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Trends & News | Web-Tipps

http://schnell-schreiben.de

Man kann Texte auch tippen, ohne es jemals gelernt zu haben. Echte Zwei-Finger-Profis legen ein beachtliches Tempo vor und haben sich ganz gut damit arrangiert, achtzig Prozent der Handextremitäten ungenutzt über der Tastatur schweben zu lassen. Aber wenn der Kollege nebenan mit allen zehn Fingern die Tasten zum Klappern bringt, bleibt für die Zeigefinger-Buchstabensuche nur noch der zweite Platz.

Ganz unverbindlich, ohne Software-Installation und gratis, kann man bei Schnell-Schreiben.de die Kulturtechnik des Tippens erlernen. Die Site von Christian Strang führt den Besucher durch 18 Lektionen, von der Grundstellung bis zu einem kompletten Text. Für die Tipp-Lektionen muss der Browser JavaScript zulassen.

Ein kleiner Tipp: Lassen Sie sich nicht von dem Text auf der Startseite verunsichern, der verspricht, man fege schon nach drei Stunden mit zehn Fingern über die Tastatur. Insbesondere, wenn sich acht von zehn Fingern über einen längeren Zeitraum an Passivität gewöhnt haben, müssen sie erst ganz langsam an die neuen Aufgaben herangeführt werden. (jo)

www.pdsounds.org

Das Lachen eines Babys, das Rauschen einer Dusche, das Röhren einer Waschmaschine im Schleudergang: Alle Töne dieser Welt will das Projekt Public Domain Sounds sammeln. Das Webangebot will ein akustisches Gegenstück zu Foto- oder Videosammlungen bilden. Denn gerade das Visuelle wird nach Meinung des Projektgründers generell zu stark betont, Akustisches dagegen vernachlässigt. Jeder ist aufgefordert, selbst Aufgenommenes der Gemeinschaft beizusteuern; die Dateien sind kostenlos und lizenzfrei verfügbar.

Der Schwerpunkt liegt bei Geräuschen; Musikstücke oder Instrumenten-Samples bleiben außen vor. In der beachtlichen Sammlung finden sich Eindrücke aus der Natur ebenso wie verschiedene Maschinengeräusche oder Alltägliches. Beim Auffinden eines speziellen Geräuschs helfen eine Suchfunktion sowie eine Schlagwortliste. Darüber hinaus beschreiben kurze Texte die Aufnahmen und geben Hinweise auf die Qualität der Samples, die in der Regel als MP3 vorliegen. Um die Geräusche gleich online in der Website zu hören, ist ein Flash-Plug-in erforderlich. (Heiko Kothhöfer/jo)

www.weirdconverter.com

Ein Blauwal wiegt so viel wie 2058 Fässer Bier. Eine Gallone Wasser hat dasselbe Gewicht wie 133 menschliche Augäpfel. Ein Marathon entspricht 0,524 Panamakanälen. Die Golden Gate Bridge passt 5000-mal in die Chinesische Mauer - noch mehr schräge Umrechnungen gefällig? Der Weird Converter arbeitet wie ein Währungsumrechner, aber mit „Einheiten“, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Die englischsprachige Site hält jeweils ungefähr zwei Dutzend Vergleichseinheiten für Gewicht, Länge/Höhe und Volumen bereit. (jo)

http://einestages.spiegel.de
www.miomi.com

Wenige Großkopferte machen Geschichte, alle Menschen erleben sie. Während der Spiegel und sein Online-Ableger bisher das Tagesgeschehen und die Mächtigen behandelten, will der neue Dienst einestages den Blick zurück richten und die Perspektive der kleinen Leute einnehmen, ein kollektives Gedächtnis unserer Geschichte aufbauen. Während der ersten Tage lieferte der Dienst sehenswerte Fotos und interessanten Lesestoff, etwa über den Beginn des deutschen Hip-Hop - in Sachsen - oder den Börsencrash am 19. Oktober 1987.

Jeder kann durch eigene Texte, Fotos oder Videos mitwirken. Allerdings nicht unmoderiert, denn eine Redaktion prüft Fotos und Textbeiträge. Gegebenenfalls kürzt oder redigiert sie Texte, einen Anspruch auf Veröffentlichung gibt es nicht. Bevor man aber eigene Inhalte hochlädt, sollte man sich die FAQ und das Kleingedruckte gut durchlesen. Wer Inhalte hochlädt, räumt Spiegel online zeitlich unbeschränkte Rechte daran ein.

Bei Miomi trifft sich die große Geschichte mit dem sozialen Netzwerk im Tagebuch. Die Idee ist reizvoll: Die Gemeinde der Anwender schreibt an einer Chronik der Welt aus ihrer Sicht. Revolutionen, Katastrophen und politische Verträge finden dort ebenso Platz wie Umzüge, Hochzeiten oder der erste Milchzahn des Kleinen. Ob ein Ereignis den Rest der Welt interessiert, kann zum einen derjenige festlegen, der es aufschreibt (indem er es für andere les- oder editierbar macht), zum anderen die übrigen Miomi-Anwender, die über das Ausmaß der historischen Relevanz abstimmen können.

Die mehr oder weniger historischen Momente, die in Wort, Bild oder Multimedia festgehalten sind, können die Anwender zu ihren grafisch schick aufbereiteten Zeitleisten packen. Dank Microsoft Virtual Earth lassen sich die Momente Orten zuordnen. Und wo User-generierter Content ist, ist auch ein soziales Netzwerk nicht weit. Wie sich das für eine anständige Web-2.0-Anwendung gehört, ist Miomi im Betastadium, was sich in zähflüssigen Reaktionszeiten, Bugs und nicht immer konsistenter Bedienung niederschlägt. (heb)


Die Websites aus c't 23/2007
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