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Trends & News | Web-Tipps

www.lostplaces.de

Über ganz Deutschland verstreut finden sich Bauwerke, die selbst die wenigsten Einheimischen kennen. Vergessene Flugplätze, Geisterbahnhöfe, alte Bunkeranlagen und aufgegebene Vorkriegsautobahnen verstecken sich an vielen Stellen. Lostplaces ist ein lockerer Zusammenschluss von Hobby-Historikern, die Dokumente sammeln, Zeitzeugen befragen, Fotos schießen und umfangreiche Vorstellungen vergessener Örtlichkeiten auf ihrer Webseite veröffentlichen. Die Berichte sind spannend geschrieben und enthalten durchweg eine Fülle von Informationen und Quellenmaterial, angereichert mit zahllosen Fotos, die die Initiatoren teilweise selbst geschossen, teilweise aus Archiven hervorgekramt haben.

So erfährt man beispielsweise, wo sich in Berlin die Reste der Linie U10 von Lankwitz nach Weißensee befinden, die nach dem Krieg geplant war, aber dann zugunsten der S-Bahn aufgegeben wurde. Fotos zeigen fertiggestellte, aber niemals in Betrieb genommene Bahnhöfe.

Ganz deutlich grenzt sich die Gruppe von Schatzsuchern, Munitions- und Militariasammlern sowie Weltkriegs-Romantikern ab und bekennt sich strikt zu politischer Neutralität. Die Macher bitten auf ihrer Webseite um Zeitzeugenberichte und privates Archivmaterial wie Landkarten, Fotos oder Pläne zu den Objekten. (uma)

www.old-computers.com
www.vintagecomputing.com
www.chilton-computing.org.uk

Alten Computerhasen dürfte es ein wenig wehmütig ums Herz werden, wenn sie einen Blick auf Old Computers werfen. Die Sammlung von knapp 1000 Rechnern reicht von einem 1951er-Whirlwind-Großrechner für das MIT bis zu einem 1995er-Atari-TT/030-Klon namens Medusa. Auch Fans von Spielekonsolen kommen auf ihre Kosten – in dieser Rubrik sind 137 Geräte abrufbar.

Vintage Computing veröffentlicht in loser Reihenfolge Artikel über ältere Computersysteme sowie Videospiele. Die Themen der locker geschriebenen Beiträge reichen von Erfahrungsberichten des Verfassers über antiquierte Werbung und Zubehör bis hin zu alten Spielekonsolen nebst deren Modulen. Abgerundet wird das Webangebot durch weiterführende Link-Tipps.

Freunde von Großrechnern dürften bei Computing at Chilton auf ihre Kosten kommen. Zwar beginnt die Geschichte des für Universitäten und Behörden geschaffenen Rechenzentrums bereits 1950, die fotografische Dokumentation startet aber leider erst 1961. Die umfangreiche Fotosammlung zeigt außer reinen Computerfotos auch Einblicke in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter. (Heiko Kothhöfer/uma)

www.cylinders.library.ucsb.edu
www.tinfoil.com
www.tonaufzeichnung.de

In der Geschichte der Musikkonserven gab es schon etliche Trägermaterialien und Datenaufzeichnungsformate. Wie heute Blue-ray das Rennen um die Nachfolge der DVD gewonnen hat, trat vor rund hundert Jahren die Schellackplatte gegen den Wachszylinder an und verdrängte ihn schnell. Über 120 Jahre haben die ersten Phonographen mit ihren Wachswalzen inzwischen auf dem Buckel.

Eine Sammlung von Walzen stellt das Cylinder Preservation and Digitization Project mit englischen Texten vor. Der Schwerpunkt dieses universitären Projekts liegt auf der Digitalisierung und Veröffentlichung dieser alten Tondokumente, die zum Download in verschiedenen Audio-Formaten zur Verfügung stehen. Eine chronologische Beschreibung der Wachswalzenentwicklung komplettiert das Webangebot.

Zwar bietet auch die englischsprachige Website Tinfoil mit ihren Wachszylindern des Monats einige Downloads im Real-Media-Format an, aber hier dreht sich alles um die frühe Technik der Tonaufzeichnung und -wiedergabe. Darüber hinaus gibt es Wissenswertes zur Konservierung der alten Medien.

Informationen auf Deutsch stellt Geschichte der Tonaufzeichnung bereit. Dort werden Wiedergabegeräte vom Parlographen bis zum MP3-Player und die dazu passenden Medien kurz und übersichtlich vorgestellt. Originelle Hörproben, etwa die Aufnahme einer Ansprache von Kaiser Wilhelm II. von 1904, weiterführende Informationen und eine Linksammlung runden das Angebot ab. (Heiko Kothhöfer/uma)

http://utilitymill.com/

Die Utility Mill hält eine große Zahl kleiner Helfer für alltägliche Aufgaben bereit. Die wandeln dann etwa einen Wertebereich in einen regulären Ausdruck um, werten einfache reguläre Ausdrücke aus, machen aus einer arabischen Zahl eine römische, fertigen aus einer Zahlenreihe einen ASCII-Graphen oder berechnen aus einem Ausdruck einen Hashwert. Neben nützlichen Tools findet man auch Spielereien, etwa eine „Keyboard Heat Map“, die aus einem eingegebenen Text ermittelt, welche Tasten man dazu am häufigsten betätigen musste.

Die Seite hat eine Suchfunktion, listet auf, welche Utilities am häufigsten aufgerufen wurden und zeigt auch an, welche Utilities zuletzt überarbeitet wurden. Bei den meisten der Werkzeuge erfolgen Ein- und Ausgabe in einem Textfeld; das Ergebnis lässt sich im Handumdrehen per Copy & Paste übernehmen. (uma)


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