Warten auf Windows CE

Personal Digital Assistants vor dem Umbruch

Trends & News | News

Schon seit der November-Comdex dürfen PDA-Freaks mit der US-Version von Microsofts jüngstem Betriebssystem Windows CE spielen. Das Spar-Windows für Westentaschen-Computer kommt aber hierzulande nicht richtig in Fahrt, weil die deutsche CE-Version nicht vor Jahresmitte zu erwarten ist. Dennoch sind die ersten (amerikanischen) CE-PDAs auf der CeBIT zu sehen.

Es scheint, als räumten die Konkurrenten freiwillig das Feld angesichts der Gefahr, daß Bill Gates den PDA-Markt im Handstreich nimmt. Corel verkündete im letzten Jahr noch, 1997 erstmals Hardware in Form eines RISC-PDAs mit in Java geschriebener Software für unter 500 US-$ anzubieten. Zur Jahreswende kam dann das Dementi - die Planung liegt nun auf Eis.

Sharp schien zur Comdex noch die CE-Herausforderung anzunehmen und stellte den ZR-3000 vor, den kleinen Bruder des Spitzenmodells ZR 5800 [1]. Die Firma setzt weiter auf ihr proprietäres Betriebssystem, liefert aber Word-, Excel- und Schedule-kompatible Software mit. Der ZR-3000 wird jedoch nach Angaben Sharps in Deutschland nicht verkauft.

Dabei ist es wirklich zu früh, um schon den Schwanz einzuziehen. Bis die CE-Geräte im deutschen Handel sind, werden noch einige Monate ins Land gehen, und ob sie ein Renner werden, steht auch noch in den Sternen. Ging Microsoft bei der Ankündigung von Windows CE noch davon aus, daß passende PDAs für etwa 800 DM zu haben sind, will etwa Philips seinen Velo 1 für satte 1800 DM einschließlich Docking-Station verkaufen. Außer dem Philips-Gerät können Messebesucher den MobilePro von Nec, den Cassiopeia von Casio, LG Electronics´ HPC und einen PDA von Hitachi testen.

Bei den Preisen werden sich manche sicher fragen, ob nicht auch ein herkömmlicher PDA für wesentlich weniger Geld ausreicht - schließlich lassen sich auch einige einfache PDAs sehr bequem mit großen PCs synchronisieren. Außerdem sind die üblichen PDA-Betriebssysteme ausgereift und stabil, was man von neu entwickelten Microsoft-Systemen bekanntlich nicht immer behaupten kann. Des weiteren sollte man sich vor dem Kauf eines CE-PDAs auch überlegen, ob man nicht lieber für einen kleinen Aufpreis ein ausgewachsenes Notebook kaufen soll, das in puncto Tastatur und Display deutliche Vorteile bietet.

Mit 16 MByte Hauptspeicher, schnellem Grafikchip und 810-MByte-Festplatte demonstriert das Gerät seinen Notebook-Charakter. Abmessung und Gewicht sprechen dagegen eine andere Sprache: Der Libretto bringt nicht einmal ein Kilogramm auf die Waage und ist so klein wie ein Taschenbuch. Dafür bietet der Zwerg ein 6 Zoll großes TFT-Farbdisplay und diverse Schnittstellen. Im Gegensatz zu den CE-PDAs läuft hier Windows 95 mit den üblichen Anwendungen.

Ob sich Toshiba damit im PDA-Markt etablieren kann, bestimmt nicht nur der Preis, der in Japan umgerechnet mehr als 3000 DM beträgt, sondern auch die Akku-Lebensdauer, die über der herkömmlicher Notebooks liegen soll, jedoch nicht die Laufzeit von PDAs erreicht. (ts/jr)

[#anfang Seitenanfang]


  • Microsoft: Halle 2, Stand D 02
  • Casio: Halle 1, Stand 7e 10
  • Hitachi: Halle 12, Stand A 10
  • LG Electronics: Halle 8, Stand C 36
  • Packard Bell Nec: Halle 12, Stand C 48
  • Philips: Halle 12, Stand D 48
  • Toshiba: Halle 12, Stand D49
Anzeige