Urlaub an der Strippe

Im Ausland Telefonieren und Surfen

Wissen | Know-how

Wer im Ausland mobil im Internet surfen sein möchte, muss einiges beachten.


Auslands-Checkliste

Die Stromversorgung ist auf dem Weg ins Internet nur eine der Hürden. Zum Problem kann es auch werden, den richtigen Datenanschluss zu finden. Technisch am einfachsten dürfte es sein, das Handy wie in Deutschland mit dem Notebook zu verbinden und sich bei einem deutschen Internet-Provider einzuwählen. Von diesem Ansinnen sei jedoch abgeraten. Nicht nur, dass die Daten meist gerade einmal mit 9,6 KBit durch den Funkkanal trödeln. Die Bummel-Sitzung schlägt auch noch mit einigen Euro pro Minute zu Buche. Günstiger und schneller surft derjenige, der sein Notebook über einen Festnetzanschluss mit dem Internet verbindet.


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Hier kann dann der nicht passende Telefonstecker zum unüberwindbaren Hindernis werden, denn es gibt weltweit gleich mehrere Dutzend Buchsenvarianten. Ein Kabel mit RJ11-Stecker sollte in keiner Internet-Reiseausrüstung fehlen. Diese in Amerika verbreiteten Steckverbindungen setzen sich auch in Europa zunehmend durch. Falls im Urlaubsdomizil andere Buchsen installiert sind, so sollte der dortige Fachhandel zumindest einen Adapter für den RJ11-Stecker offerieren.

Ist das Modem ordnungsgemäß konfiguriert, steht die Wahl des passenden Providers an. Trotz internationaler Konzentration des TK-Marktes ist der Provider-Markt nach wie vor stark national geprägt. Nur die wenigsten Provider verfügen über eine internationale Infrastruktur. Mit iPass und GRIC treten jedoch zwei Firmen an, dieses Manko zu beseitigen. Sie organisieren eine Art Provider-Zusammenschluss, über den Kunden auf ein weltweites Netzwerk zugreifen können.

Wer an den Diensten interessiert ist, muss lediglich bei einem der beteiligten Provider einen Vertrag abschließen und kann künftig sämtliche internationalen Einwahlknoten des Netzwerkes nutzen - immerhin über 10.000 Einwahlknoten je Netzwerk, die sich auf rund 150 Länder verteilen. Details zu den abgedeckten Ländern und den angeschlossenen Providern finden sich auf den Web-Seiten von iPass und GRIC.

Trotz mitunter immenser Kosten nutzen immer mehr Urlauber und Geschäftsleute ihr Handy zum Telefonieren in die Heimat. Möglich wird dies durch die Roaming-Abkommen der Mobilfunkanbieter. Sie gestatten dem Kunden, sein Handy auch in Ländern zu verwenden, in dem der eigene Mobilfunkanbieter überhaupt nicht aktiv ist. Das Handy weicht in diesem Fall einfach auf ein fremdes Netz aus. Der im Ausland verwendete Provider schickt die Rechnung an die inländische Telefongesellschaft und diese wiederum an den Kunden.

Wer vorhat, viel im Ausland zu telefonieren, der sollte darüber nachdenken, bei einem ausländischen Netzbetreiber eine Prepaid-Karte zu erstehen. So bezahlt er für einen Anruf in die Heimat anstelle der teuren Roaming-Gebühren weniger, da es aus Sicht des Prepaid-Anbieters eine gewöhnliche Auslandsverbindung ist. Ausländische Prepaid-Karten kann man auch in Deutschland kaufen. Der Online-Shop Globilo etwa bietet sie neben einem Adapter an, mit dem der Kunde zwei Mobilfunk-Karten ins Handy stecken und zwischen diesen umschalten kann.

Die Nutzung der schnellen Datendienste GPRS und HSCSD ist immer noch recht teuer. In diesem Urlaubssommer kommt man dank neuer Roaming-Verträge der Mobilfunkanbieter wenigstens überhaupt in vielen Ländern in den Genuss der Highspeed-Zugänge. So möchte T-Mobile beispielsweise in einer ganzen Reihe von Ländern mit GPRS-Angeboten aufwarten. Seit Frühjahr bietet T-Mobile bereits GRPS-Roaming in Österreich, Großbritannien, Tschechien und den USA an.

Die Preise für eine Internet-Übertragung von 250 Kilobyte bewegen sich bei T-D1 zwar mit 1,49 Euro in den für GRPS typischen Hochpreis-Regionen. In Anbetracht der ebenfalls horrenden Roaming-Kosten für Sprachverbindungen stellen sie jedoch eine Notlösung dar. Von einer solchen kann man bei Vodafone kaum mehr sprechen. Der Anbieter möchte sein GPRS-Roaming zwar bis Mitte des Jahres in Spanien, Großbritannien, Irland, Schweiz, Portugal, Niederlande, Belgien, Italien, Dänemark und Schweden anbieten. Für 10 Kilobyte Datenübertragung stellt er dabei jedoch stolze 45 Cent in Rechnung, was einem Megabyte-Preis von 45 Euro entspricht.

Wenngleich HSCSD nicht so verbreitet ist wie GPRS, gibt es doch auch für HSCSD-Kunden Roaming-Angebot. Hier hat Vodafone die Nase vorn. Die Engländer bieten ihr HSCSD-Roaming bereits in 24 Ländern an. Mit Minutenpreisen, die im Regelfall zwischen einem halben und eineinhalb Euro liegen, sind die Preise zwar rund fünfzig Mal so hoch wie ein innerdeutscher Internet-Zugang per Festnetz. In kleinen Dosen verwendet, scheint dies eine adäquate Lösung. (em)

Auslands-Checkliste


Es muss nicht immer das eigene Notebook sein: Wer unterwegs E-Mails verschicken will, kann sein Kommunikationsbedürfnis auch in einem Internet-Café stillen - und dabei vielleicht gleich ganz unvirtuell nette Leute kennenlernen. Was man dazu benötigt, ist ein von jedem Web-Terminal abrufbares E-Mail-Konto. Dienste, die einen solchen Account kostenlos anbieten, sind allerdings rar geworden.

Öffentlich zugängliche Rechner rufen bisweilen Datendiebe und andere zwielichte Zeitgenossen auf den Plan. Wer ein paar Grundregeln befolgt, sollte vor Datenklau sicher sein: Läuft auf dem PC der Internet Explorer, sollten Sie vor dem Surfen die Browser-Einstellungen überprüfen und die Funktion "Autovervollständigen" abschalten. Andernfalls bekommt beispielsweise ein nachfolgender Benutzer, der zufällig dieselbe Website nutzt, beim Ausfüllen eines Bestellformulars möglicherweise Ihre Kreditkartennummer angezeigt. Die Funktion wird über die "Internetoptionen" (im Menü "Extras") deaktiviert, und zwar sowohl im Dialog "Inhalt/Autovervollständigen" als auch unter "Erweitert".

Keinesfalls sollten Sie Passwörter auf dem Rechner abspeichern. Diese Funktion bietet der Internet Explorer selbst an: Ruft man eine passwortgeschützte Webseite auf, enthält der Dialog zur Eingabe der Benutzerdaten auch noch die Option "Kennwort in Kennwortliste speichern" (ganz unten im Fenster). Die dazugehörige Checkbox sollten Sie im Internetcafé niemals ankreuzen. Aber auch wenn Dienste wie Yahoo mit "Remember my ID & Password" anbieten, Benutzerdaten lokal abzulegen, heißt es: Finger weg! Andernfalls übernimmt womöglich ein nachfolgender Caféhaus-Surfer die Kontrolle über Ihr E-Mail-Konto.

Bevor Sie den Tisch im Internetcafé räumen, sollten Sie neben dem Browser-Cache auch die History löschen. Die dort abgelegten URLs können nämlich von Freemail- und anderen Diensten vergebene, temporär gültige Zugangsdaten enthalten. Einige Internetdienste bemessen dabei die Gültigkeitsdauer so großzügig, dass der nächste Benutzer die angesurfte URL - etwa die der Mailbox - fischen und aufrufen kann. Bietet der Dienst die Möglichkeit, sich auszuloggen, sollten Sie diese unbedingt nutzen, weil damit die Zugangsdaten ungültig werden.

Bei der Suche eines Internet-Café am Urlaubsort helfen verschiedene Suchmaschinen, die unterschiedlich abzufragen sind. Einige sind als Länderlisten angelegt, andere verfügen über eine Eingabemaske für Anfragen nach Orten und wieder andere sind mit einer Landkarte ausgestattet, auf der man verschiedene Orte oder Regionen anklicken kann. (Tanja Eckel/hob)

Startpunkte zur Internet-Café-Suche
URL Sprache durchsuchte Region Suchmöglichkeiten
curiouscat Englisch weltweit Staat, US-Bundesstaat
netcafeguide Englisch weltweit (143 Länder) Karte, Stadt, Land
cyberyder Deutsch Deutschland, Österreich, Schweiz Deutschland nach PLZ, Ort, Vorwahl, Rest nur Liste
indranet Englisch weltweit keine
cybercafes Französisch Benelux-Staaten nach Regionen sortierte Liste
bellnet Deutsch Deutschland, Österreich keine
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