Völlig losgelöst

DFÜ-Trend: Internet-Zugang drahtlos

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Smartphones, Mobiltelefone mit eingebautem Terminkalender und Internet-Anschluß sind der Knüller der Datenkommunikation. Erst unlängst stellte Nokia den Vorreiter dieser Geräteklasse vor. Aber nicht nur Mobilfunker können drahtlos surfen.

Ericsson, Nokia, Siemens oder Motorola, alle Handy-Hersteller wollen Handys zu drahtlosen Surf-Geräten erweitern. Erste Vertreter dieser Gattung werden mit Mini-Displays ausgestattet sein und daher nur spezielle, auf dem Wireless Application Protocol, WAP, basierende Web-Seiten darstellen. Diese sind im WML-Format Wireless Markup Language kodiert.

Entsprechende Dienste sind schon ersonnen. Der Handy-bewährte Surfer kann sich von den Nachrichtenagenturen CNN oder Reuters über Nachrichten, Aktienstand oder über die letzte Lotto-Ziehung informieren. Später soll man per Funk auch Theater-, Konzert- oder Kinokarten reservieren können (www.cnn.com/mobile/).

Nokia hat schon in Cannes auf dem GSM World Congress mit dem Modell 7110 das erste Handy mit WAP-Unterstützung vorgestellt. Preislich zwischen dem Luxusmodell 8810 und dem 6150 angesiedelt, bietet es ein Faxmodem, das man über den eingebauten Infrarot-Port vom Notebook aus nutzen kann.

Das Display, auf dem Nokia verschiedene Zeichensätze in unterschiedlichen Größen darstellt, fällt mit 65 × 96 Pixeln für ein Handy großzügig aus. Bei der Texteingabe stützt sich das 7110 auf lernfähige Methoden, um Worte zu komplettieren. Besonders geeignet dürfte das 7110 für die EMail-Kommunikation sein.

Das Adreßbuch nimmt bis zu 1000 Einträge auf, wobei jeder Eintrag bis zu fünf Rufnummern und zwei Adressen enthalten kann. Es speichert bis zu 500 Kurznachrichten auf Wunsch in verschiedenen Ordnern. Der Kalender kann wahlweise einen Tag, eine Woche oder einen Monat darstellen und speichert bis zu 660 Notizen.

Telefonseitig unterstützt das 7170 die fortgeschrittene Sprachübertragung gemäß Enhanced Full Rate, des weiteren die beiden Funkstandards GSM-900 und GSM-1800 und kann daher hierzulande in allen vier Mobilfunknetzen betrieben werden. Kleiner als das Modell 6110 wiegt es 141 Gramm und bietet Bereitschaftszeiten von bis zu 260 Stunden. Die maximale Sprechzeit soll bei 4,5 Stunden liegen. Nokia will das 7110 Anfang Mai auf den Markt bringen.

Nokia H26/E68

Samsung dürfte auf der CeBIT allenfalls Prototypen des SGH-800 vorstellen. Das GSM-Handy soll mit dem von Unwired Planet entwickelten Micro-Browser werkeln und ein mit 128 × 64 Pixeln sehr großes Handy-Display haben. Bei einem Gewicht von 99 Gramm ist es nur 88 × 50 × 23 Millimeter groß. Es soll einen Terminplaner sowie einen Taschenrechner beinhalten und auch die EMail-Kommunikation beherrschen.

Neben den WAP-Handys untermauert die Softwarelösung Fritz!GSM des Berliner Unternehmens AVM die zunehmende Verbreitung der mobilen Datenkommunikation. AVM will eine Version für Nokias Handy-Flaggschiff 8810 vorstellen.

AVM H14/H06

Gerüchten zufolge könnte Nokia eine Dualbandversion des 8810 vorstellen, denn künftig wollen praktisch alle Handy-Hersteller nur Dualbandgeräte auf den Markt bringen. Zu den interessantesten zählt Motorolas v3688. Ein Glanzlicht des aufklappbaren Handys ist sein eingebautes Faxmodem, das man über ein Datenkabel mit einem Notebook nutzen kann. Aber auch Alcatel und Panasonic wollen datenfähige Handys mit Kabelanschluß für Notebooks zeigen.

Motorola H26/E40,
Alcatel H16/A14,
Panasonic H26/D49

Mit der Handy-Verbreitung steigt die Zahl spezieller Handy-Dienste. Die Firma gvm Datenfernübertragung aus Düsseldorf bietet Lösungen an, die auf dem Kurznachrichtendienst SMS aufbauen. Das Handy-Abfrage-Nachrichtensystem Hans! soll längere EMails oder interne Unternehmensdaten auf Handys übertragen und nicht nur WAP-Handys, sondern beliebige Handy-Typen unterstützen (www.hans1.com). Der Netzbetreiber Mannesmann Mobilfunk wird dagegen auf Cellbroadcast basierende Dienste in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Unternehmen Dr. Materna vorstellen.

gvm H1/5A7

Möchtegern-Experten verbreiten zwar die Ansicht, daß ISDN bald durch die schnellere Übertragungstechnik ADSL abgelöst wird, doch dürfte die Preispolitik der Telekom den Surf-Markt lediglich dreiteilen - in modemlangsame analoge Anschlüsse, bis zu doppelt so schnelle ISDN-Zugänge sowie superschnelle ADSL-Anschlüsse. Pro Monat sollen die ersten 25 Stunden "Fast Internet"-Nutzung mit ADSL 250 Mark kosten.

ISDN dürfte aber auch wegen der Kombination mit dem Funkprotokoll DECT interessant bleiben. Siemens wird seine Lösung für die Funkanbindung von ISDN-Adaptern und Modems zeigen und Dosch&Amand seine auf DECT basierenden ISDN-Karten auf dem Stand der Telekom (Teledat cordless). Das Bonner Unternehmen Altvater + Schreiber hat hingegen mit dem Wireless Metropolitan Area Network, WIMAN, ein Funknetz entwickelt, das einen Datenaustausch für mobile und stationäre Teilnehmer mit Geschwindigkeiten von bis zu 128 kBit/s bietet. In Zusammenarbeit mit einem Internet-Provider plant die Firma einen drahtlosen Zugang zum Internet.

Siemens H14/H14,
Telekom H28/A01,
Altvater + Schreiber H15/B26

Siemens Schweiz will erstmals die drahtlose LAN-Lösung I-Gate präsentieren. Mit I-Gate, das aus einem Router sowie PCI- und PCMCIA-Karten besteht, lassen sich bis zu zehn Rechner über eine Distanz von 50 bis 300 Metern verbinden. Dabei sind Datenraten von bis zu 2 MBit/s möglich.

Siemens Schweiz H17/F06

Im Modembereich kommen zunehmend Geräte auf den Markt, die ohne eingeschalteten PC Faxe empfangen und Sprachanrufe beantworten. Neben den bekannten Lösungen von 3Com und Elsa soll es neue von Acer, Digicom, EEH Datalink oder auch Dr. Neuhaus geben. Kortex präsentiert mit dem IAM V90 seinen "Internet Anrufbeantworter", der nicht nur Anrufe aufzeichnet, sondern auch EMails empfängt, auf einem LC-Display anzeigt und sogar vorliest. Von Diamond Multimedia stammt das SupraExpress 56e Memory. Das Gerät verfügt über 2 MByte Flash-ROM-Speicher, der für 15 Nachrichten mit 30 Sekunden Länge beziehungsweise 40 FaxSeiten reichen soll.

Kortex H15/G36D,
Diamond Multimedia H21/A47
(dz)

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