Warmjubeln

@ctmagazin | Editorial

Haben Sie es auch schon gehört? Windows 7 wird toll, richtig toll, genau so, wie ein Betriebssystem sein muss. Alle Welt ist begeistert und überall ...

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Haben Sie es auch schon gehört? Windows 7 wird toll, richtig toll, genau so, wie ein Betriebssystem sein muss. Alle Welt ist begeistert und überall pfeifen die Spatzen diese Einschätzung von den Dächern. Die microsoftschen Server sind unter dem Ansturm der Interessenten, die sich die Beta-Version installieren wollen, zeitweise in die Knie gegangen. So viele Anwender können nicht falsch liegen.

Erinnern Sie sich noch an die Anfangszeiten von Vista? Zu spät, zu langsam, zu wenig innovativ und dann noch ein - sagen wir mal - die falschen Assoziationen weckender Name. Ich sag nur Hasta la … Na ja, egal, auf alle Fälle wussten die Insider damals auch schon früh, das wird kein Erfolg, das will man nicht haben. Und sie sollten Recht behalten, die Vista-Verkäufe kommen immer noch nicht so richtig in Schwung, zumindest nicht bei den Kunden, die die Wahl haben.

Auf Windows 7, die hiesigen Kenner nennen es bereits liebevoll Windows Seven, können wir uns dagegen wirklich freuen. Es fühlt sich schneller an als Vista und nervt nicht dauernd mit Nachfragen, ob es dieses oder jenes tun darf. Kurzum, es macht alles besser als Vista. Es bringt sogar neue Funktionen mit: Der Windows Explorer hat virtuelle Ordner zum Zusammenfassen von Verzeichnissen gelernt. Eine Vorschau-Funktion macht es einfacher, den Inhalt verkleinerter Fenster zu erkennen. Programme dürfen Fortschrittsbalken langwieriger Aktionen nun auch in der Task-Leiste anzeigen. Noch viel mehr Neues gibt es, wie Sie ab Seite 18 nachlesen können.

Sie finden, das klingt mehr nach Windows Vista mit Service Pack 2 als nach einem neuen Betriebssystem? Bloß weil das System kaum anders als der Vorgänger aussieht? Sie glauben womöglich, dass Microsoft die schlechte Stimmung für Vista selbst verbreitet hat, um Windows 7 einen guten Start zu erlauben?

Nein, so einfach darf man sich das nicht machen. Klar, es wäre nicht billig geworden, die negative Grundhaltung der PC-Anwender gegenüber Vista umzudrehen. Aber Microsoft wollte einfach mal nicht die dicke Marketing-Maschinerie anwerfen, sondern das Produkt für sich selbst sprechen lassen. Chapeau, wie der Franzose sagt, für so viel Mut. Da Mund-Propaganda eine der wirkungsvollsten Formen der Werbung ist, sollten wir uns alle die positive Grundeinstellung gegenüber Windows 7 bewahren und nicht wieder ins Nörgeln verfallen, wenn uns mal wieder ein Fenster zu bunt anleuchtet oder eine Animation sinnlos erscheint.

Zum Glück müssen wir nicht mehr allzu lange auf das neue System warten. Es soll noch in diesem Jahr erscheinen, wahrscheinlich rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Die Zeit bis dahin hält das gute XP sicher noch durch, und falls nicht, Linux steht ja schon seit Jahren kurz vor dem Durchbruch auf dem Desktop.

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