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Terminalprogramm ZOC 3.03 für Windows 95 und NT

Wissen | Hintergrund

Bei OS/2-Anwendern ist ZOC schon lange bekannt und beliebt. Jetzt gibt es das Terminalprogramm auch - massenwirksam - für Windows 95 und NT 4.0. Auch diese Version benutzt Rexx als Script-Sprache.

Die Liste der Features ist imposant und für ZOC gleichzeitig markant. Im Terminalprogramm ist alles vorhanden, was der Anwender wohl in den meisten Fällen benötigt. Exotische Terminalemulationen sowie Transferprotokolle oder Add-ins für Fax- und WWW-Browser, mit denen die Konkurrenz teilweise aufwartet, sucht man allerdings vergeblich. Diese dürften aber auch nur wenige Anwender benötigen.

In erster Linie präsentiert sich ZOC als 32bittiges Terminalprogramm mit vollständiger Integration in Windows 95/NT und einem Funktionsumfang, der nichts vermissen läßt. Die ANSI-Kompatibilität ist so gut gelungen, daß man sich tatsächlich vor einem in der DOS-Box laufenden Telix wähnt. Dazu kommen problemlose Downloads im Hintergrund sowie viele gut umgesetzte Detaillösungen, wie der Login-Autolearn-Modus, mit dem auch der ungeübte Anwender sein Einwählen in Mailboxen im Handumdrehen automatisiert.

Das Programm zeigt JPG- und GIF-Dateien bereits während des Downloads automatisch an, unterstützt IEMSI-Logins, führt abhängig von empfangenem oder geschriebenem Text Aktionen aus (um beispielsweise eine Call-Back-Funktion zu implementieren), protokolliert penibel die Telefonkosten und bietet die wohl optionsreichste Z-Modem-Konfiguration. Auch die Anpassung an persönliche Wünsche hat der Entwickler Markus Schmidt umfassend gelöst. Sämtliche Funktionen lassen sich bereits in der Shareware-Version ohne Einschränkungen nutzen. Lediglich nach jedem Download erinnert ZOC den Benutzer daran, das Programm zu registrieren.

ZOC bietet Schmankerln bis zum Abwinken - sei es die CEPT-Emulation, mit der man sich bei T-Online einwählen kann, die Unterstützung von Telnet-Verbindungen und Pipes oder die direkte Nutzung von ISDN-Geräten über die CAPI-2.0-Schnittstelle. (Das ISDN-Modul muß allerdings für 49 DM getrennt lizenziert werden.) Diese Leistungsmerkmale sind keineswegs halbherzig implementiert. So unterstützt ZOC im CEPT-Modus die Dateiübertragung, für Telnet-Verbindungen kann man das Programm sogar in einen Server-Modus schalten. Mit dem Telnet-Protokoll ist es beispielsweise möglich, durch Einwahl in die heimische Mailbox ins Internet zu gelangen.

Für die Windows-Version hat der Entwickler die von OS/2 bekannte Sprache Rexx bei einer Fremdfirma lizenziert. ZOC bietet einen Lernmodus an, in dem es einfache Rexx-Scripts automatisch erzeugt. Die Online-Hilfe wartet darüber hinaus mit einem kleinen Rexx-Tutorial auf; eine Rexx-Referenz ist ebenfalls vorhanden. Unter den mitgelieferten Scripts fällt besonders Minihost auf, mit dem man seinen Rechner schnell zur Mailbox wandelt, um beispielsweise von unterwegs Zugriff auf Dateien zu haben. ZOC bietet also sowohl dem Umsteiger von OS/2 nach NT eine neue Heimstätte (alte Rexx-Scripts laufen weiter) als auch dem Windows-95-User das lang ersehnte 32-Bit-Terminalprogramm.

Angesichts der guten Mischung aus Leistung, Bedienungskomfort, Flexibilität und Preis dürfte ZOC auch im Windows-Bereich schnell zahlreiche Freunde finden. Dank der ebenfalls erhältlichen LAN-Lizenzen wird es sich dabei wohl nicht nur um Privatanwender handeln. Tip: Bis 31.12.96 ist die Vollversion noch zum Einführungspreis von 79 DM erhältlich. (db)


ZOC (zow303d.zip, Shareware, 99 DM, ISDN-Modul 49 DM) finden Sie auf http://www.emtec.com und in der c't-Mailbox.

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