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Trends & News | Web-Tipps

www.bilder-editieren.de

Für grundlegende Bildbearbeitungseffekte muss sich heute niemand mehr Software auf dem eigenen Rechner installieren. Bilder-editieren.de nimmt Bilddateien in den Formaten JPEG, PNG und GIF per Upload oder URL-Eingabe entgegen; ein Firefox-Plug-in reicht Webfundstücke mit einem Klick an den Dienst weiter. Voraussetzung auf Anwenderseite ist nur ein aktueller Browser mit JavaScript.

Bilder-editieren.de beherrscht die üblichen Bildeinstellungen, also skalieren, zuschneiden, drehen, schärfen oder Helligkeit und Kontrast justieren. Das Bonbon des Dienstes ist die Palette mit 16 Effekten wie Relief, Verwischen, Verpixeln oder Einfärben. Fehlgriffe lassen sich rückgängig machen; beim Exportieren des fertigen Kunstwerks als JPEG oder GIF lässt sich die Kompressionsstufe regeln. All das geht übersichtlich von der Hand. Und wenn sich die Anwendung gelegentlich etwas träge anfühlt, sollte der Benutzer Nachsicht üben: Die beiden Programmierer gehen nämlich gerade einmal in die 10. Klasse. (heb)

www.tun3r.com

Die Älteren werden sich erinnern: Zu einer Zeit, als Oma Müller noch keinen eigenen PC hatte und sich allenfalls Universitäten einen Internetanschluss leisten konnten, hatten Radios noch eine Skala mit Ortsnamen wie Hilversum, Budapest oder Vaticano und eine Nadel, die man mit einem Drehknopf auf dem gewünschten Sender platzierte. Tauscht man den Drehknopf gegen die Maus und die Mittelwellensender gegen Webradio-Stationen, hat man ungefähr das Konzept von Tun3r aus Kanada.

1500 Sender tummeln sich in Form winziger Schwarzweiß-Icons auf der dicht gedrängten Skala. Beim Überfahren mit der Maus lädt Tun3r einige Information zur Station nach – Sprache, Genre, URL, aktuelle Playlist und einen Screenshot. Per Flash spielt der Dienst den Sender, allerdings nur in Langwellen-Qualität; besser klingt es nach einem Klick auf „Tun3 in“, was eine PLS-Datei an den bevorzugten Media-Player weiterreicht. Eine Suche nach Sprache, Genre und sogar nach einzelnen Künstlern oder Titeln hilft bei der Orientierung auf der Riesenskala. Und wer sich den Musikgenuss im Büro verschaffen will, kann im Notfall mit der „Boss-Taste“ verdächtige Inhalte vom Bildschirm und aus den Boxen verschwinden lassen. (heb)

www.krazydad.com
www.coverpop.com

Jim Bumgardner hat definitiv zu viel Freizeit. In Hunderten von Rätseln, Software-Basteleien und Spielen lebt der bei Yahoo arbeitende Programmierer seine Vorliebe für Logeleien und historische Pop-Kultur aus. Beim Thema Sudoku wird mancher gelangweilt abwinken, aber der Schwierigkeitsgrad reicht hier von „Easy“ über „Super Tough“ bis „Insane“. Bumgardner alias KrazyDad widmet sich auch den Sudoku-Konkurrenten Kakuro und Slither Link; fortgeschrittene Gehirne malträtieren sich mit Krypto-Kakuro oder Jigoku, das nicht ohne Grund nach dem japanischen Wort für „Hölle“ benannt wurde. Entspannung verheißen dagegen die Labyrinthe, die Bumgardner ebenso wie die anderen Rätsel als PDF-Dateien für den Offline-Konsum angelegt hat.

Andere Labyrinthe lassen sich dank Flash direkt am Rechner spielen. Mit kleinen Spielereien bringt Bumgardner den Besuchern seiner Site Mathematik, Physik und Programmierung näher – etwa, wenn man Elastizität und Schwerkraft einstellt, um selbst gezeichnete Flash-Gebilde hübsch animiert herunterfallen zu lassen.

Coverpop ist Bumgardners Flash-Bestiarium entwachsen und wurde auf eine eigene Website ausgelagert. Einige hundert thematisch zusammenhängende Bilder sind vereint zu einem großen – und so formen sich die Züge von Alfred E. Neumann aus allen bisher erschienenen Mad-Heften, Edgar Allan Poe blickt mürrisch über tausend Horrorromane. Beim Überfahren vergrößern sich die Einzelgrafiken und verweisen auf Infoseiten oder Online-Händler. Nicht immer lässt sich auf den Wimmelbildern etwas erkennen, dafür sind dann die Inhalte um so spannender: Beim Surfen durch Vorkriegs-Schundheftchen, historische Kinderbücher oder Scherzartikel aus den 60er- und 70er-Jahren vergeht die Zeit mindestens so schnell wie beim Krypto-Kakuro. (heb)

www.justsayhi.com/bb

JustSayHi ist eigentlich eine Dating-Site, aber ein paar nette Extras sprechen nicht nur einsame Herzen an: Die „Quizzes, widgets and other cool things to stick on your blog“ verheißen zwei, drei Mittagspausen lang Kurzweil. Geistige Herausforderungen stellt zum Beispiel das Quiz, wie viele HTML-Elemente man in fünf Minuten aufschreiben kann (und davon gibt es immerhin 91); Varianten davon bietet die Site für CSS-Eigenschaften, Staaten und Farben – und zwar auf Englisch.

Viele andere der Spielchen sind ziemlich schwarzhumorig. Wahrscheinlich möchte nicht jeder wissen, dass zwei Millionen Keime in seiner Tastatur leben, dass seine Leiche 4625 US-Dollar wert wäre oder er einem konzentrierten Angriff von elf Fünfjährigen nicht gewachsen wäre – Daten, die der Dienst mit jeweils einem guten Dutzend Fragen errechnet. Auch wer sich schon immer gefragt hat, ob er eine Zombie-Invasion überleben würde oder in höchster Not seine Kumpels essen würde, findet hier Antworten.

All diese kleinen Spielchen belohnt JustSayHi mit einer kleinen Plakette („I named 65 HTML elements in 5 minutes“), die man sich bei gutem Abschneiden stolz auf die Website kleben kann – und bei weniger gutem kann man sie zumindest leicht fälschen. (heb)


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