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Nach erfolgreicher Erstauflage 2007 legte dieses Jahr TechCrunch, ein Blog mit dem Ohr dicht an der Web-2.0-Gründerszene, seinen Wettbewerb für neue Online-Unternehmen wieder auf.

www.techcrunch50.com

Nach erfolgreicher Erstauflage 2007 legte dieses Jahr TechCrunch, ein Blog mit dem Ohr dicht an der Web-2.0-Gründerszene, seinen Wettbewerb für neue Online-Unternehmen wieder auf. 52 neu gegründete Webdienste mussten auf der TechCrunch50 vor prominenter Jury bestehen – solide und seltsame, nützliche und unterhaltsame. Ein paar von den bereits öffentlich verfügbaren Angeboten picken wir hier heraus.

www.birdpost.com

Ein soziales Netzwerk für Vogelbeobachter? Das mag bei manchem Kopfschütteln auslösen, aber Hobby-Ornithologen gibt es nicht so wenige – und denen bringt Birdpost echten Mehrwert. Der Dienst erlaubt es, die Sichtungen von seltenem Federvieh in eine Google-Landkarte einzutragen. Das hilft nicht nur dem Vogelliebhaber dabei, seine Beobachtungen bequem zu verwalten, sondern macht diese Information auch allen Gesinnungsgenossen verfügbar.

Die gesichteten Arten lassen sich nach Regionen gegliedert auflisten. Wer seit Jahren darauf wartet, endlich einen Erlentyrann oder einen Schornsteinsegler außerhalb des Zoos zu beobachten, kann ihn auf eine Benachrichtigungsliste setzen und wird dann bei jeder Sichtung informiert. Und ganz nebenbei tut Birdpost das, was jedes soziale Netzwerk tut: Menschen mit ähnlichen Interessen in Kontakt bringen.

www.goodguide.com

2-Propanol, Dimethyl, Allethrin, Sodium Perborate … Außer Diplom-Chemikern dürfte kaum ein Verbraucher verstehen, was sich wirklich hinter den klangvollen Namen auf der Zutatenliste von Putzmitteln, Zahnpasten, Sonnencremes, Waschpulvern oder Shampoos verbirgt. Auf übersichtliche und verständliche Weise bewertet Good Guide die krebs- und allergiefördernden Wirkungen dieser Chemikalien oder ihr Potenzial, sich im Trinkwasser anzureichern. Der gute Einkaufsführer nimmt aber auch die Praktiken des Herstellers in Sachen Ressourcenverbrauch, Umweltbelastung oder Arbeitnehmerrechte unter die Lupe und lässt die Ergebnisse in die Gesamtnote einfließen.

Benutzerkommentare und -bewertungen ergänzen die redaktionellen Inhalte. Bestellen kann man die Produkte über einen Amazon-Link, was die Betreiber für das Zusammentragen, Aufbereiten und Gewichten der Daten entlohnt. Auch wenn es hinter der zeitgemäß und benutzerfreundlich gestalteten Oberfläche gelegentlich ein bisschen klemmt und die Produktauswahl auf den US-Markt zugeschnitten ist, können auch hiesige Verbraucher mit Good Guide ein Stück Mündigkeit gewinnen.

www.footnote.com

Sein spöttisches Etikett hatte dieser Dienst schnell weg: „Facebook für Tote“. Websites, die sich dem Gedenken Verstorbener widmen, gibt es zahlreich, aber so gut wie das (vielleicht etwas unglücklich benannte) Footnote macht es kaum einer. Ohne großen Aufwand kann der Anwender Seiten erstellen, die mit Texten, Ereignissen, Bildern und Links zu anderen Profilseiten an Menschen, Institutionen oder Ereignisse erinnern. Ob man allen Editierrechte einräumt oder lieber die Kontrolle behält, entscheidet jeder Benutzer beim Anlegen einer Seite.

Footnote ergänzt zu den Benutzer-Inhalten Fakten aus der Weltgeschichte auf einer Zeitleiste und bietet die obligatorische Google-Maps-Karte zwecks geografischer Orientierung. Die Bilder durchstöbert man in einem gelungenen Betrachter. Interessant für den Amateurhistoriker mit Interesse an den USA: Die Footnote-Macher haben bereits zahlreiche Dokumente aus dem 19. und 20. Jahrhundert hochgeladen, etwa Briefe und Fotos aus der Militärgeschichte oder Akten von Volkszählungen.

www.yammer.com

An Twitter.com scheiden sich die Geister – während vielen nicht einleuchtet, worin der Sinn des kollektiven „Mikrobloggens“ im SMS-Format liegt, nutzen andere den Dienst als schnellen und simplen Kommunikationskanal. Yammer ist nicht der erste Twitter-Nachahmer, ergänzt das ursprüngliche Konzept aber um ein paar neue Ideen und trimmt es auf den Einsatz im Geschäftsumfeld.

Während bei Twitter jeder mit jedem plaudern kann, setzt Yammer auf Mini-Netzwerke anhand der Domain der E-Mail-Adresse. Der Anwender kann einzelnen Diskussions-Threads folgen oder Beiträgen, die ein bestimmtes Tag enthalten (Tags kennzeichnet man wie bei Twitter durch ein Rauten-Symbol); gepostete Links sammelt der Dienst automatisch, die Suche findet Beiträge ebenso wie Personen oder Tags. Die Beiträge lassen sich auf der Website, auf dem Smartphone, mit einer Desktop-Anwendung oder per Mail verfassen. Die Juroren von TechCrunch50 jedenfalls waren überzeugt und verliehen Yammer den ersten Preis – auch wenn der Name deutsche Anwender zu Wortspielen verführen dürfte.

www.befunky.com

Zu den beliebtesten Start-ups des letzten Jahres zählte Befunky, das die Cartoon- und Morphing-Programme vom Elektromarkt-Grabbeltisch überflüssig macht. So zaubert der Dienst aus einem hochgeladenen Foto eine gut gemachte Comiczeichnung, an der der Anwender mit Farb- und Verzerrwerkzeugen herumdoktern kann. Die per Flash angezeigten Ergebnisse exportiert der Dienst als Grafik zum Herunterladen oder zum direkten Einbinden ins Blog oder ins soziale Netzwerk. Natürlich lassen sich Fotos auch ohne die Cartoon-Zwischenstufe verzerren.

Auf die Spitze treibt Befunky das leicht kindische Vergnügen mit dem „Uvatar“. Dazu wirft man dem Dienst ein Porträt vor, stellt den Kopf frei und postiert diesen auf einer Art Anziehpuppe. Befunky liefert dann Kleidungsstücke, Kostüme, Hintergründe, Perücken und stellt dieser Figur auf Wunsch eine gezeichnete Angelina Jolie oder Cameron Diaz zur Seite. Einen Sinn hat das zwar nicht, es bedient aber die Spielfreude und sorgt für ein paar nette Avatar-Bilder für den nächsten Online-Dienst, bei dem man sich registriert. Demnächst will sich Befunky auch an der Cartoonisierung von Videos versuchen. (heb)


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