Virtueller Auftritt

Der Weg zur eigenen Webpräsenz

Wissen | Recht

Eine eigene `Hausnummer´ im Internet gehört mittlerweile auch für engagierte Surfer und kleine Firmen zum guten Ton. Die einen versprechen sich von der eigenen Internet-Präsenz weltweite Erreichbarkeit, die anderen neue Kunden. Doch welche Online-Angebote sind für welchen Zweck geeignet? Die Palette reicht von der kostenlosen Homepage bis zur teuren, maßgeschneiderten Web-Shop-Präsentation.

Vor gut drei Jahren kostete allein die Miete des Server-Platzes mit eigenem Domain-Namen monatlich rund 2000 Mark - und dieser Preis galt damals noch als Schnäppchen. Heute liegen die monatlichen Kosten für eine vergleichbare Leistung zwischen 20 und 100 Mark - Dumping-Angebote sogar noch darunter. Überdies erhalten Privatpersonen beim Provider oder Online-Dienst neben dem Internet-Zugang die eigene Homepage oft als kostenlose Dreingabe. Eine Regel gilt derweil damals wie heute: Wer die falsche Leistung einkauft, bezahlt häufig deutlich zuviel.

Allein mit der Präsenz im Internet ist es jedoch noch nicht getan. Damit das eigene Online-Angebot nicht zwischen Millionen anderer Web-Sites untergeht, muß man kräftig Werbung für sich machen: Die Palette der Möglichkeiten, um Surfer anzulocken, reicht von kostenlosen Einträgen in diverse Suchmaschinen über den (teilweise kostenlosen) Austausch von Werbe-Bannern bis hin zur Plazierung in prominenten Shopping-Malls.

Das Erstellen eigener Web-Seiten ist dank leistungsfähiger HTML-Werkzeuge mittlerweile kein Problem mehr. Ihr Einsatz schützt jedoch nicht vor schlechtem Homepage-Design. In bezug auf den Inhalt, die Darstellung und die Performance gibt es einige - auch rechtliche - Hürden zu umgehen (s. Kasten Rechtsfalle Markenrecht). Aber wohin mit den Seiten? Rentiert sich der Aufbau eines eigenen Servers oder ist es günstiger, die Seiten bei einem Internet-Provider zu deponieren? Und: Was ist von den sogenannten Web-Hosting-Angeboten zu halten? Vor der Entscheidung für einen Provider und den Standort eines Web-Servers empfiehlt es sich, erst einmal die eigenen Erwartungen abzustecken. Welche Inhalte will ich im Internet verbreiten? Dient der eigene Auftritt nur der reinen Selbstdarstellung, sollen Informationen zu einem bestimmten Thema gesammelt werden (Hobby, Sport etc.), will ich eine Dienstleistung anbieten (Nachrichtendienst, Suchfunktionen, Shareware-Sammlung etc.), geht es mir um kommerzielle Werbung, oder will ich gar online verkaufen?

Ein großes Unternehmen kann ohne weiteres einige zehntausend bis hunderttausend Mark pro Jahr in einen Web-Server investieren. Es wird dann eine Werbeagentur mit dem Aufbau eines Marketingangebots oder ein Systemhaus mit der Erstellung einer datenbankbasierten Internet/Intranet-Anwendung beauftragt.

Privatleute oder kleine Firmen haben demgegenüber einen eingeschränkten Etat und sind auf selbsterstellte Angebote angewiesen. Sie können mit knapp 300 Mark im Jahr über die Runden kommen - nicht eingerechnet die Kosten für die eigene Arbeitszeit.

Sie sind dabei nicht auf statische Web-Seiten angewiesen, manche Web-Hosting-Provider bieten in diesem Preisbereich bereits Anbindungen an Datenbanken an, aus denen Seiten dynamisch generiert werden können (z. B. www.eins.net). Wer seine Web-Seiten interaktiv gestalten will, muß dafür nicht jedes Rad selbst erfinden. Kostenloses Rohmaterial rund um die eigene Homepage findet man unter anderen bei Free4You und bei Eclipse. Sie bieten zumindest für den privaten Gebrauch eine kostenlose Sammlung von Bildern, Buttons, CGI-Skripten, Countern, Gästebüchern und vielem mehr.

Angesichts der geringen Kosten ist der persönliche Auftritt im Internet mit oder ohne eigene Domain selbst für Privatleute eine interessante Erweiterung ihrer Online-Aktivitäten. Eine EMail-Adresse à la `vorname@ nachname.de´ gilt unter Insidern als Visitenkarte. Und wer kommerzielle Interessen verfolgt, egal ob Freiberufler, Händler oder Dienstleister, kann sich für den Preis einer Kleinanzeige in der Tageszeitung ein Jahr lang in einem Informationsmedium präsentieren, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Selbst Tante Emma hat Erfolgschancen im Internet, wenn sie ihren Online-Auftritt mit einem interessanten Zusatzangebot - beispielsweise einem örtlichen Bring-Dienst - verknüpft.

Hierzulande gibt es zahlreiche Dienstleister, die Web-Präsenz zu günstigen Preisen anbieten. Häufig handelt es sich dabei um Wiederverkäufer von US-Firmen. Aber auch die deutschen Internet-Provider und deren lokale Vertretungen (POPs, Points of Presence) haben dieses Marktsegment erkannt und gegenüber den reinen Web-Hostern kräftig aufgeholt - `Komplettpaket´ heißt das neue Zauberwort in der Branche. Die Kunden erhalten dabei neben Web-Space samt eigener Domain ein Paket mit Software zur Erstellung der HTML-Seiten und zur Administration des Servers. Mit Dienstleistungen wie einer 24-Stunden-Hotline oder der Anmeldung der Kunden-Sites bei diversen Suchmaschinen will man sich von den Billigangeboten absetzen.

Wer als Privatanwender lediglich seine HTML-Kenntnisse auf einer eigenen Homepage umsetzen will und neben einer Link-Sammlung nur wenige statische Inhalte hat, muß nicht lange nach einem günstigen Angebot suchen: Provider, Online-Dienste und durch Werbung finanzierte Anbieter räumen zumindest Privatkunden kostenlosen Web-Space ein.

Zum Nulltarif erhält der Kunde bis zu 50 MByte Platz auf einem Web-Server, um die eigene Homepage ins Internet zu stellen. Prominentes Beispiel ist Tripod Europa mit 12 MByte kostenlosem Web-Space. Den Server-Platz und die Internet-Anbindung des Servers teilt man sich allerdings mit allen anderen Privatkunden des Providers, so daß die Performance und die Ausfallsicherheit solcher kostenlosen Angebote häufig zu wünschen übrigläßt. Nicht von ungefähr führen einige Anbieter Wartelisten für ihren kostenlosen Web-Space oder setzen das Angebot zeitweilig ganz aus.

Will man das Internet professionell nutzen, heißt das Zauberwort `Web-Hosting´ - das Mieten eines Servers beim Provider. Derartige Angebote bieten ihren Kunden eine ganze Reihe von Vorteilen: Bei einem guten Web-Hoster stehen die Computer in einem klimatisierten Rechnerraum, sind geschützt vor Stromausfällen, werden täglich gesichert und bei einem technischen Problem greift der Systemadministrator helfend ein.

Einen weiteren Faktor bilden die Kosten für Hard- und Software. Ein Web-Hoster installiert in der Regel mehrere - nach außen hin unabhängig erscheinende - `virtuelle´ Web-Server auf einer Maschine, wodurch die Kosten gegenüber einer eigenen dedizierten Maschine deutlich sinken. Das spart Geld, birgt in puncto Sicherheit jedoch einige Risiken. Da häufig mehrere Dutzend oder gar mehrere hundert virtuelle Web-Server auf einer Maschine betrieben werden, kann es bei einer Fehlkonfiguration des Servers vorkommen, daß sich ein anderer Kunde über das eigene Angebot hermacht.

Möglichkeit Nummer drei ist die Einrichtung eines dedizierten Servers, also eines Rechners speziell für diesen einen Web-Server. Das bietet sich für stark frequentierte Web-Sites an, deren Server durch aktive Angebote (CGI-Skripte) oder eine Datenbankanbindung stark belastet ist. Sobald personenbezogene Daten oder womöglich gar Kreditkarteninformationen erfaßt werden, ist dies ebenfalls ein Argument gegen einen virtuellen und für einen dedizierten Web-Server.

Betrifft es gar unternehmenskritische Daten, empfiehlt es sich, das Angebot beziehungsweise den Web-Server trotz der wesentlich höheren Kosten direkt in der eigenen Firma zu deponieren. Dann allerdings liegt der Jahresetat für ein kleines Projekt nicht mehr bei tausend oder zweitausend Mark, sondern bei zwanzig- oder dreißigtausend Mark. Allein für eine Standleitung mit 64 KBit Bandbreite verlangt die Telekom derzeit eine monatliche Grundgebühr von 446 Mark plus 21 Mark pro Leitungskilometer sowie eine einmalige Bereitstellungsgebühr von 4176 Mark.

Demgegenüber verfügen die Server-Farmen bei Web-Hostern und Internet-Providern zumeist über eine wesentlich schnellere Anbindung ans Internet. Außerdem sichert dort eine Backup-Leitung häufig bei technischen Pannen die Erreichbarkeit. In den allermeisten Fällen ist also ein virtueller Web-Server beim Provider oder Web-Hoster die beste Wahl.

Doch lohnt es sich überhaupt, dafür Geld auszugeben, wo Web-Space doch auch kostenlos angeboten wird? Häufig ja, denn diese Angebote haben einen Haken: Die Seiten liegen zusammen mit anderen Angeboten auf ein und demselben Server. Die Adresse, beispielsweise `home.t-online.de/home/Firmenname´ verrät sofort, daß es sich um ein kleines Angebot handelt, und wer eine derartige Adresse auf seine Visitenkarten aufnimmt, macht mehr Werbung für den Dienste-Anbieter als für seine eigene Firma. Schließlich ist es unmöglich, mit einer solchen Adresse zu einem anderen Internet-Anbieter zu wechseln. Die alte Adresse wird damit zumindest ungültig.

Wer es professioneller möchte, der beantragt eine eigene Domain. Nach erfolgter Domain-Registrierung ist der Server über `www.MeineFirma. de´ und der Antragsteller über die EMail-Adresse `Name@ MeineFirma.de´ erreichbar. Privatleute können sich - sofern der Name noch zu haben ist - auf diese Weise ebenfalls eine individuelle EMail-Adresse mit `Vorname@Nachname. de´ reservieren.

Aus deutscher Sicht bieten sich insbesondere die Domain-Endungen `.de´ für deutsche und `.com´ für internationale Angebote an. Die Registrierung überläßt man in der Regel dem Web-Hoster oder Provider, da dieser Mengenrabatte an seine Kunden weitergibt. Entscheidet man sich für eine deutsche de-Domain, registriert der Provider diese beim DE-NIC, handelt es sich um eine internationale, registriert er die Domain bei der Firma Network Solutions in den USA.

Allein über die Vergabe von Domain-Namen wurden mittlerweile schon viele Artikel geschrieben. Dennoch handelt es sich um alles andere als Hexenwerk. Im wesentlichen sind nur zwei Punkte zu beachten: Zum einen sollte der Domain-Name keine eindeutigen Schutzrechte anderer verletzen. Für die eingetragene Domain ist allein der Antragsteller verantwortlich, Provider und NIC regeln nur die technische Seite der Registrierung. Es gibt eine ganze Reihe von Gerichtsurteilen, in denen Domains dem ursprünglichen Besitzer aberkannt und dem die Namensrechte tragenden Unternehmen zuerkannt wurden.

Daneben sind die Angaben wichtig, die der Provider bei der Eintragung macht: Hier gibt er unter anderem einen technischen Kontakt an (in der Regel der Provider selbst) und außerdem den Besitzer des Domain-Namens. Letztere Angabe kann für erheblichen Ärger sorgen. Trägt sich der Provider selbst als Besitzer ein, so gestaltet sich ein Wechsel zu einem anderen Dienstleister äußerst schwierig. Trennt sich ein Kunde im Streit von ihm, so hat der Kunde beziehungsweise der neue Provider als Unterstützer keine Möglichkeit, beim DE-NIC die technischen Angaben - und damit letztendlich die Angaben zum Standort des Servers - zu ändern. Der Kunde ist dem DE-NIC aufgrund der falschen Angaben ja gar nicht bekannt. Als Ausweg bleibt lediglich der Gang zum Gericht.

Der eigene Domain-Eintrag beinhaltet nur den Namen, nicht den häufig damit verbundenen Server-Platz. Denn der Domain-Name wird unabhängig vom Web-Space und eventuellen DNS- sowie Mail-Server-Einträgen registriert. Geht der entsprechende Webspace-Provider Pleite, sind alle auf dem Server hinterlegten Dokumente und Daten verloren. Es empfiehlt sich daher, auch bei vermeintlich seriösen Internet-Anbietern immer Sicherheitskopien der eigenen Internetseiten auf einem lokalen Rechner abzuspeichern. Nur so kann man zügig und relativ unbeschadet bei einem neuen Provider unterkommen, der - gegen eine entsprechende Gebühr - DNS- und Mail-Server-Einträge aktualisiert.

Da Domain-Namen und Web-Space unabhängig voneinander eingekauft werden, muß ein unter `.de´ erreichbarer Web-Server nicht zwangsläufig in Deutschland stehen, auch wenn der Vertrag mit einer deutschen Firma geschlossen wurde. Häufig treten deutsche Anbieter lediglich als Zwischenhändler für preiswert eingekauften amerikanischen Web-Space auf. Dies muß kein Nachteil sein. Die US-Web-Hoster zahlen für Internet-Bandbreite wesentlich weniger als ihre deutschen Mitbewerber. Außerdem besitzen mittlerweile die meisten deutschen Zugangs-Provider schnelle Verbindungen in die USA, so daß ihre Kunden die dortigen Server auch gut erreichen.

Um den tatsächlichen Serverstandort zu ermitteln, hilft das Programm Traceroute (unter Windows Tracert.exe). Man ruft es von der DOS-Kommandozeile zusammen mit der zu ermittelnden Web-Adresse auf, beispielsweise `tracert www.kossel.de´, und erhält als Ergebnis eine Liste aller am Datentransfer zum angegebenen Server beteiligten Rechner. Anhand der aufgeführten Rechnernamen läßt sich relativ leicht ablesen, ob der Zielrechner in Deutschland oder wie in diesem Fall in Amerika beheimatet ist. Die Zahl der Web-Space-Zwischenhändler bleibt indes im verborgenen, hier hilft nur intensives Nachfragen beim Provider.

Die Reservierung von Domain-Namen hat sich mittlerweile zu einem wahren Volkssport entwickelt, so daß viele vermeintlich attraktive Namen bereits vergeben sind. Wer bei den `.de´-Domains leer ausgeht, aber trotzdem nicht auf `seine´ Wunsch-Domain verzichten will, muß sich notgedrungen bei anderen Toplevel-Domains - beispielsweise Österreich oder Liechtenstein - umschauen. Eine gute Übersicht vermittelt Checkdomain unter www.checkdmain.com.

Um sich Informationen über noch freie deutsche Domains beziehungsweise deren Besitzer zu verschaffen, lassen sich Daten von jedermann über die Datenbank des DE-NIC unter `www.nic.de/Domains/reserved Domains.html´ abrufen. Anfragen zu internationalen Domains beantwortet die amerikanische Vergabestelle unter www.internic.net.

Ist die Standortwahl getroffen und die Entscheidung für den eigenen Domain-Namen gefallen, gilt es sich durch eine breite Angebotspalette zu wühlen. Im Regelfall geben die Provider drei Kenngrößen für einen Web-Server an. Zum einen, über welche Internet-Anbindung die Server verfügen. Hier läßt sich pauschal sagen, daß es 2 MBit/s schon sein sollten. Auf der anderen Seite halten sich hartnäckige und teilweise auch belegte Gerüchte, daß einige Provider mit den Angaben über die eigene Anbindung übertreiben - der Außenstehende hat derweil kaum eine Chance, dies herauszufinden. Was bleibt, ist der Praxistest: Der Besuch einiger Referenz-Server des Providers, der dabei allerdings mit außergewöhnlich gut angebundenen Vorzeige-Servern mogeln kann.

Neben den Angaben über die Anbindung sprechen die Anbieter in der Regel von einem `maximal im Preis enthaltenen Transfervolumen´ und einem `maximal zustehenden Festplattenplatz´. Was den Festplattenplatz betrifft, so handelt es sich um eine ziemlich nebensächliche Größe. Die meisten Provider räumen ihren Kunden 10, 20 oder 50 MByte Festplattenplatz ein, Datenmengen, die selbst große Web-Angebote kaum benötigen. Eine gute Web-Seite sollte inklusive Grafiken nicht größer als 35 KByte sein, was bei 10 MByte Plattenkapazität bereits für knapp 300 Seiten reicht. Da die meisten Web-Seiten darüber hinaus auf ein relativ kleines Set von vordefinierten Grafiken zurückgreifen, lassen sich real sogar noch deutlich mehr Seiten auf diesem Platz unterbringen.

Im Gegensatz zum Festplattenplatz ist die Angabe über das maximal im Preis enthaltene Transfervolumen deutlich wichtiger - und auch deutlich schwerer abzuschätzen. Das Transfervolumen gibt an, wie viele Daten vom Web-Server in die Weiten des Netzes transportiert werden dürfen - sprich, wie stark der Web-Server maximal genutzt werden darf, bevor zusätzliche Kosten anfallen.

Nun läßt sich zu der Nutzung eines Web-Servers nur recht wenig im voraus sagen. Es gibt Web-Server, die produzieren ein Transfervolumen von einigen wenigen Megabyte im Monat - andere hingegen verzeichnen Transfervolumen von etlichen Gigabyte. Die Seiten von c't beispielsweise sorgen Monat für Monat für eine Datenbewegung von rund 75 GByte.

Zur Abschätzung der eigenen Bandbreite sind daher einige Erfahrungswerte nötig - die glücklicherweise schon existieren. Zunächst einmal läßt sich sagen, daß die meisten Anwender dazu neigen, den Erfolg des eigenen Web-Servers bei weitem zu überschätzen. Das typische Firmenprofil eines kleinen Unternehmens verzeichnet im Monat einige hundert bis einige tausend Seitenabrufe. Lediglich wer größere Beträge in Werbung investiert oder wer zu den wenigen Glücklichen gehört, die das ultimative Konzept für eine neuartige Dienstleistung parat haben, kann sich Hoffnung auf höhere Zugriffszahlen machen. Geht man davon aus, daß ein Web-Server innerhalb eines Monats 3000 Zugriffe verzeichnet und jede Seite, wie eingangs genannt, tatsächlich 35 KByte groß ist, so ergibt sich ein Transfervolumen von rund 100 MByte. Schätzungsweise dürften über 90 Prozent der Web-Server in Deutschland noch deutlich unter diesen beiden Werten liegen.

Aufgrund der Erfahrungswerte ist es zu erklären, warum der eine Dienstleister 200 und der andere 2000 MByte Transfervolumen im Monat für ein und denselben Preis anbietet. Beide wissen, daß diese Werte ohnehin fast nie erreicht werden. Einige Web-Hoster wie Bitshop räumen ihren Kunden sogar unbegrenzte Transfervolumina ein. Ein Kunde, der einen Vertrag über 100 oder 200 Mark im Monat abgeschlossen hat, hätte theoretisch die Möglichkeit, die komplette Bandbreite von Bitshop aufzubrauchen, die diese Firma für mehrere zehntausend Mark einkauft. Wenn der Provider diesem einen Kunden dann kündigte, kaum einer würde es merken und die Kalkulation würde wieder stimmen ...

Um sich trotzdem vor unliebsamen, weil teuren Volumenüberschreitungen zu schützen, sollte man Verträgen mit unbegrenzten Volumenangaben den Vorzug geben. Denn nutzt man zahlreiche Banner-Exchange-Dienste, setzt man massiv die Robots vieler Suchmaschinen auf die eigene Seite an, oder treibt böswillige Konkurrenz mit automatischen Seitenabfragen das Transfervolumen in die Höhe, so entwickelt sich das `theoretische´ Limit schnell zu einem unkalkulierbaren Kostenfaktor.

Neben klassischen Web-Angeboten wie der eigenen Homepage oder den virtuellen Server mit eigener Domain etablieren sich zusehends auch neue bisweilen ungewöhnliche Vermarktungsformen. Für Privatanwender, die zwar schon einen Online-Zugang mit etwas Web-Space, jedoch noch keine eigene Domain besitzen, bietet sich beispielsweise ein - providerunabhängiger - Domain-Service an. Hierbei registriert der Kunde ausschließlich die Domain, ohne gleichzeitig einen virtuellen Server zu mieten. Anfragen und EMails an die eigene Domain werden vom Internet-Anbieter einfach an die `echte´ EMail-Adresse des Kunden weitergereicht beziehungsweise zum tatsächlich vorhandenen Web-Space - etwa beim Online-Dienst - umgelenkt.

Einen entsprechenden Service hat beispielsweise die Firma Trick17 WWW-Discount bei einer Einrichtungsgebühr von 99 Mark für monatliche 9,90 Mark im Programm. Aber auch normale Web-Hoster wie Strato (www.wunschname.de) schnüren solche Angebote für 5 respektive 15 Mark im Monat.

In den USA verhilft die sogenannte Mailbank auch deutschen Kunden bei der Wahl einer möglichst individuellen EMail- und Web-Adresse. Das Unternehmen hat sich bisher gut 12 000 .com-, .org- und .net-Domains aus diversen Lebensbereichen (Tierwelt, Medizin, Familiennamen etc.) reservieren lassen, um Subdomains an zahlungswillige Kunden zu vermieten. Zum Beispiel erhalten Interessenten mit dem in Deutschland weitverbreiteten Nachnamen Schmidt eine zweite Chance `ihre´ Domain im schmidt.net zu registrieren, da die deutsche Adresse schmidt.de schon längst vergriffen ist. Ist der Vorname noch zu haben, vermietet Mailbank für die Domain schmidt.net die passenden Subdomain vorname@schmidt.net (EMail) oder www.vorname.schmidt.net (WWW). Für eine solche Subdomain mit POP3-Account und 5 MByte Web-Space zahlt man knapp 5 US-Dollar im Jahr. Für Interessenten, deren deutsche Wunsch-Domain bereits vergriffen ist, sicherlich ein verlockendes Angebot.

Einen weiteren kostengünstigen Kompromiß für kleinere Unternehmen stellt beispielsweise das gemeinsame Angebot des Internet-Providers Point of Presence (POP) und des Linux-Distributors S.u.S.E. dar. Hierbei steht der Server beim Kunden; die Anbindung an das Internet erfolgt über eine ISDN-Wählverbindung. Sobald eine Internetverbindung benötigt wird, verbindet POP via Callback-Verfahren das heimische Netzwerk mit dem Internet. Die monatlichen Kosten für eine 64-KBit-Verbindung liegen bei 34,80 Mark inklusive drei Freistunden und Telefonkosten von gut 8 Pfennig pro Minute, jede weitere Stunde schlägt mit 8 Mark zu Buche. Für das Beantragen einer eigenen Domain verlangt POP Gebühren in Höhe von 240 Mark.

Für Firmen, die vergleichsweise risikolos ins Online-Geschäft einsteigen wollen, bieten immer mehr Web-Shops oder virtuelle Einkaufs-Malls wie WebMart (www.web-mart.de) ihre Dienste an, dies sogar teilweise kostenlos. Kunden können in diesen Einkaufsmeilen einen Shop mit einer eigenen Angebotspalette eröffnen. Die Einrichtung erfolgt menügesteuert via Web-Browser und verlangt nur eine geringe Einarbeitungszeit.

Schließlich können sich Firmen im Rahmen der `Web-Offensive´ als Teilnehmer der Internet-Akademie (www. akademie.de) einen von 5000 Web-Servern mit eigenem Domain-Namen kostenlos sichern. Die Aktion gilt grundsätzlich für alle deutschen Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern und ist auf ein Jahr begrenzt. Weitere Informationen zur Web-Offensive sowie entsprechende Anmeldeformulare findet man auf der Akademie-Homepage.

Neben der Wahl des richtigen Providers und einer einprägsamen Domain bestimmen in erster Linie immer noch die Inhalte der Web-Seiten über Wohl oder Wehe des eigenen Internet-Auftritts. Ein flottes, besser schlankes Design und die richtige Werbung sind ebenfalls wichtige Erfolgskomponenten. Sie können jedoch nicht über quasi inhaltsleere Web-Seiten hinwegtäuschen. Web-Angebote wie `Ich bin c't-Redakteur und meine Hobbies sind ...´ oder `hier noch ein paar interessante Links´ fallen glücklicherweise in der Weite des Internet schnell dem Vergessen anheim. Wer nichts zu sagen hat, sollte damit auch nicht im Internet anfangen. (bn)

Anzeige