Dosenmaterial

Worauf es beim Selbstbau einer leistungsfähigen Richtantenne ankommt

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Wer für eine Richtantenne nicht tief in den Geldbeutel greifen will, kann mit Hausmitteln allerhand Antennen selbst bauen: CD-Spindel, Aludeckel-Reflektor, Styropor-Yagi und viele andere Hausrezepte stehen im Internet. Doch eines der simpelsten und am leichtesten nachzubauenden Designs ist die Dosenantenne. Sie besteht lediglich aus einer Blechdose, einem eingesteckten Koppelstift und einer Anschlussbuchse für das Kabel zum Router.

Die nötigen Kleinteile fallen in die Kategorie „Pfennigkram“: N-Buchse, Befestigungsmaterial und ein Stück Kupferdraht.

Im Prinzip ist für die Dosenantenne jedes elektrisch leitfähige Metall geeignet. Hier lohnt ein Blick in die Haushaltswarenabteilung des Supermarktes oder gar in den Hausmüll: Kandidaten sind Nudeldosen, Konserven, Kaffeedosen, Verpackungen von Spirituosen der gehobenen Preisklasse und viele mehr. Der optimale Innendurchmesser liegt für 2,4 GHz-WLAN zwischen 84 und 92 Millimeter, mit leichten Einbußen bei Gewinn und Richtschärfe auch bis 111 Millimeter. Anders als in vielen Selbstbauanleitungen behauptet, kommt es nach unseren Erkenntnissen durchaus auf die Länge an. Da sich die gute Anpassung periodisch wiederholt, geben wir im Antennenrechner unten mehrere einige beispielhafte Maße an. Die Dosenlänge muss nicht präzise stimmen, erst wenn das Maß um mehr als zwei Zentimeter abweicht, sollte man die Säge ansetzen.

Antennenrechner: Maße für die Dosenantenne

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Eingabegrößen

Betriebsfrequenz f in GHz:

Dosendurchmesser D in mm:

Ergebnis

Da sich dieser Online-Rechner nicht gut zum Einkaufen mitnehmen lässt, haben wir in der Tabelle unten einige beispielhafte Maße zusammengestellt.

Kommt es auf Wetterfestigkeit und Haltbarkeit an, ist eine Dose aus Edelstahl oder Aluminium sinnvoll. Die Dosenwände sollten allerdings glatt sein und nicht etwa wie viele Konservenbüchsen Verstärkungsrippen haben. Dies gilt besonders für den Dosenboden, der vollkommen plan sein sollte. Andernfalls kommt es zu Streuungen und destruktiven Interferenzen der geführten Welle, was sowohl den Antennengewinn als auch die damit verbundene Richtwirkung verschlechtert.

Löcher und Schlitze in der Dosenwand hingegen sind kein Problem, solange ihre Größe unterhalb eines Zehntels der WLAN-Wellenlänge bleibt, also etwa einen Zentimeter bei 2,4 GHz. Im Zweifel schaffen eine Schicht Alufolie und Klebeband Abhilfe. Verstärkungsringe oder andere Metallteile, die in den Innenraum hineinragen, stellen jedoch erhebliche Störstellen dar und sind zu vermeiden.

Als besonders geeignet erweisen sich die Edelstahlhalter von Designer-WC-Bürsten. Wir kauften für unsere Selbstbauten beim nächsten Baumarkt ein, da wir die Dosen so vor Ort vermessen konnten. Ihre Maße sind selbst ohne Zuschnitt nahezu ideal: Der Innendurchmesser beträgt 91,5 mm und die Länge 240 mm. Die Resistenz gegen Wasser liegt bei dem Edelstahlständer in der Natur der Sache, als Antenne eignet er sich somit selbst für Außenanbauten. Da der Preis bei knapp über 20 Euro liegt, fällt er jedoch schon in die Kategorie "Luxus-Dose". In Internet-Shops finden sich ähnlich aussehende Modelle schon ab acht Euro.

Optimale Dosenmaße bei 2,45 GHz
Durchmesser Dosenlängen Abstand
76 231, 416, 601,… 93
78 194, 350, 506,… 78
80 172, 310, 449,… 69
82 157, 284, 410,… 63
84 146, 264, 382,… 59
86 138, 249, 360,… 55
88 132, 237, 343,… 53
90 126, 227, 329,… 51
92 122, 219, 317,… 49
94 118, 213, 307,… 47
96 115, 207, 299,… 46
98 112, 202, 291,… 45
100 109, 197, 285,… 44
alle Angaben in Millimeter

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