Vorschau auf den LinuxTag 2007

Wissen | Hintergrund

Der LinuxTag 2007 lockt mit einem umfangreichen Vortragsprogramm, Workshops, Tuturials und rund 150 ausstellenden Projekten und Firmen an die Spree.

Von Mittwoch, 27. Mai, bis Samstag, 2. Juni, findet auf dem Messegelände unter dem Funkturm in Berlin der LinuxTag 2007 statt. Das Event, das die Linux-Community, Open-Source-Firmen und andere Interessierte zusammenbringen will, wird vom LinuxTag e.V. als Trägerverein veranstaltet. Die praktische Organisation liegt in den Händen der Messe Berlin.

Zum bereits dreizehnten Mal treffen sich Linux-Enthusiasten und Business-Entscheider, Anfänger und Experten auf dem LinuxTag. Sie erwartet ein viertägiges Veranstaltungsprogramm mit Fachvorträgen, Projekt-Workshops und Tutorien. Auf der Ausstellung präsentieren sich Open-Source-Projekte neben kommerziellen Firmen. Nachdem im vergangenen Jahr 9000 Linux-Fans den Weg nach Wiesbaden fanden, rechnet die Organsisation diesmal mit rund 10.000 Besuchern. Für einen Besucherrekord sorgte die Messe 2003, als 19.500 Interessierte zum damaligen Veranstaltungsort Karlsruhe kamen.

Tickets für den LinuxTag sind günstiger als im Vorjahr. Eine Tageskarte kostet acht Euro, ein Dauerausweis 22 Euro. Schüler, Studenten und Auszubildende zahlen ermäßigt vier beziehungsweise elf Euro. Die Eintrittskarte gilt auch für die gleichzeitig auf dem Messegelände stattfindende IT-Profits, Berlin-Brandenburgs Messe für IT-Anbieter und Anwender. Für die ein- oder zweitägigen Tutorien wird eine Gebühr erhoben. Der erste Tag kostet 500 Euro, jeder weitere Tag 300 Euro plus 19% Mehrwersteuer.

Mit über 140 geplanten Beiträgen hat sich das Vortragsprogramm gegenüber dem Vorjahr noch mal erweitert. Das Veranstaltungsteam hat die einzelnen Vorträge pro Tag in fünf parallel ablaufende Tracks gegliedert. Ein Highlight dürfte die Keynote Refurbishing ATA: new development in FC7 hd-drivers von Kernel-Entwickler Alan Cox am Donnerstag werden.

Den von vorigen LinuxTagen bekannten Business- und Behördenkongress für IT-Entscheider aus Unternehmen und Verwaltung am ersten Messetag gibt es nicht mehr. Die Organisation hat die entsprechenden Themen in den verschiedenen Tracks untergebracht.

Am Mittwoch geht es zum Beispiel im Behörden-Track um die Erfahrungen des LiMux-Teams bei der Client-Migration auf Linux in der Münchener Stadtverwaltung. Eine Podiumsdiskussion widmet sich den Einsatzmöglichkeiten von freier Software bei der Verwaltung in Berlin. Die Autoren der EU-Studie über die Rolle von Open Source in der europäischen Wirtschaft erläutern die Bedeutung quelloffener Software für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Der Vortrag Open Document Format: Potenziale für das Auswärtige Amt und die Bundesverwaltung stellt die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile des neuen ISO-Formats vor.

Mit Software für den Unternehmenseinatz beschäftigen sich schwerpunktmäßig die Beiträge im Track "Enterprise Linux" am Donnerstag. Hier geht es unter anderem um Content-Management-Systeme, Groupware und ERP-Software. Diverse Case Studies präsentiert der Track "Open Source im Einsatz" am gleichen Tag. So berichtet das Bundesinnenministerium über die Rolle von Linux in diesem Amt während der Fußball-WM 2006.

Software-Entwicklung unter Linux ist nicht nur das Hauptthema des Tracks "Enterprise Software Development" (Freitag), sondern auch von "Web 2.0" sowie "Trends in Development" (beide am Samstag). Neben Ruby on Rails, Mashups und den beiden Applikationsservern JoNAS und Geronimo wird zum Beispiel auch die Kommunikationsschnittstelle DBus näher beleuchtet.

Prominent vertreten ist auch das Thema Linux für mobile Geräte. Im Track "Mobile & Embedded Devices" am Freitag figurieren die Entwicklungsplattformen Qtopia (das Greenphone), OpenMoko, Open mobile IS und GPE Phone Edition. Auch Nokia, gegenwärtig die Nummer Eins unter den Mobiltelefonherstellern, will seine Linux-Strategie vorstellen.

Die vier Tracks OpenSuse Day (Mittwoch), FUDCon - Fedora Users and Developer Conference (Donnerstag), OpenSolaris Day (Freitag) und Ubuntu-Love Day (Samstag) stellen die jeweiligen Betriebssysteme in den Mittelpunkt. Zwei Workshop-Reihen am Freitag rücken die verschiedenen BSD-Derivate sowie Debian in den Fokus. Am Donnerstag geht es unter dem Motto "Linux Wow!" um die nächsten Generationen der beiden großen Desktop-Umgebungen Gnome und KDE sowie um den Compositing-Manager Compiz, verantwortlich für 3D-Effekte auf dem Linux-Desktop.

Virtualisierung steht dieses Jahr auf dem LinuxTag mit einem eigenen Track am Mittwoch in den Scheinwerfern. Steven Hand, einer der Kern-Entwickler des Xen Virtual Machine Monitor und Gründer der kommerziellen Firma XenSource, spricht in Xen: The Next Generation über die bisherigen Meilensteine und gibt Einblicke in die geplante Weiterentwicklung der Technik.

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