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Trends & News | Web-Tipps

www.23hq.com
www.ipernity.com
www.webshots.com
www.bayimg.com
www.photocase.de
http://view.stern.de
www.augensound.de

Mit seinem vorauseilenden Gehorsam in Sachen Jugendschutz hat sich der Foto-Austauschdienst Flickr bei vielen seiner Anwender gehörig in die Nesseln gesetzt. Die Konkurrenz des Web-2.0-Giganten wittert Morgenluft, denn trotz eines Teilrückziehers von Flickr verloren viele Anwender das Vertrauen in den Dienst.

Als neue Heimstatt für obdachlose Flickr-Kollektionen bietet sich zum Beispiel 23 an. Die dänische Site ließ sich, vorsichtig ausgedrückt, vom amerikanischen Vorbild inspirieren. Offenbar fühlen sich dort einige ihrer ehemaligen Nutzer wohl, denn eine der populärsten Benutzergruppen heißt „Flickr Exile“.

Auch Ipernity lehnt sich eng ans US-amerikanische Vorbild an - und profitiert von dessen Fauxpas: Die Betreiber stellen sogar ein Greasemonkey-Skript für Firefox bereit, mit dem man seine Bilder von Flickr holen kann. Das Schwergewicht liegt auf den Mitglieder-Seiten, was dem Dienst Blog-Charakter gibt.

Webshots ist schon länger am Markt als Flickr. Hinter der etwas unübersichtlichen Oberfläche verbergen sich angeblich 400 Millionen Fotos. Allerdings konnte der CNET-Ableger hierzulande nie recht Fuß fassen und ist sicher keine Alternative für zensurbesorgte Flickr-Anwender - die Richtlinien in Sachen Familienfreundlichkeit sind bei Webshots nämlich noch viel strenger.

Das genaue Gegenteil bietet das radikal zensurfreie BayImg, das mit dem schwedischen Filesharing-Dienst Pirate Bay verschwägert ist. Jeder Internet-Anwender kann hier ohne Anmeldung Bilder hochladen und etikettieren, die dann in einer großen Tag-Wolke erscheinen - das ist alles. „Es gibt diesen Mythos, dass Redefreiheit eine nette, bequeme Idee ist, aber das stimmt nicht. Sie ist lästig, erschreckend und manchmal sogar gefährlich“, schreiben die Macher in den FAQ. Die Bilder bestätigen das: Harmlose Privatfotos sind in der Minderheit; offensichtlich geklaute Bilder, antisemitische Propaganda und teilweise üble Pornos machen die Site nicht nur für Eltern und Jugendschützer zum Alptraum. Zumindest liefert sie ein Stimmungsbild aus den Abgründen des Menschlichen.

Eine Reihe von Angeboten dient sich den ambitionierten Fotokünstlern an. Zählt man nicht zu diesen, kann man sich immer noch an den schönen Bildern freuen, die beispielsweise Photocase ausstellt. Die Site gilt als Treffpunkt von Fotoprofis und solchen, die gerne welche wären. Die meisten Benutzerkommentare erschöpfen sich in „sehr schön!“, aber manchmal ergeben sich auch substanziellere Diskussionen.

Um die gleiche Zielgruppe buhlt auch View. Der Stern-Ableger lockt Fotografen mit der Chance auf eine Veröffentlichung in der monatlich erscheinenden Zeitschrift.

Eine Ecke kleiner ist Augensound. Dort beschränkt man sich nicht auf Fotos, sondern bietet auch Pixelzauberern ein Forum, die Fotos verfremden und mit 3D-Renderern, Zeichenprogrammen oder ganz klassisch mit Pinsel und Farbe digitale Kunstwerke erschaffen. Die Spannbreite an Qualität ist beträchtlich, aber bemerkenswerte Bilder wird man dort allemal finden. (heb)

www.routerpasswords.com
www.phenoelit.de/dpl/dpl.html

Der Router ist der VW Käfer unter dem PC-Zubehör: Er läuft und läuft und läuft. Doch irgendwann kommt der Tag, an dem sich die Netzwerkkonfiguration ändert oder eine neue Firmware eingespielt wird. Und plötzlich verstellt eine Passwortabfrage den Weg ins Konfigurationsmenü: Du kommst hier nicht rein! Damals, beim Einrichten, hatte man das Default-Passwort genutzt. Es stand im Handbuch oder auf einem Beipackzettel, doch die sind weg, wahrscheinlich vom Hund gefressen.

Sollte nun wirklich ein Anruf bei der teuren Service-Hotline des Herstellers notwendig werden? Mit etwas Glück nicht, denn die Betreiber der Websites Routerpasswords und Phenoelit haben die selten gebrauchten und oft vergessenen Passwörter zur umfangreichen Liste beziehungsweise Datenbank zusammengetragen. Ganz Hilflose finden dort auch das Protokoll, über das die Konsole eines Routers erreichbar ist.

Wer nun einwendet, dies seien Fundgruben für Einbrecher und Schnüffler, dem sei geraten, das Default-Passwort seines Routers schleunigst zu ändern. Das neue sollte er aber sorgfältig notieren und nicht beim Hundefutter aufbewahren. (ad)

http://ikeahacker.blogspot.com

Im Computer-Sprech bedeutet Hack „schlampig programmiert“. Das Wort kann aber auch eine besonders trickreiche Problemlösung bezeichnen oder eine Veränderung, die den Zugang zu einer Funktion verschafft, die vom Hersteller eigentlich nicht vorgesehen ist. Im Sinne der letzten beiden Wortbedeutungen ist der Name des Blogs ikea hacker zu verstehen. Andreas Viklund sammelt dort ausgefallene Tricks und Kniffe zu Ikea-Mobiliar. Viklund, der sich in einem Blog nur Jules - nach dem Bürostuhl - nennt, betont, für die Site kein Geld von Ikea zu erhalten.

Ivar-Regale als Garderobe, den Nachttisch Rast zu einem schicken Beistelltisch umgestalten, ein nicht mehr benötigtes Hemnes-Bett zu einer Sitzecke umbauen - der Heimwerker findet im ikea hacker Dutzende Verweise zu tollen Bauanleitungen. Für einige der Vorschläge braucht es allerdings ein wenig handwerkliche Begabung. (jo)


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