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Flash Mobs

Trends & News | Web-Tipps

http://flashmob.twoday.net

Ein neuer Gesellschaftsspaß geht um die Welt: An einer Straßenecke in Brasiliens Metropole Sao Paulo zogen sich rund 100 Leute plötzlich ihre Schuhe aus, klopften damit mehrmals auf dem Bürgersteig und gingen danach wieder ihrer Wege, nicht ohne die Schlappen wieder anzuziehen. Vielleicht wollten sie damit für breitere Bürgersteige demonstrieren, denn Medienkritiker trauen den spontanen Mini-Demos durchaus sozialkritisches Potenzial zu. Ohnehin waren Steine schmeißen und Randale, die gerne mit dem Pathos der Revolution verklärten Kulturtechniken der 70er- und 80er-Jahre, im Laufe der Zeit obsolet geworden. Mit Hilfe des Internet eignen sich die Kids das kleine Einmaleins des Bürgerprotests auf neue Weise an. Gerüchten zufolge wollen beim nächsten US-geführten Krieg gegen einen bekannten Schurkenstaat hundert Verwegene George W. Bush vor dem Weißen Haus mit Wasserpistolen „erschießen“.

„La Ola“ hat mittlerweile auch Deutschland erreicht: Rund 50 Menschen hüpften und tanzten auf dem Potsdamer Platz um einen bunten Regenschirm herum. Nach fünf Minuten war der Spuk vorbei. Verabredet hatten sich die Berliner Express-Demonstranten über flashmob.twoday.net, dem deutschsprachigen, nach Städten aufgeschlüsselten Flash-Mobbing-Portal mit vielen Vorschlägen zum Selbermachen: Den Papst mit aufgeblasenen Kondomen beschmeißen, Beate-Uhse-Kunden am Eingang mit 20 Kameras gleichzeitig fotografieren ... (ku)


http://nuremberg.law.harvard.edu

Die „Harvard Law School Library“ hat damit begonnen, ihre mehr als eine Million Seiten umfassenden Dokumente über die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zu digitalisieren und ins Web zu stellen. In einem ersten Schritt stellen die Bibliothekare aus Harvard Gerichtsprotokolle, Dokumente und Beweismaterialien der Gerichtsverfahren 1, 2 und 4 ins Internet, darunter auch der sogenannte Doktorprozess, der die perfiden Experimente der Nazimediziner an Lagerinsassen und Kriegsgefangenen untersuchte. Der Beweisfundus enthält auch Fotografien der Originalbriefe in deutscher Sprache. Eine Suchmaschine hilft interessierten Laien und Fachwissenschaftlern bei der Beantwortung ihrer Fragen. (ku)


www.wisia.de

Das Bundesamt für Naturschutz hat seine Internet-Datenbank mit rund 85 000 Einträgen zu geschützten Tieren und Pflanzen überarbeitet. Suchen kann man nach umgangssprachlichen Namen und den lateinischen Fachausdrücken. wisia.de fahndet dann nach den entsprechenden Stellen in der Bundesdatenschutzverordnung, dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), der FFH- und der Vogelschutzrichtlinie (VSR), der EG-Verordnung 338/97 und dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA). (ku)


www.c-lab.de/report

Einen kostenlosen 13-seitigen Kurzführer durch die Welt der Open-Source-Portale stellt C-Lab, die IT-Werkstatt von Siemens und der Universität Paderborn, ins Web. C-Lab hat sich PHPNuke, PostNuke, Jetspeed, PHPortel und Savannah herausgepickt und bewertet die Funktionalität, beschreibt die Tücken der Implementierung und die technischen Voraussetzungen. Der zwischen Wirtschaft und Wissenschaft angesiedelte „Think Tank“ will „neueste wissenschaftliche Erkenntnisse so schnell wie möglich in bedarfsgerechte Lösungen und Anwendungen mit hohem Nutzwert umsetzen“. Daniela Krause untersucht in ihrer 151-seitigen Studie „Die interkulturelle Zusammenarbeit in virtuellen Kooperationen“, Ulrich Bretschneider studiert den europäischen Markt für Video-on-Demand und Wolfgang Thronicke stellt kurz und knapp auf 17 Seiten das .NET-Programmierkonzept vor. Wer sich für die kostenlosen Studien interessiert, muss seine E-Mail-Adresse preisgeben und erhält dann die Dateien im PDF-Format zugesandt. (ku)


www.reviewsofbooks.com/cosmopolis

www.perlentaucher.de/buch/14961.html

Eric Packer, arroganter Fiesling und Multimilliardär, verlässt sein mit 48 Zimmern recht geräumig ausgestattetes Appartement in Manhattan, um sich bei seinem Lieblingsfriseur die Haare schneiden zu lassen. Auf dem Weg dorthin begegnen ihm die wichtigsten Ingredienzien des amerikanischen (Alb-) Traums. Don Delillo, zusammen mit Thomas Pynchon einer der Überväter der postmodernen, amerikanischen Avantgarde-Literatur, hat mit Cosmopolis seinen neuen Roman vorgelegt, mit gut 200 Seiten ein eher kurzes Opus, vergleicht man es mit Underworld oder dem Pynchon-Klassiker Gravities Rainbow. In den US-Medien erhielt der neue Delillo jedoch gemischte Kritiken. Wer ausprobieren will, ob seine Englischkenntnisse und sein Interesse für die Lektüre des Originals ausreichen, versuche sich an der Leseprobe im Houston Chronicle auf reviewsofbooks.com/cosmopolis. Der Kaufpreis spricht jedoch eindeutig für die deutsche Übersetzung, die der Kölner Verlag Kiepenheuer und Witsch für 16,90 Euro auf den Markt bringt. Das englische Original bei Scribner kostet 25 US-Dollar. (ku)


www.dwd.de/warnungen

Lange Dürreperioden, Waldbrände und Überschwemmungen wie das Oder-Hochwasser im letzten Jahr hat der Deutsche Wetterdienst zum Anlass genommen, sein Angebot zu erweitern. Nach einer Testphase wollen die Wetterfrösche die Bevölkerung bis zu sieben Tage im Voraus vor extremer Thermik, die Bäume auf den Kopf stellt, Blitzschlag, Hochwasser und Glatteis warnen, sodass man noch rechtzeitig die Fensterläden schließen kann. Dazu war es auch nötig, die Warnkriterien der neuen Wetterlage anzupassen. Eine übersichtliche, nach Gefahrenpotential eingefärbte Deutschlandkarte ruft die Bewohner der betroffenen Bundesländer und Regionen dazu auf, geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. (ku)


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Stephan Ehrmanns Surftipps für Mac-User
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