Webgefährte

AvantGo - WWW-Offline Reader für den PalmPilot

Test & Kaufberatung | Kurztest

Veranstaltungskalender, Fahrplan oder Kinoprogramm aus dem Web laden und mitnehmen - eine ideale Symbiose zwischen PC und PalmPilot. Bisher war es allerdings recht umständlich, Web-Seiten auf den PalmPilot zu übertragen. AvantGo-Benutzer müssen hierzu nur auf den HotSync-Knopf drücken.

Für den PalmPilot stehen Synchronisationsmechanismen zu den verschiedensten Anwendungen bereit: Seien es Outlook-Mails oder Lotus-Notes-Datenbestände - wenn sich Dateien nicht mit den Pilot-eigenen Mitteln synchronisieren lassen, gibt es in der Regel Produkte von Drittanbietern, die diese Aufgabe übernehmen.

Web-Seiten auf dem Pilot mitzunehmen war bislang jedoch umständlich. Zwar besitzt der Browser Handweb die Möglichkeit, mit seiner Funktion 'Autoload' HTML-Seiten komfortabel mit dem Pilot zu synchronisieren. Dazu muß der Pilot jedoch eine IP-Verbindung ins Internet besitzen. Besitzern älterer Pilots, die keinen TCP/IP-Stack besitzen, bleibt der Weg ins Web völlig versperrt.

AvantGo löst diese Probleme sehr elegant. Das Programm besteht aus zwei Teilen: Die Desktop-Komponente für Windows lädt beim HotSync die gewünschten Seiten aus dem Internet, konvertiert und komprimiert sie für die Client-Komponente, die auf dem Pilot läuft. Da das Programm für die Übertragung auf den Pilot die Standard-HotSync-Mechanismen benutzt, ermöglicht es auch Benutzern von Pilots älterer Bauart, im Web zu surfen. Je nach Internet-Verbindung und Anzahl der zu ladenden Dateien kann der HotSync allerdings einige Minuten dauern.

Der AvantGo Desktop läuft unter Windows 95 beziehungsweise NT 4.0. Obwohl der Hersteller Windows 98 nicht als Plattform für das Programm angibt, funktionierte es in unseren Versuchen auch dort. Die Desktop-Komponente bietet alle Optionen, die man von einem einfachen Offline Reader beziehungsweise Push Client erwartet. AvantGo verwaltet WWW-Seiten in sogenannten Kanälen. Diese bestehen aus einem Startdokument und den von dort aus referenzierten Seiten - eine einstellbare Zahl von Ebenen. AvantGo kann Seiten auch von paßwortgeschützten Sites, vom lokalen Rechner und einem lokalen Netz laden.

Der Benutzer legt fest, ob AvantGo Bilder mitkopieren und Verweisen folgen soll, die von der Start-Site wegführen. Die Option 'Keep Up To Date' legt fest, ob AvantGo einen Kanal bei jedem HotSync aktualisiert. Wichtig beim knappen Speicherplatz des Pilot: Für jeden Kanal läßt sich eine Maximalgröße (in KByte) festlegen. Als Starthilfe bietet der Hersteller eine Reihe von vorkonfigurierten Kanälen zur Auswahl. Diverse Sites wie die CNet News oder die Online-Ausgabe der New York Times bieten speziell auf AvantGo zugeschnittene kostenlose Kanäle.

AvantGos Client unterstützt neben GIF- und JPEG-Bildern viele HTML-3.2-Tags inklusive Tabellen. Das Programm beherrscht allerdings weder Forms noch Frames, mit

 formatiertem Text, Image Maps und Cookies. Wie der abgebildete Screenshot zeigt, sollte man von der Darstellung auch derjenigen Elemente nicht zu viel erwarten, die AvantGo beherrscht. 




Trotz seiner Einschränkungen ist AvantGo das Programm, auf das viele sicherlich schon lange gewartet haben. Endlich ist das Herunterladen von Web-Seiten so einfach wie der Abgleich von Terminen zwischen Desktop und Pilot. Obwohl der Preis von AvantGo mit knapp 50 Dollar hart an der Schmerzgrenze liegt, wird das Programm wohl viele Freunde finden. Bleibt zu hoffen, daß der Hersteller die Desktop-Komponente auch auf andere Plattformen portiert. (jo)


<hr noshade size="1" />


<strong>AvantGo 1.0</strong> (AvantGoSetup11e.exe, Shareware, 49,95 US-$) gibt es auf http://avantgo.com/frontdoor/ und in der c't-Mailbox.
Anzeige