Wann bekomme ich das Fall Creators Update?

Windows 10 und das Creators Update

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Bei der Verteilung des Fall Creators Update will Microsoft vorsichtiger vorgehen als bei den ersten Ausgaben von Windows 10. Nach der Freigabe in Windows Update am 17. Oktober dürften es, wie schon beim Creators Update im vergangenen April, zunächst nur Anwender mit weit verbreiteter Soft- und Hardware bekommen. So will man verhindern, dass Anwender mit selteneren Konfigurationen wegen Treiberproblemen oder ähnlichem ins Messer laufen. Ob die Strategie in der Praxis aufgeht, werden wie gehabt allerdings erst die Wochen und Monate nach der Veröffentlichung zeigen.

Microsoft empfiehlt inzwischen stets, dass man warten soll, bis Windows Update eine neue Ausgabe des Betriebssystems von sich aus lädt. Wer nicht warten will und weiß was er tut, kann das Upgrade forcieren. Das Mittel der Wahl ist dafür das aktuelle "Media Creation Tool". Es kann wahlweise den PC, auf dem man es startet, direkt aktualisieren oder aber einen Installations-Datenträger für Windows 10 erstellen (nach Wunsch als ISO-Image-Datei zum Brennen einer Setup-DVD oder als bootfähigen USB-Stick).

Erstellt man solch ein Installations-Medium per Media Creation Tool, eignet es sich nicht nur für eine saubere Neuinstallation von Windows 10. Man kann damit auch ein vorhandenes Windows 10 aufs Fall Creators Update aktualisieren. Entscheidend dafür ist, den Stick beziehungsweise die DVD unter dem schon installierten, laufenden Windows einzulegen, im Datei-Explorer aufzurufen und das Programm setup.exe aus dem Hauptverzeichnis der Setup-DVD/des Stick zu starten.

In Windows 10 Pro und höheren Editionen lässt sich die Installation des Creators Update eine Zeit lang aufschieben: Ist in den erweiterten Update-Optionen die Funktion das "Branch-Bereitschaftsniveau" auf "Current Branch for Business" umgestellt, wartet Windows mit dem Download des Fall Creators Update, bis Microsoft es für den Unternehmenseinsatz freigegeben hat. Meist sind das zirka vier Monate. Zudem lässt sich unabhängig davon ein Wert für die Verzögerung in 1-Tages-Schritten einstellen. Gezählt wird ab dem Veröffentlichungsdatum der neuen Version, hier also ab dem 17. Oktober 2017.

Nach bisheriger Erfahrung gibt die viermonatige Verzögerung Microsoft genug Zeit, um einerseits Kinderkrankheiten einer neuen Ausgabe zu heilen, und andererseits auch Fehler auszubügeln, die beim Upgrade auf die neue Version auftauchen können. Patches, die Fehler während des Upgrade-Prozesses korrigeren, werden heruntergeladen und direkt ins Setup-Paket integriert, bevor die Installation der neuen Ausgabe überhaupt beginnt. Als Anwender bekommt man von diesen Updates nichts mit; Microsoft bezeichnet sie als "dynamische Updates".

Wer allerdings die Home-Edition von Windows 10 benutzt, sieht mit etwas Pech auch die Schattenseiten von "Windows as a Service". Dort lässt sich die Installation einer neuen Ausgabe nicht mit sinnvollen Methoden hinauszögern. Ein Stück weit spielen Home-Anwender also immer Betatester – sie liefern Erfahrungswerte in Form von Telemetriedaten, die den nötigen Feinschliff zum Release im Business-Kanal erst ermöglichen.

Die Systemvoraussetzungen für das Fall Creators Update entsprechen denen, die für Windows seit vielen Jahren üblich sind: Der RAM sollte mindestens 1 GByte (32 Bit) beziehungsweise 2 GByte (64 Bit) fassen, die Festplatte mindestens 16 beziehungsweise 20 Gigabyte groß sein (32- bzw. 64-Bit-Systeme). Letzteres kann man aber getrost als absolute Untergrenze ansehen: Viele preisgünstige Windows-10-Tablets haben 32 GByte Flash-Speicher, der schon arg knapp bemessen ist – spätestens für die halbjährlichen Feature-Upgrades muss der Speicher jedes Mal penibel aufgeräumt werden, damit der Upgrade-Vorgang hinreichend Platz hat.

Die Kompatibilität eines älteren PC mit Windows 10 hängt nicht nur an dessen Leistung, sondern auch an der Frage, ob es noch Treiber für die eingebaute Hardware gibt. Als Faustregel gilt: Windows 10 ist meistens kompatibel mit Rechnern, die mindestens mit Windows 7 verkauft wurden, also seit etwa 2010 gebaut wurden. Ausnahmen bestätigen die Regel. So erwiesen sich die einen oder anderen Mainboard-Chipsätze des Herstellers Nvidia als ungeeignet, in einigen Fällen fehlen Grafiktreiber. Auch USB-3.0-Zusatzchips etwas von ASMedia bereiten mit einer gewissen Regelmäßigkeit Probleme. Im Zweifelsfall hilft nur Ausprobieren – zum Beispiel mittels Parallelinstallation auf eine ausrangierte Festplatte oder in ein virtuelles Laufwerk. Wie Sie ein solches Zweit-Windows anlegen, beschreiben wir im Schwerpunkt Zweit-Windows mit einem Klick.

Bis zum 29. Juli 2016 konnten Anwender von Windows 7 und 8.1 kostenlos auf Windows 10 umsteigen – zumindest offiziell, denn faktisch ist der Wechsel zu Windows 10 auch mit dem "Fall Creators Update" noch gratis möglich. Microsoft bietet es allen an, die Hilfstechnologien für die Barrierefreiheit nutzen. Auf der dafür eingerichteten Website erklärt der Hersteller, dass das Angebot nicht auf bestimmte Hilfstechnologien beschränkt ist. Die Frage, wann man das Upgrade annehmen darf, lässt daher einen weiten Spielraum für Interpretationen zu: Im Prinzip reicht schon die gelegentliche Benutzung der Bildschirmlupe. Um einen PC direkt von einer älteren Ausgabe auf Windows 10 zu bringen, ist das Upgrade-Tool notwendig, das Microsoft auf der genannten Accessibility-Seite zum Download anbietet.

Wer gratis auf Windows 10 umsteigen und dabei lieber gleich sauber neu installieren will, braucht das Upgrade-Tool nicht. Der Grund: Auch bei der Installation von Windows 10 in Version 1709 lassen sich nach wie vor Lizenzschlüssel für Windows 7, 8 und 8.1 eintippen, um Windows 10 zu aktiveren. Bei Geräten, die mit Windows 8 oder 8.1 verkauft wurden, liegt der Lizenzschlüssel meist in der Firmware. In diesem Fall sollte das Setup den Schlüssel automatisch auslesen und gar nicht erst danach fragen.

Upgradefähig sind Lizenzen für Windows 7, 8 und 8.1 mit Ausnahme der jeweiligen Enterprise-Ausgaben. Im Detail heißt das: Windows 7 Starter, Home Basic und Home Premium, Windows 8, 8.1 und Windows 8.1 mit Bing werden auf Windows 10 Home aktualisiert. Wer Windows 7 Professional oder Ultimate oder Windows 8 Pro beziehungsweise 8.1 Pro verwendet, bekommt Windows 10 Pro.

In den Einstellungen unter "Update und Sicherheit / Aktivierung" heißt es bei Gratis-Upgrades, das System sei über eine digitale Lizenz aktiviert. Eine solche ist der Nachweis für die Berechtigung zum Gratis-Upgrade auf Windows 10. Sie besteht aus einer weltweit einmaligen Hardware-ID, also einer Art Hash-Wert, der offenbar vor allem über das Mainboard generiert wird, und dem Lizenzschlüssel des Windows 7 bzw. 8.1 – Microsoft verrät das nach wie vor nicht so genau, das Verhalten der Aktivierung von Windows-10-Gratis-Upgrades legt es aber nahe.

Die digitale Lizenz wird bei erstmaliger erfolgreicher Aktivierung von Windows 10 mit einer Alt-Lizenz auf Microsofts Aktivierungsserver gespeichert. Sie bewirkt, dass Windows 10 in der passenden Edition auf ein- und derselben Hardware auch ohne abermaliges Eintippen eines Lizenzschlüssels aktiviert werden kann. Nach der Installation bildet Windows 10 die Hardware-ID und schickt sie an den Aktivierungsserver. Meldet der zurück, dass für diesen PC schon eine digitale Berechtigung vorliegt, wird die Installation ohne weiteres Zutun aktiviert.

Ihre Fragen zu Gratis-Upgrade und Lizenzen

Gilt das Gratis-Upgrade-Angebot auch für Windows 7 Starter? Und für Windows 8.1 mit Bing?

Ja, beide können auf Windows 10 Home aktualisieren. Die starken funktionalen Einschränkungen von Windows 7 Starter fallen dabei weg – man bekommt ein vollwertiges Windows 10 Home.

Wenn ich mehrere Windows-8.1-PCs mit einem Microsoft-Konto verwende und alle Einstellungen über das Konto synchronisiere, löst ein Upgrade auf einem der PCs dann auch das Upgrade auf den anderen aus?

Nein. Damit ein Upgrade auf einem PC angestoßen wird, ist stets das Bestätigen der Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) für Windows 10 auf dem betreffenden Gerät nötig.

Bleibt meine Lizenz für Windows 7 oder 8.1 gültig?

Ja. Das Gratis-Upgrade rührt Ihre bestehende Lizenz für Windows 7, 8 oder 8.1 nicht an, prüft allerdings auf dem Aktivierungsserver ihre Gültigkeit.

Bekomme ich beim Gratis-Upgrade einen Lizenzschlüssel für Windows 10?

Nein.

Kann ich meinen Lizenzschlüssel für Windows 7, 8 oder 8.1 mit Windows 10 verwenden?

Ja, bislang funktioniert das, obwohl das Gratis-Upgrade-Angebot für die Allgemeinheit offiziell beendet ist.

Muss ich zwingend aus dem laufenden Alt-Windows heraus eine Upgrade-Installation ausführen, um später erfolgreich sauber neu zu installieren?

Nein, seit Windows 10 in Version 1511 ist das nicht mehr nötig. Sie können Windows 10 direkt sauber neu installieren und Ihren Lizenzschlüssel für Ihr vorhandenes Windows 7, 8 oder 8.1 eingeben.

Verschenkt Microsoft Lizenzen für Windows 10?

Nein. Verschenkt wird die Berechtigung, eine gültige Lizenz für Windows 7 oder 8.1 stattdessen für die Aktivierung von Windows 10 zu verwenden. Ihre vorhandene Lizenz des älteren Windows bildet die Grundlage dafür. Sie wird durch das Upgrade weder überflüssig noch ungültig.

Seit Version 1607 wird die digitale Lizenz automatisch mit einem Microsoft-Konto verknüpft, sobald man sich mit einem solchen an Windows 10 anmeldet. Das Ganze soll eine komfortable Neu-Aktivierung nach einem größeren Hardwaretausch ermöglichen. Eine Alt-Lizenz kann man unabhängig davon auch auf eine komplett andere Hardware portieren, da sich die alten Lizenzschlüssel nach wie vor zur Neuinstallation und Aktivierung von Windows 10 auf neuer Hardware verwenden lassen. Ob und wann Microsoft vor hat, das zu ändern, ist nicht bekannt.

Da es Windows 10 weiterhin als Gratis-Upgrade gibt, bleibt die Frage, ob man wirklich wechseln sollte. Viele Argumente für Windows 10 sind gleichzeitig Argumente dagegen: Etwa die Assistenzfunktion Cortana, die einerseits hilfreiche Hinweise zu Terminen und eine praktische Sprachsteuerung für einige Grundfunkionen bietet. Die andererseits aber nur dann sinnvoll funktioniert, wenn der Anwender ihr recht freizügige Zugriffsrechte auf persönliche Daten wie E-Mails, Kalender & Co. gewährt. Was für die einen eine liebgewonnene Unterstützung à la Siri oder Google Now ist, bleibt für die anderen ein Alptraum in Sachen Datenschutz.

Ähnlich verhält es sich mit Microsofts Update-Strategie: Der Installations-Zwang für die monatlichen Sicherheitsupdates hät die PCs zwar besser auf dem aktuellen Stand, doch hin und wieder kommen Downloads oder gar Neustarts zur Unzeit.

Auch der Treiber-Support ist ein zweischneidiges Schwert: Beim Wechsel auf Windows 10 verliert man möglicherweise den Support für ältere Hardware; speziell bei bei Peripheriegeräten wie Druckern und Scannern sieht es häufig mau aus. Wer dagegen neueste Hardware verwendet oder viel am PC spielt, bekommt mit Windows 10 einen zukunftssicheren Treiber-Support und exklusive Funktionen wie DirectX 12.

Auf die Frage, ob man mit Windows 10 wirklich besser bedient ist oder doch bei Windows 7 oder 8.1 bleiben sollte, gibt es deshalb keine allgemeine Antwort. Sie ist stattdessen eine Einzelfallentscheidung.

Ihre Fragen zu Datenschutz und Cortana

Wie unterbinde ich die Datensammelei?

Hilfreich ist dafür, sich nicht mit einem Microsoft-Konto an Windows 10 anzumelden, sondern ein lokales Konto einzurichten. Am besten schon während der Einrichtung des Systems: Dort, wo der Setup-Assistent Sie nach "E-Mail, Telefon oder Skype"-Kennnung fragt, klicken Sie untern links auf "Offlinekonto" und auf der darauf folgenden Seite auf "Später". Danach können Sie den Namen für ein lokales Benutzerkonto eingeben. Im weiteren Verlauf der Einrichtung beantworten Sie die Frage, ob Cortana Ihre Assistentin werden soll, mit "Nein" und deaktivieren auf der nachfolgenden Seite "Wählen Sie die Datenschutzeinstellungen für Ihr Gerät aus" alle Schalter.

Später können Sie auch in den Windows-Einstellungen unter "Datenschutz" alle Funktionen abschalten, die Sie Microsoft nicht erlauben möchten – oder einzelne Funktionen wie die Standortbestimmung falls nötig wieder einschalten.

Kann ich Cortana und die Web-Suche in der Taskteiste ganz ausschalten?

Ja. Dafür ist ein kleiner Eingriff in die Registry nötig. Um ihn vorzunehmen, können Sie unsere Datei CortanaGehWeg.zip herunterladen und entpacken. Welche der beiden .reg-Dateien Sie dann doppelklicken, ist Geschmackssache: "CortanaGehWeg-NurDieserBenutzer.reg" schaltet Cortana und Web-Suche nur für den gerade angemeldeten Benutzer ab (Eintrag erfolgt in HKEY_CURRENT_USER). Die Variante "CortanaGehWeg-Systemweit.reg" legt die Funktionen für sämtliche Benutzerkonten lahm, auch für welche, die später noch hinzukommen (Eintrag erfolgt in HKEY_LOCAL_MACHINE).

Nach einem Neustart des PC sollte eine Eingabe ins Suchfeld der Taskleiste nur noch eine lokale, also auf Ihren PC begrenzte Suche anstoßen.

Ist Cortana auf dem Desktop überhaupt sinnvoll?

Kommt drauf an. Ihr Desktop-PC kann Ihren Standort zwar nicht auf Schritt und Tritt erfassen und auch nicht als Navigationshilfe im Urlaub dienen, doch immerhin funktionieren auch die Benachrichtigungen zu Terminen und Co. mit der Desktop-Cortana. Bedenken Sie auch, dass die Nutzung von Cortana besonders dann sinnvoll ist, wenn Sie die Assistentin auch auf Ihrem Smartphone verwenden.

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