Was Fedora 21 Neues bringt

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Die drei Varianten Workstation, Server und Cloud sollen das Fedora-Profil für verschiedene Einsatzgebiete schärfen. Der Gnome-Desktop läuft auf Wunsch auf dem designierten X11-Nachfolger Wayland.

Das Fedora-Projekt hat die Linux-Distributionen "Fedora 21 Workstation", "Fedora 21 Server" und "Fedora 21 Cloud" vorgestellt. Diese Einteilung in verschiedene Geschmackrichtungen ("Flavors") ist neu bei Fedora. Alle drei verwenden das gleiche Paket-Repository "Fedora 21 Base", beziehen daraus aber unterschiedliche Software – die Workstation-Ausführung etwa installiert den Gnome-Desktop, während die anderen beiden Ausführungen keine grafische Oberfläche einrichten.

Fedora 21 (10 Bilder)

Drei neue Varianten sollen die Distribution für unterschiedliche Einsatzgebiete schärfen.

Die Flavors, die das Fedora-Projekt als eine der wichtigsten Neuerungen bezeichnet, scheinen auf den ersten Blick nichts anderes zu sein als weitere Varianten, die es schon länger gibt – bei Fedora 20 etwa "Desktop Edition", "KDE Spin" und mehr als ein Dutzend anderer. Sie konnten sich bei der Basis-Konfiguration und einer Reihe anderer Eigenschaften aber nicht unterscheiden.

Die Flavors sollen jedoch größere Unterschiede ermöglichen. Diese sind bislang aber noch spärlich gesät. Ein Beispiel ist die Firewall-Konfiguration: Die Server-Ausführungen nutzt einen eher konservativen Ansatz und blockiert nahezu alle eingehenden Verbindungen. Die Workstation-Ausführung ist freizügiger und lässt User-Ports (1024 und höher) offen. Bei der Cloud-Ausführung ist hingegen gar keine Firewall aktiv, wie es bei generischen Cloud-Images oft der Fall ist.

Angedacht sind weitere und teilweise viel größere Unterschiede; so könnte die Workstation-Ausführung den NetworkManager zur Netzwerkkonfiguration verwenden, während jene für die Cloud vielleicht auf den schlankeren Networkd der Init-Software-Sammlung Systemd setzt, der weniger Möglichkeiten bietet. Die Flavors könnten auch eigene Repositories verwenden; auch Upgrade- und Wartungszyklen könnten sich unterscheiden, sodass Fedora Server vielleicht seltener erscheint als Fedora Workstation, dafür aber länger gepflegt wird.

Über solche Unterschiede zwischen den Flavors soll sich Fedora in unterschiedliche Richtungen entwickeln können, da die Entwickler einer Ausführung nun weniger Rücksicht auf die Belange der anderen nehmen müssen. Diese für Fedora neue Herangehensweise ist das Hauptresultat der "Fedora.next" genannten Umstrukturierung, an der das Projekt seit rund eineinhalb Jahren arbeitet und im Projekt-Wiki ausführlich erläutert.

Trotz der größten Umstrukturierung seit Jahren ändert sich für viele Anwender wenig, denn letztlich ist Fedora Workstation im wesentlichen eine aktualisierte Fassung der bisherigen Hauptvariante "Desktop Spin". Mit dem neuen Namen richtet die Distribution nun aber auch Entwicklerwerkzeuge wie Git standardmäßig ein. Wie sein direkter Vorgänger ist Fedora Workstation ein Live-Linux, aus dem heraus das System auf der Platte installiert werden kann.

Beim Start des Installations-Images vom Fedora Server hingegen erscheint direkt das Installations-Programm, das bislang bei der Installations-DVD von Fedora zum Einsatz kam. Anders als bei Fedora Workstation kann man hier über Paket-Gruppen die Software-Auswahl direkt beim Aufspielen beeinflussen. Die Gruppen enthalten aber vornehmlich für Server interessante Software; die Desktops von Gnome- und KDE-Projekt sucht man hier ebenso vergeblich wie viele andere Programmgruppen, zwischen denen man bei der Installations-DVD von Fedora 20 wählen konnte.

Die Cloud-Images von Fedora Cloud ähneln von der Ausstattung denen der Vorgängerversion; sie sind allerdings etwas kleiner, denn Fedora hat beim Kernel und an anderen Stellen einige Funktionen entfernt, die beim Cloud-Einsatz typischerweise überflüssig sind.

Zum Cloud-Produkt gehört der neu geschaffene "Fedora 21 Atomic Host" – eine Distribution, die speziell auf den Betrieb von Docker-Containern ausgelegt ist und einen Image-ähnlichen Ansatz beim Aktualisieren nutzt. Der Ansatz und die verwendeten Techniken sind die gleichen wie bei Red Hats Container-Betriebssystem Red Hat Enterprise Linux Atomic Host, das kürzlich in die Beta-Phase ging.

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