Umstieg auf den Small Business Server 2008

Leitfaden und Hilfen für den Umstieg von SBS 2003 auf SBS 2008

Praxis & Tipps | Praxis

Auch wenn der Small Business Server 2003 seine Aufgaben in der Firma erledigt und die Hardware zuverlässig läuft, gibt es einige Gründe auf den aktuelle SBS-Version 2008 umzusteigen. Dieser Leitfaden räumt Stolpersteine bei der Aktualisierung aus dem Weg, sodass sich die Umstellung meistern lässt.

Die Hardware ist hinreichend aktuell, das Serversystem erledigt seine Aufgaben, Speicherplatz ist genug vorhanden und gelegentliche Performance-Engpässe sind auch noch niemandem aufgefallen. Eigentlich gibt es keinen Grund, dem Werben der Redmonder-Softwareschmiede nachzugeben und vom laufendem Small Business Server 2003 (SBS 2003) auf den aktuellen Small Business Server 2008 (SBS 2008) zu wechseln.

Oder gibt es doch Vorteile, die den Umstieg auf das aktuelle Produkt zu einem lohnenden Ziel machen? Was kann das neue System mehr oder besser als das vorhandene?

Seit dem Release des SBS 2003 hat die Software- und Hardwarebranche einige wesentliche Entwicklungen zu nützlichen Werkzeugen vorangetrieben, die auch kleinen Firmen mit einem Small Business Server neue Möglichkeiten eröffnen und gut bekannte Mechanismen in diesem Bereich überhaupt erst erschwinglich machen.

Allen voran sei hier das Thema Virtualisierung genannt, welche Hand in Hand mit 64-Bit-Hardware- und Betriebssystemsoftware die ganze IT massiv pusht. Gerade im SBS-Umfeld ist dies ausgesprochen nützlich.

Auch wenn Performance-Einbußen im Betrieb kaum spürbar sind, zumindest ein SBS-2003-Server in der Premium-Version stößt dennoch an die Grenzen der Hardware. Denn zu dem eigentlichen SBS-System mit Mailserver, Firewall, Datenbankserver etc. gesellen sich in der Regel ja noch eine ausgewachsene Backupsoftware, ein Virenscanner für Daten, ein Virenscanner für Exchange, der WSUS und die ein oder andere Fachapplikation. Einem SBS 2003 geht dabei wegen des maximalen Speicherausbaus von 4 GByte ganz schnell die Puste aus. Diese Grenze ist zwar willkürlich gezogen, doch beim SBS nicht zu umgehen. Andere Server-2003-Editionen mit 32-Bit-Kern (x86) können durchaus mehr Arbeitsspeicher nutzen. Ein SBS 2008-Server, wegen Exchange 2007 zwingend als 64-Bit-System ausgelegt, darf dagegen beim Speicherausbau aus dem Vollen schöpfen.

Auch ist der Server 2008 für das Thema Virtualisierung sowohl als Wirt (Host), wie auch als Gast erheblich besser geeignet als ein Server 2003. Unter anderem auch wegen spezieller Lizensierungsmöglichkeiten. Und über das Thema Virtualisierung erreichen selbst SBS-Nutzer eine deutlich höhere Systemverfügbarkeit. Eine SBS-Maschine ist gerade bei den Verfügbarkeitsoptionen beschnitten, zum Beispiel darf nur der SBS selbst als Domain-Controller fungieren und kein zweiter. Fällt dieses System aus, herrscht Stillstand, bis es wieder hergestellt wurde. Das dauert günstigenfalls einige Stunden, wenn man es aus einem vorhandenen Image wieder aufgebaut.

Durch Virtualisierung spricht allerdings nichts dagegen, den kompletten SBS in eine Virtuelle Maschine (VM) zu packen. Wie in hier nachzulesen, kann man diese VM sehr einfach automatisiert sichern. Kopiert man sie regelmäßig auf einen zweiten Rechner, kann man die VM dort bei Ausfall des ersten Rechners einfach starten und ist wieder arbeitsfähig. Eine Angelegenheit von wenigen Minuten, wenn die Datenablage entsprechend organisiert ist. Und selbst wenn man keinen zweiten Server im Hot-Standby vorhält, läuft eine VM zur Not auch auf einem "Aldi-Rechner". Vielleicht nicht ganz so flott, aber die VM lässt sich starten.

Für kleine Unternehmen war es noch nie so einfach und kostengünstig möglich, eine beinahe Hochverfügbarkeit zu realisieren wie mit der Kombination 64-Bit, Virtualisierung, iSCSI und Windows Server 2008.

Dazu kommen dann noch die generellen Verbesserungen des aktuellen SBS. Die Outlook Web Access-Variante (OWA) des Exchange 2007 ist beispielweise erheblich leistungsfähiger als die der Vorgängerversion Exchange 2003. Den möglichen Geschwindigkeitsproblemen der Premium-Version trägt Microsoft unter anderem dadurch Rechnung, dass der SBS 2008 Premium erstmals Lizenzen für eine zweite Installation enthält. Damit kann man dem SQL-Server eine eigene Basis geben. Dieser zweite Server der Premium-Edition kann übrigens auch als 32-Bit-System installiert werden, sodass man dort ältere, nicht 64-Bit-taugliche Software dennoch weiter nutzen kann.

Viel hat sich bei den Gruppenrichtlinien getan, hier gibt es einen völlig neuen Konfigurationsansatz für eine Vielzahl von Optionen. Vorher war dies nur über Zusatzprodukte möglich.

Kommentare

Anzeige