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Trends & News | Web-Tipps

www.netvibes.com
www.pageflakes.com
www.drweb.de/weblog/weblog/?p=524

Im Web-2.0-Hype erleben Portale eine Renaissance - eine Site-Gattung, die man, von wenigen Ausnahmen wie Yahoo abgesehen, aussterbend wähnte. Anders als die klassischen Portale, die den Benutzer nur eine vorgegebene Auswahl von Informationsquellen nutzen lassen, geben ihm die neuen Pendants wesentlich mehr Freiheit.

In c't 1/06 auf Seite 178 erwähnten wir bereits Netvibes. Ein weiteres gutes Beispiel ist Pageflakes. Der Benutzer kann dort seine Startseiten mit Inhaltsmodulen der verschiedensten Art und Herkunft füllen. Diese so genannten Flakes lassen sich beliebig auf der Seite anordnen. Der Dienst stellt eine ganze Reihe von Beispiel-Flakes bereit, etwa ein Adressbuch oder einen Taschenrechner.

Etliche Flakes betten Inhalte anderer (Web-2.0-)Dienste ein, zum Beispiel die bei Writely gehosteten Dokumente, Flickr-Bilder, del.icio.us-Bookmarks, Gmail-Nachrichten oder bei der Online-Festplatte box.net gespeicherte Dateien. Web-Entwickler können eigene Flakes entwickeln und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Auch beliebige RSS-Feeds lassen sich anzeigen. Will der Anwender einen Feed abonnieren, gibt er nur seine URL an; komplette Feed-Listen importiert der Dienst per OPML. Pageflakes zeigt nur die Schlagzeilen an; fährt der Benutzer mit der Maus darüber, erscheint der Anfang des Nachrichtentexts als „Bubble Help“. Pageflakes ist derzeit werbefrei, die Nutzung des Dienstes kostenlos. Eine Übersicht über weitere Startseiten hält das Blog von Dr. Web bereit. (jo)

www.eg.nsdok.de

Wie war das eigentlich, damals in der Nazi-Zeit? Gab es Freizeit jenseits der staatlichen Jugendorganisationen? Wie sahen die Straßenkämpfe in den frühen Dreißigerjahren aus? Gab es NS-Spitzel an der Universität? Erlebte Geschichte, eine Art kollektives Gedächtnis in Form eines Videoarchivs, will solche und ähnliche Fragen beantworten. Die Erinnerungen von Kölnern, welche die Zeit des Nazi-Regimes miterlebt haben, sind nun im Netz abrufbar.

Unter www.eg.nsdok.de ist eine Art virtuelles Museum entstanden. Verantwortlich dafür zeichnet unter anderem das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Herzstück des Projekts sind rund vierzig Interviews mit Zeitzeugen. Die Videos sind in Sinnabschnitte unterteilt, die einzeln angesteuert werden können. Zur Ergänzung des Erzählten steht zusätzliches Material zur Verfügung, wie zum Beispiel private Fotos oder Dokumente. Ein umfangreiches Glossar, zum Teil bebildert und durchgängig mit Quellenhinweisen versehen, informiert über die historischen Hintergründe.

Besonders pfiffig: Das Videoarchiv läßt sich sowohl nach konkreten Ereignissen als auch nach Themengebieten durchsuchen. So ist es zum Beispiel möglich, gezielt zu vergleichen, wie unterschiedlich die Menschen den Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 erlebten oder welche Erfahrungen sie während ihrer Zeit in der Hitlerjugend machten. Lokalpatrioten und solche, die es werden wollen, können auch nach Erzählungen aus einzelnen Stadtteilen suchen. (Inga Rapp/hob)

www.ipdb.org
www.flippersammlung.de
www.automatenmagazin.de/flipperautomaten

Seit 1947 gibt es die Flipperautomaten in der heute bekannten Bauweise. Die zunächst einfachen Geräte wurden im Laufe der Jahrzehnte immer weiter aufgerüstet - bis sie in den 90er Jahren zu High-Tech-Monstern mutierten. Einen umfangreichen Blick in die Geschichte erlaubt die Internet Pinball Machine Database. Unter knapp 5000 verschiedenen Spieltischen mit rund 30 000 Bildern lässt sich das Lieblingsspielgerät aus Jugendzeiten ausfindig machen.

Eine Flippersammlung steht in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber. Die von Enthusiasten zusammengetragene Kollektion ist auf der Website ausführlich dokumentiert. Sie bietet zahlreiche großformatige Fotos der Exponate und von der Restaurierung alter Schätze. Die Flipper lassen sich nach Voranmeldung besichtigen und spielen.

Viele Geräte vor allem aus den 60er Jahren finden sich auf den Seiten des Automatenmagazins. Umfangreiche Beschreibungen und zahlreiche Fotos zeigen die Liebe zum Detail bei den Konstrukteuren der Flipperautomaten. Die Texte enthalten jede Menge Geschichten rund um die bunten Kästen und deren Entwickler. (uma)

www.informatikjahr.de/algorithmus

Wie sortiere ich am besten die Bücher in meinem Regal alphabetisch nach Autor? Wie findet man aus einem Labyrinth heraus, und geht das auch im Dunklen? Welches ist eigentlich der kürzeste Weg von der Mensa zum Rechenzentrum? Anhand solcher Fragen stellen Informatiker jede Woche einen klassischen Algorithmus vor, um für das Informatikjahr 2006 zu werben. Die anschaulichen Erklärungen setzen kaum Informatikkenntnisse voraus, können aber vielleicht auch erfahrenen Programmierern Entfallenes ins Gedächtnis rufen. Wie ging das doch gleich mit Dijkstra und den kürzesten Wegen? (bo)


Die Websites aus c't 10/2006
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