auf die zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Vergangenheit Bitcoins transferiert wurden. Ausgerechnet beim Versuch, Gelder von einem Darknet-Marktplatz in Sicherheit zu bringen, in einem Bitcoin-Mixer zu waschen oder es auszugeben, hinterlassen die Täter jedoch nachverfolgbare Spuren in der Blockchain.

Falls Sie weitere Fragen haben, finden Sie hier einige Tipps & Tricks zu Bitcoins: