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Trends & News | Web-Tipps

www.dontclick.it

Lesen Sie diesen Text nicht. Ich weiß, es ist schwierig für Sie, denn Sie sind es gewohnt, hier gedruckte Worte zu konsumieren. Experimentieren Sie mit neuen Methoden zur Informationsaufnahme - oder öffnen Sie die Website Dontclick.it.

Wir treiben die Analogie nicht weiter, denn schließlich ist Dontclick.it kein Scherzprojekt. Oder doch? Es geht um Navigation mit der Maus, ohne zu klicken. Allein mit Zeigerbewegungen und Mausgesten surft der Besucher dieser Flash-Anwendung durch die Inhalte und experimentiert spielerisch mit dem tastenlosen Eingabegerät. Die Besucherkommentare schwanken zwischen Enthusiasmus, Belustigung und totalem Unverständnis.

„Wie schwer ist es, mit unseren Klickgewohnheiten zu brechen?“, fragt die Site. Spätestens wenn die Umfrage „Haben Sie das Mausklicken vermisst?“ aufpoppt, zuckt es bedenklich im linken Zeigefinger. Für schwere Fälle bewirbt die Seite eine Art Stachelüberzug für die Maustasten - der allerdings ebenso frei erfunden ist wie das „Institute for Interactive Research“, das hinter dieser originellen Diplomarbeit in Kommunikationsdesign vorgeblich steckt. (heb)

http://erik.eae.net/playground/regexp/regexp.html

Eigentlich sind reguläre Ausdrücke ganz einfach - jedenfalls solange sie funktionieren und man sie niemandem erklären muss. Mit der Kenntnis von ein paar Regeln schreiben sich nützliche Suchmuster wie ^\^([^^]+)\^ ganz flott, nur beim Lesen haben diese Konstrukte, die sich in vielen Programmiersprachen und Textverarbeitungs-Suchfunktionen nutzen lassen, oft eher Ähnlichkeit mit ASCII-Art als mit durchdachtem Code.

Sieht man vor lauter Punkten, Strichen und Klammern den Sinn des Ganzen nicht mehr, hilft vielleicht das Regular Expression Tool des Webentwicklers Erik Arvidsson weiter. Ins erste Textfeld gibt man den Ausdruck ein, in den zweiten den Text, auf den er passen soll, das Ergebnis inklusive der mit runden Klammern eingefangenen Teile erscheint im dritten. Der Anwender kann einstellen, ob er nur den ersten Treffer braucht und ob der Ausdruck Groß- und Kleinschreibung beachten soll. (heb)

www.raumobil.de

Zu den größten Ausgabenposten zählen bei den meisten wohl die Kosten für Im- und Automobilien. Um diese Ausgaben zu drücken und nebenher vielleicht ein paar nette Leute kennenzulernen, kann man den Platz im Auto, im Wohn- oder Lagerraum mit anderen teilen. Anders als bei den üblichen Mitfahrzentralen und Wohnungsbörsen geht es bei raumobil vorrangig um Transport und Logistik. Der Dienst bringt die Besitzer von halbleeren Autos, ungenutzten Kellerräumen und gelangweilten Garagen mit aufstrebenden Kleinunternehmern und privaten Nutzern zusammen - denn sperrige eBay-Fundstücke quer durch Deutschland zu karren oder Omas Hausrat einzulagern kann ein ziemliches Loch in die Kasse reißen. Freilich stehen auch preiswerte Mitfahrgelegenheiten und zwischenvermietete Wohnungen im Angebot. Damit die Kosten nicht gleich beim Suchen beginnen, sind die Inserate kostenlos. Und der Umwelt ist damit auch gedient. (heb)

www.korrekturen.de
www.sprachnudel.de

Die heillos verbitterten Diskussionen um die Reform der Rechtschreibung nebst mehreren Alleingängen großer Verlagshäuser haben die meisten Deutsch Schreibenden zu einer gefühlten Orthografie gebracht, die das Beste aus der alten und den diversen neuen Rechtschreibungen munter kompiliert. Seit dem 1. August ist zumindest an den Schulen Schluss mit der friedlichen Koexistenz - ein guter Anlass, sich doch noch mit den hoffentlich endgültigen Regeln anzufreunden.

Der Internet-Korrekturservice Korrekturen.de stellt eine handliche Wortliste mit den wichtigsten geänderten Schreibweisen auf seinen Seiten bereit. Eine weitere Liste verzeichnet beliebte Fehler - so sind trotz Reform die allgegenwärtigen „Strassen“ nur in der Schweiz richtig. Das Quiz, mit dem man seine Rechtschreibkenntnisse prüfen kann, dürfte manchen Probanden frustrieren und Zweifel an einigen Details der Reform nähren („downgeloadet“? „ohneeinander“?) - die man dann im Forum diskutieren kann.

Ein wesentlich volksnäheres Wörterbuch der Gegenwartssprache versucht Sprachnudel.de aufzubauen. Von „Aasfresser“ bis „zocken“ verzeichnet der Mitmachdienst bisher 800 Wörter und halb so viele Beispielsätze in moderner Umgangssprache. Ohne sich einzuloggen kann der Besucher Einträge anlegen und bewerten. Die Bedeutung der Begriffe wird, wie es sich für einen Web-2.0-Dienst gehört, per Tagging zugewiesen. Die Tagwolke offenbart denn auch, dass allzu zart Besaitete dem Volk lieber nicht so genau aufs Maul schauen sollten, denn nirgendwo ist die Sprache so kreativ wie bei Beleidigungen und Vorgängen unter der Gürtellinie - man beachte etwa Sprachschöpfungen wie „Analhusten“, „Okolyt“ oder „Evolutionsbremse“. (heb)

www.timeanddate.com

Was ist die richtige Uhrzeit, um in Paraguay anzurufen? Wann begann 1980 die Sommerzeit in Österreich? Und welche Kleider sollte ich für meine Geschäftsreise nach Südafrika einpacken? Unsere Formate für Datum und Uhrzeit sind nicht für schnelle Umrechnungen gemacht und werden durch regionale Besonderheiten zusätzlich kompliziert - da kommt ein Dienst wie Time and Date gerade recht.

Die Site hält alle möglichen Informationen und Rechentools zur weltweiten Zeitmessung bereit, ergänzt durch detaillierte Wetterdaten. Manches davon ist eher unterhaltsam als nützlich, zum Beispiel der aktuelle Ort, über dem die Sonne im Zenit steht, oder die Umrechnung des eigenen Alters in Sekunden. Immerhin vergeht noch ein wenig Zeit, bis der Autor seine zwanzigmillionste Geburtsminute feiern darf. (heb)


Die Websites aus c't 17/2007
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