Verboten: Sendeverstärker

Worauf es beim Selbstbau einer leistungsfähigen Richtantenne ankommt

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Eine Richtantenne nützt dem Betreiber vor allem, weil sie die Empfangsqualität erhöht: Sie verstärkt nicht nur das aus der Hauptrichtung eingehende Signal, sondern dämpft alle Funknetze gleichermaßen, die nicht in Hauptrichtung liegen. Ein großer Teil der Störer wird damit einfach ausgeblendet.

Die Richtcharakteristik der Dosenantenne in räumlicher Darstellung zeigt eine rotationssymmetrische Keule mit rund 8 dBi Gewinn in Hauptrichtung und eine starke Dämpfung nach hinten.

Als Sendeverstärker darf man Richtantennen hierzulande im Frequenzbereich des WLAN-Standards IEEE 802.11b/g (2,4 GHz) nicht einsetzen. Denn die Bundesnetzagentur schreibt vor, dass in diesem Bereich die abgestrahlte Leistung 100 mW (Equivalent Isotropic Radiated Power, EIRP) nicht überschreiten darf. Das heißt, eine Richtantenne darf in keiner Richtung stärker strahlen als eine nicht richtende Antenne mit kugelförmiger Charakteristik, in die 100 mW eingespeist werden.

Übliche WLAN-Module geben jedoch nur zwischen 30 und 50 mW ab, wovon noch der Verlust in den Kabeln bis zur Dosenantenne abgeht. Die richtet nach unseren Messungen dann wieder so gut, dass aus den 50 mW am WLAN-Modul insgesamt mehr als die erlaubten 100 mW die Dose verlassen. Wer die Sendeleistung an der Basisstation auf die Hälfte herunterregelt, bleibt aber auf der sicheren Seite. Andernfalls könnten Störungen den Nachbarn veranlassen, sich bei der Bundesnetzagentur zu beschweren, die dann einen Messtrupp losschickt und eventuell eine Ordnungswidrigkeit bemängelt. Die Sendeleistung lässt sich zwar auch durch ein längeres Antennenkabel reduzieren, doch das beeinträchtigt auch die Empfangsleistung.

Umgekehrt ist eine gerichtet sendende Antenne aber ein freundlicher Akt gegenüber den Nachbarn, weil sie die Störungen reduziert.

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