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Rettet die Verben!

Trends & News | Web-Tipps

www.soviseau.de/verben

Nach Darwin überleben die Starken, und die Schwachen sterben aus. Nur die Spezies der deutschen Verben scheint Darwins Gesetz der natürlichen Auslese zu widerlegen: Da gewinnen die Schwachen mehr und mehr die Oberhand, und die Starken geraten in Vergessenheit. Der beschämende Grund: zu viel Bürokratie und Bequemlichkeit im Oberstübchen, denn saugen - sog - söge zu memorieren kostet wesentlich mehr Gehirnschmalz als das schwach flektierende saugen - saugte - würde saugen.

Höchste Zeit also, der Gesellschaft zur Stärkung der Verben beizutreten, damit Deutschland nach dem wirtschaftlichen Niedergang nicht auch noch sprachlich in die zweite Liga absteigt. Feiern - firr - firre oder grübeln - grolb - grölbe heißen die Vorschläge, die momentan im Web heiß diskutiert werden. In Berlin soll übrigens das „Café zum starken Verb“ kurz vor der Gründung stehen, und wer dort seinen Café mit starken Verben bestüllte, bezählte nur die Hälfte, heißt es. Und nach spätestens fünf Jahren können wir uns wieder beruhigend auf die Schulter klopfen und befriedigt seufzen: Deutsche Sprache, schwere Sprache. Auch eine Möglichkeit, die Globalisierung zu bekämpfen. (ku)


www.m-w.com

Seltenen, nahezu unbekannten englischen Vokabeln rückt man im Online-Alltag unter anderem mit dem Merriam-Webster auf den Leib. Besonders bei komplizierten Texten verspricht die übliche Mut-zur-Lücke-Strategie keine Aussicht auf Erfolg, vor lauter Lücken sieht man dann irgendwann den Textsinn nicht mehr, und wer weiß schon auf Anhieb, was „sylph“ (grazile Frau), „ardel“ (Shakespeare: Bürde, Last) oder „nebbish“ (armer Tropf) bedeuten?

Die Übersetzerfunktion des Webster kostet nichts, nur ein bis zwei Sekunden Zeit. Danach ist man nicht nur schlauer, sondern wird auch auf Webseiten und Zeitschriftenartikel verwiesen, die das gesuchte Wort verwenden. Aus mehreren Worten bestehende Ausdrücke findet die Suchmaschine nicht in jedem Fall: „to call it a day“ (Feierabend machen) wird erklärt, die Suche nach „a face as long as a fiddle“ (ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter) aber läuft ins Leere. Außerdem erzählt die Site interessante Histörchen zur Sprachgeschichte des Englischen, verlinkt auf Internet-Kurse unter anderem über Business English und Creative Writing, erweitert den Sprachschatz seiner Leser durch das „Word of the Day“ und vieles mehr. (ku)


www.findmybook.de

Günstige Angebote für neue, vergriffene und fremdsprachliche Schmöker macht die Büchersuchmaschine findmybook ausfindig. Der digitale Bücherwurm wühlt sich dafür durch die Datenbanken von über 30 Online-Shops, darunter die üblichen Verdächtigen wie Amazon, Abebooks, booxtra, antbo oder ZVAB; aber auch das FNAC in Paris und Barnes&Noble sind mit von der Partie. Sollte das gedruckte Objekt der Begierde gerade bei eBay versteigert werden, dann verrät findmybook außerdem, wann die Auktion zu Ende geht. Preisangaben und Infos über den Zustand antiquarischer oder gebrauchter Bücher helfen bei der Kaufentscheidung. Bei Bedarf erkundigen sich die Macher der Seite auch nach Mengenrabatten. (ku)


hoeren.zeit.de

Hörbücher erlebten in den letzten Jahren einen unerwarteten Aufschwung, lassen sich damit doch ungewöhnlich lange Rotphasen vor Ampeln sinnvoll nutzen, und der zwar schweißtreibende, aber mental anspruchslose Waldlaufpfad gerät unversehens auch zum Gehirnjogging-Parcour. Die erste Hörzeitung hob jetzt das Hamburger Wochenblatt DIE ZEIT aus der Taufe und die Hörproben, ausgewählte Artikel aus den Ressorts Aktuell, Politik, Wirtschaft, Leben und Reisen, Wissen und Feuilleton, kosten nichts. Fast macht das Hören mehr Spaß als das Lesen, setzt der Sprecher doch auch durch die Betonung Akzente. Die Audio-Streams gibt es im Windows-Media-Format, als MP3 oder Real Audio. Die MP3s bringen es auf recht ordentliche 96 KBit/s, für einen Sprechvortrag mehr als ausreichend. (ku)


http://wiki.uni-konstanz.de/wiki/bin/view/Wireless/WirelessLAN

Anfänger in Sachen WLAN werden sich möglicherweise für das „War Driving“, die systematische Suche nach Funkzellen, interessieren. Dabei kommt eine spezielle Software zum Einsatz, die Funkzellen automatisch aufspürt, die Position per GPS festhält und andere Informationen wie MAC, SSID oder WEP protokolliert, während man mit dem Auto durch die Stadt fährt. Auch die Kostenschätzungen für den Aufbau eines WLAN geben wichtige Anhaltspunkte.

Fortgeschrittene Netzwerker finden die Chipsatz- und die Kartenliste nützlich. Stephan Pietzko von der Uni Konstanz hat seine WLAN-Seiten als Wiki organisiert, das heißt jeder Besucher kann jede Seite ändern und Wissenswertes hinzufügen, ohne sich vorher um Passworte und Schreibrechte kümmern zu müssen. (ku)


www.eventax.de

Die Idee, eine Veranstaltungssuchmaschine zu entwickeln, kam Matthias Jaekle nach einem Praxissemester im Silicon Valley. Zwar gibt es schon viele Suchroboter im Web, die meisten liefern aber zu viele Treffer, wenn es um ganz spezielle Recherchewünsche geht. Jaekles Software durchstreift die Tiefen des Internet nach den drei Hauptkriterien Datum, Ort und Zeit. „Und natürlich gehört eine Jahreszahl dazu, sonst findet die Suchmaschine auch Veranstaltungen, die schon vor Jahren stattgefunden haben“, betont Jaekle. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung war von dem Projekt so angetan, dass es den Jungunternehmer mit 20 000 Euro unterstützte.

Jaekle will mit der von ihm programmierten, erfolgreichen Engine noch weitere Spezialsuchmaschinen entwickeln. Zurzeit kann man die überregionale Veranstaltungsdatenbank auf eventax.de nach den Kriterien Postleitzahl, Umkreis in Kilometern und Zeitraum durchforsten oder im alphabetisch sortierten Ortsverzeichnis nachschlagen. (ku)


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