Vokabeln digital

Sprachen lernen mit dem Mac

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Die meisten Fremdsprachen sind sehr schwer zu erlernen, gerade für Erwachsene. Software, die den Computer zum Pauker umfunktioniert, macht es da nicht immer einfacher. Linguistisch gut gerüstet, hat Verbs&Nouns aber mehr drauf als die simple Übertragung eines Vokabelheftes in Programmcode.

Vokabelhefte sind eine große Hilfe beim Erlernen einer Sprache. Setzt man das Konzept auf den Computer um, kann der das Erlernte gleich automatisch kontrollieren. Zudem kommt eine entsprechend programmierte Software mit einem nicht unerheblichen Teil sprachlicher Phänomene zurecht, die im Bereich einer einzelnen Wortform auftreten können, wie etwa Deklination und Konjugation. Für den Lernenden bedeutet dies eine bessere Kontrolle seiner Fähigkeiten.

Verbs&Nouns von Jacek Iwanski ist ein solches digitales Vokabelheft. Zum Lieferumfang gehört lediglich das Wörterbuch Polnisch-Englisch, weitere gibt es auf Shareware-Basis etwa für Deutsch-Englisch, Deutsch-Italienisch und Deutsch-Russisch. Die Wortschatzdatenbanken (Lexika) variieren zwischen 2000 und 65 000 Wörtern. Da das Programm mit Regeln arbeitet (z. B. `Ich spreche´, `Du sprichst´ etc.), erkennt es deutlich mehr Wortformen.

Zu jedem Wort aus einem Lexikon zeigt Verbs&Nouns die jeweiligen Deklinations- beziehungsweise Konjugationsformen, Übersetzungen, Kommentare sowie - falls spezifiziert - ein Bild, sozusagen als digitale Eselsbrücke, an. Kommentare können etwa Beispielsätze oder Hinweise, aber auch Verweise auf Internet-Seiten enthalten. Ein weiteres Fenster zeigt bei Bedarf alle Wortformen an.

Besonders gut: Die Aussprache der Wörter läßt sich akustisch aufzeichnen, inklusive der eigenen Versuche. Die Referenzaussprache bleibt dabei erhalten. So kann man jederzeit den eigenen Fortschritt begutachten, die Beurteilung bleibt einem allerdings selbst überlassen. Wer an Lautschrift interessiert ist, der muß leider das Kommentarfenster dafür heranziehen.

Bei großen Wörterbüchern kann es sich eventuell lohnen, von der eingebauten Text-To-Speech-Fähigkeit des MacOS Gebrauch zu machen, um Speicherplatz zu sparen - dies ist freilich nur sinnvoll, wenn es sich um eine Sprache handelt, für die ein entsprechendes TTS-Modul vorliegt.

Der Wortschatz läßt sich entweder in verschiedene (thematische) Gruppen wie etwa `Gemüse´ oder `Auto´ einteilen oder aber in bekannte und unbekannte Wörter. Auf diese Weise behält man den Überblick über bereits gepaukte Wörter.

Das Abfragemodul übernimmt die Rolle des Lehrers und überprüft, welche Wörter der Schüler bereits verinnerlicht hat und welche nicht, erstere überträgt es auf Wunsch automatisch in die Liste bekannter Wörter. Das Modul fragt einzelne Wörter und deren Wortformen oder Übersetzungen nach dem Zufallsprinzip ab, wobei man zwischen Quell- und Zielsprache wechseln kann. Wem das zu dumpf ist, der erfreut sich vielleicht eher an der Quizform der Abfrage, die verschiedene Antworten zur Auswahl stellt (Multiple Choice). Zwei dieser Abfragevarianten lassen sich akustisch durchführen, ein nicht unerhebliches Plus für die Praxis. In allen Varianten verrät einem das Programm auf Nachfrage die richtige(n) Lösung(en).

Anspruchsvollen hat Verbs&Nouns noch mehr zu bieten: So stehen zum Beispiel alle Hilfsmittel bereit, um Lexika zu durchsuchen, eigene zu erstellen oder vorhandene Wörter samt Wortformregeln zu ändern. Mehrere Wörterbücher lassen sich zu einem neuen vereinen. Für Schulen interessant: das Programm arbeitet auch im Netzwerk. Dazu müssen sich lediglich das Wörterbuch und die dazugehörige Indexdatei auf dem Server befinden. Zudem stellt der Autor mit dem Language Reader/Writer-Paar Software zur Verfügung, mit der man interaktive Übungen erstellen kann. (se)


Verbs&Nouns (Shareware, 10 US-$), Language Reader und Writer sowie geeignete Lexika liegen auf http://users.netmatters.co.uk/dandaforbes, aber auch auf den Info-Mac-Spiegeln im Verzeichnis /edu/lang/.

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