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Server-Restart-Tools für MacOS

Test & Kaufberatung | Kurztest

Es gibt viele Gründe, einen Mac pausenlos am Laufen halten zu wollen -- beispielsweise den Einsatz als Server. Leider können Programmabstürze den Dauerbetrieb empfindlich stören. Zwei Shareware-Tools entschärfen solche Vorfälle und machen sich damit um den ruhigen Nachtschlaf von Mac-Administratoren verdient.

Mac-Server gelten als brav. Dennoch machen auch sie ihren Admins gelegentlich Kummer durch Programmabstürze und Systemcrashs. Schuld daran ist teilweise das MacOS. Aufgrund des sehr behäbigen Multitaskings und modaler Dialogfenster blockiert das System nach einem Programmabsturz alle anderen Programme, sofern man den jeweiligen Dialog nicht von Hand quittiert. Die Kombination der Shareware-Tools Keep It Up (KIU) und AutoBoot von Karl Pottie schafft Abhilfe.

KIU sorgt dafür, dass Applikationen (etwa Webserver-, Demo- oder Kiosk-Programme) dauerhaft in Betrieb gehalten werden können und beobachtet zu diesem Zweck ihren Ablauf. Stürzt eine Applikation ab, kann KIU sie eine bestimmte Anzahl von Malen erneut aufrufen, bevor der programmierte Wächter das System frisch bootet. Wahlweise lässt sich für den Fall eines Absturzes ein sofortiger Rechnerneustart vereinbaren. Dieser kann auch zeitgesteuert zu einem vorgegebenen Termin erfolgen.

Die zu beobachtenden Programme legt man unter ‘KIU StartUp Items’ bei den ‘Preferences’ im Systemordner ab. Von dort startet KIU sie in alphabetischer Reihenfolge. Eine Applikation, deren Name mit dem Suffix ‘.1’ versehen ist, wird dauerhaft im Vordergrund gehalten. Wegen des veralteten Multitasking-Konzepts beim MacOS bedeutet dies einen spürbaren Performance-Gewinn für die betreffende Applikation. Zu beachten ist allerdings, dass sich im Startobjekte-Ordner des Systems keine Verweise auf die zu beobachtenden Programme befinden dürfen. KIU muss diese selbst hochfahren.

Zwei verschiedene Arten des Neustarts stehen zur Verfügung: Der ‘Clean Restart’ versucht zunächst, alle Programme zu beenden, um so Datenverluste zu vermeiden. Das mündet aber in dem Fall, dass eines der Programme einen modalen Dialog hervorbringt, in einer Endloswarteschleife. In der Praxis entscheidet man sich daher besser für den ‘Forced Restart’: Er startet den Mac ohne Rücksicht auf Verluste neu - dabei gehen auch nicht etwa zwangsläufig Daten verloren. In einer Log-Datei führt KIU alle auftretenden Fehler und Programm-/System-Neustarts auf und ermöglicht es so im Nachhinein, eventuell aufgetretenen Störfällen nachzugehen. Sehr nützlich ist auch die Möglichkeit, KIU als eine Art Minimal-Webserver zur Remote-Administration einsetzen zu können. Voraussetzung dafür ist eine eigene, statische IP-Adresse für den Mac, auf dem KIU läuft. Mittels eines Browsers auf einem entfernten System kann man sich dann die Log-Datei, die Systemauslastung sowie den noch freien Festplattenplatz anzeigen lassen, einen Reboot durchführen, Prozesse neu starten oder terminieren. Außerdem lassen sich alle Applikationen und AppleScripts, deren Alias-Verknüpfungen man im Ordner ‘KIU Weblaunch Items’ abgelegt hat, remote ausführen. Die gewünschten AppleScripts kompiliert man dazu als Applikation (mit der aktivierten Option ‘Kein Startdialog’). Ein Passwortschutz soll verhindern, dass Unbefugte KIU austricksen.

Für den Fall, dass der Mac bei einem Systemcrash komplett einfriert, springt das ‘Schwesterprogramm’ AutoBoot ein und bringt den Rechner wieder zum Laufen. Der einzige Nachteil besteht darin, dass man die MacOS-Ramdisk abschalten muss. (psz)


Keep It Up 2.3 und AutoBoot 1.6.5: Shareware für MacOS, je 22 US-$, Download unter http://www.vl-brabant.be/mac/

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