Baustelle

Worauf es beim Selbstbau einer leistungsfähigen Richtantenne ankommt

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Sieht man einmal von Router und Antennenkabel ab, die im guten Elektrofachhandel erhältlich sind, fallen die für die Dosenantenne benötigten Teile in die Kategorie Taschengeld: vier Befestigungsschräubchen mit Senkkopf und passenden Unterlegscheiben und Muttern, die 50-ohmige N-Buchse (nicht TNC) mit Flansch und ein Kabelrest aus einem Elektroinstallationskabel. Der abisolierte Draht sollte nicht dünner als ein Millimeter sein und muss in die Hülse an der N-Buchse passen. N-Buchsen mit Befestigungsmutter sind nur eingeschränkt für die Dosenantenne geeignet, da sie ins Doseninnere ragen und als Störstelle für die elektromagnetische Welle den Gewinn verringern.

Einkaufsliste

  • N-Einbaubuchse, 50 Ohm, für Flanschmontage
  • 1,5 mm2 (Querschnitt) Kupferkabel, etwa aus einem dreiadrigen NYM-Verlegekabel
  • Senkkopfschräubchen, 10 mm lang, maximal 3 mm Gewindedurchmesser
  • vier passende Muttern
  • Unterlegscheibchen, etwa 20 Stück

Für die verwendete N-Buchse sind fünf Bohrungen nötig: vier kleine für die Schrauben und eine große für die Einkopplung. Diese sollte möglichst genau dem Außendurchmesser der weißen Wellenführung der N-Buchse – zehn Millimeter bei der verwendeten Buchse – entsprechen, und zwar so, dass wie im Bild zu sehen der äußere Metallleiter möglichst sauber am Blech anliegt und so wenig wie möglich in die Dose ragt.

Den Lötkolben muss man nur für den Koppelstift aus Kupferdraht anheizen. Dieser muss mit dem Innenleiter der Buchse verbunden und auf die richtige Länge gekürzt werden.

Beim Bohren in das dünne Blech hat sich die Aufbohrmethode bewährt: Zuerst körnen Sie so genau wie möglich den Ort an, wo später der Kopplungsstift stehen soll. Den Abstand vom Boden im Inneren der Dose entnehmen Sie dem Antennenrechner. Beim Messen müssen Sie die Breite des Falzes am Dosenboden berücksichtigen.

Die erste Bohrung sollte mit einem möglichst kleinen Bohrer (2 mm) erfolgen. Er lässt sich gut in der Körnung (mit Hammer und Nagel) platzieren und leicht dort halten. Wenn man mit hohen Drehzahlen und geringem Druck arbeitet, ist das "Einfressen" des Bohrers in das dünne Blech eher unwahrscheinlich. So arbeitet man sich etwa in 2-mm-Schritten bis zum benötigten Durchmesser hoch. Das letzte Stück lässt sich bei Bedarf auch mit einer Rundfeile arbeiten.

Außer dem Koppelstift sollte nichts ins Doseninnere hineinragen. Andernfalls kommt es durch Streuungen und Reflexionen zu Verlusten. Dies war auch der Grund, Schrauben mit Senkkopf einzusetzen.

Als Koppelstift verwendeten wir den gestreckten Kupferdraht eines regulären, dreiadrigen Elektroinstallationskabels. Er muss an den Innenleiter der N-Buchse angelötet werden. Es ist wesentlich einfacher, erst zu löten und anschließend zu kürzen, anstatt den Draht direkt auf Länge zu schneiden. Diese muss einschließlich des herausragenden Teils des Buchseninnenleiters 30 Millimeter (ein Viertel der Wellenlänge der Betriebsfrequenz) betragen.

Außen zwischen Dosenblech und N-Buchse sorgen Unterlegscheiben für den richtigen Abstand. Der Metallzylinder um das weiße Dielektrikum der Buchse sollte genau auf Dosenblechhöhe abschließen und nicht in die Dose hineinragen. Wir verwendeten zwei Unterlegscheiben je Schraube. Die vier Schrauben sorgen auch für zusätzlichen elektrischen Kontakt zur Antennendose. Ist die Dose lackiert oder auf andere Weise beschichtet, muss mit Schmirgelpapier um die Bohrungen herum für elektrische Leitfähigkeit gesorgt werden. Sollte die Koppelbohrung zu groß ausfallen und der elektrische Kontakt zur Buchse fehlen, lässt sich mit eng zusammengeknüllter Alufolie zwischen Buchsenflansch und Dose nachhelfen.

Metallkragen und Dosenwand sollten auf gleicher Höhe abschließen. Zwei Unterlegscheiben sorgen für den richtigen Abstand zwischen Flansch und Blech.

Bei allen Arbeiten sollte man darauf achten, dass die Dose rund bleibt, da sich ihre Richtwirkung sonst verschlechtert.

Um die fertige Antenne an einem Halter zu montieren, sollte man keine zusätzlichen Schrauben durch die Wand bohren, denn ihre Köpfe würde im Innern Störstellen bilden. Für den Inneneinsatz genügt es in der Regel, die Dose mit Gewebeklebeband (Gaffer-Tape), Klettband oder großen Kabelbindern an einem Regal oder Regalhalter zu befestigen. Wetterbeständiger sind für die Außenmontage Regenrinnen-Schellen oder korrosionsbeständiges, beschichtetes Lochband.

Wenn die Antenne ihren Platz auf dem Dach finden soll, muss man sich noch um den Blitzschutz kümmern. Denn nur wenn der Mast fachgerecht an die Blitzschutzanlage angeschlossen ist, zahlt bei einem Schaden am Haus die Versicherung. Weniger problematisch ist die Montage an der Hauswand: Es genügt, wenn die Antenne mehr als zwei Meter unter der Traufe und höchstens einen Meter vor der Wand hängt. Das lässt sich leicht mit einem Wandhalter für Satellitenschüsseln umsetzen. In vielen Fällen genügt es jedoch, die Antenne im Innenraum an einem Fenster zu positionieren, auch wenn moderne beschichtete Fenster etwas Leistung kosten.

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