Vier Anbieter für 5G

4 Anbieter für 5G

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Bild: Boris Roesler, dpa

6,55 Milliarden Euro müssen die Netzbetreiber insgesamt für die Frequenznutzungsrechte im 2- und 3,6-GHz-Bereich bezahlen. Künftig haben die Kunden die Wahl zwischen vier Netzbetreibern.

Nach fast drei Monaten ist die Auktion der Bundesnetzagentur für 5G-Frequenzen zu Ende gegangen. Insgesamt 120 MHz Spektrum im 2-GHz-Bereich und 300 MHz im 3,6-GHz-Bereich hatte die Behörde nach einem strengen Reglement versteigert. Vier Unternehmen ergatterten unterschiedlich große Stücke aus dem Frequenzkuchen: Telefónica, Telekom, Vodafone und als Newcomer 1&1 Drillisch.

Im 2-GHz-Band, das jetzt vorzugsweise noch für UMTS eingesetzt wird, standen 12 Frequenzblöcke zur Versteigerung, von denen Telekom und Vodafone jeweils vier und Telefónica und 1&1 Drillisch je zwei ersteigerten. Allerdings steht ein Teil erst ab 2026 zur Verfügung; 1&1 Drillisch kann dort erst in einigen Jahren loslegen.

Die jetzt ersteigerten 2GHz-Frequenzen sind die UMTS-Zuweisungen, die in Kürze auslaufen. Grundsätzlich erfolgt die Vergabe in Deutschland aber technologieneutral, die Unternehmen entscheiden, welche Mobilfunktechnik sie wo einsetzen. Das 2G-Netz (GSM) wird als Basisnetz noch viele Jahre weiterbetrieben werden, auch das 4G-Netz (LTE) wird noch lange in Betrieb bleiben. Das Ende naht jedoch für das 3G-Netz (UMTS): Hier wird der Betrieb wohl recht bald zugunsten des 5G-Netzes aufgegeben werden.

Neu im Markt ist 1&1 Drillisch. Das Unternehmen teilte mit, dass es beabsichtige, ein leistungsfähiges Mobilfunknetz aufzubauen. Das allerdings dürfte mit dem erworbenen Frequenzpaket schwierig sein. Bis 2026 stehen dem Newcomer nur Frequenzen im 3,6-GHz-Bereich zur Verfügung. Da mit steigender Frequenz die Reichweite einer Basisstation sinkt, ist die Versorgung in der Fläche mit hohen Frequenzen eine Herausforderung.

Die Vergabebedingungen tragen dem Rechnung und machen Unternehmen, die neu hinzukommen, geringere Auflagen. Außerdem verpflichten sie die bestehenden Netzbetreiber dazu, über nationales Roaming zu verhandeln. 1&1 Drillisch könnte also zum Start die bestehenden Netze mitnutzen und den Ausbau gemächlicher angehen. Dagegen haben die bisherigen Netzbetreiber allerdings geklagt, die Verfahren laufen noch.

Andreas Scheuer (CSU), der zuständige Bundesminister für Verkehr und Infrastruktur freut sich über die Einnahmen. Der Erlös soll nach seinen Vorstellungen den weiteren Netzausbau entscheidend voranbringen. Der Netzausbau allerdings umfasst nicht nur die Mobilfunknetze, sondern auch das Festnetz und Sonderaufgaben wie den Digitalpakt Schule. Die Netzbetreiber fordern hingegen, die gesamten Erlöse wieder in den Mobilfunk zu stecken.

Vodafones Deutschlandchef Hannes Ametsreiter bezeichnet die hohen Kosten als „Desaster für Deutschland“, weil die Mittel nun für Investitionen ins Netz fehlten. Er verlangt, dass die Erlöse direkt wieder in die Mobilfunk-Infrastruktur fließen. Auch die Telekom und Telefónica beklagen, dass das Geld für die Lizenzen nunmehr für den Netzausbau fehle. (uma)

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