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Wen Flussdiagramme langweilen, wem Jam-Sessions auf die Nerven gehen, wer Volkslesen für einen weiteren Spleen des Flashmobs hält, den sprechen vielleicht tierische Klingeltöne an?

www.volkslesen.tv

Ein Panoptikum des lesenden Volkes wolle er zur Verfügung stellen, erklärt Martin Scharfe, Betreiber von Volkslesen.tv. Seit Anfang 2008 treibt der Berliner sein Hobbyprojekt voran. Scharfe lädt Menschen dazu ein, sich einen Text auszusuchen, vor seine Kamera zu treten und etwa fünf Minuten lang vorzulesen. Fast 200 bei Youtube gelagerte Vorlese-Videos lassen sich mittlerweile auf der Website anklicken. Scharfe reist durch die Lande und überredet die Menschen mitzumachen. Er freut sich auch über unaufgeforderte Einsendungen.

Etwa einmal pro Woche kommt ein neues Set von Videos hinzu – die Vorleserinnen und Vorleser verbindet jeweils etwas. So lesen etwa Hebammen das Gedicht „An die Nachgeborenen“ von Bertold Brecht oder Passagen aus Michael Endes Momo vor. Auf Volkslesen.tv kommen Rhönradturnerinnen genauso zu Wort wie Steuerberater. Und in der ersten Woche des neuen Jahres 2009 lasen auf der Site Blinde ihre Lieblingstexte vor, im Gedenken an den 200sten Geburtstag von Louis Braille. (hob)

www.jamlegend.com

Auf Spielekonsolen sind momentan Musik-Games wie Singstar, Guitar Hero oder Rock Band der Renner. Songs der großen Stars nachzusingen oder nachzuspielen bereitet einfach Spaß. Warum soll man das nicht auch im Browser machen können, dachten sich drei Webentwickler aus San Fransisco. Sie gründeten das Start-up Foo Brew und machten sich daran, eine Art Guitar Hero als Webanwendung zu erstellen. Was dabei herausgekommen ist, nannten sie Jam Legend.

Das Browser-Spiel ist tatsächlich eine sehr gelungene Kopie von Guitar Hero. Um eine Note anzuschlagen, haut der Spieler natürlich nicht auf die Anschlagtaste eines Plastik-Controllers, sondern auf die Enter-Taste. Mit F1 bis F5 bedient man die fünf Saiten. Die Tastatur sollte laut Anleitung im „Jam-Style“ gehalten werden, also im Stehen. In Jam Legend kann man alleine, aber auch in Echtzeit oder rundenbasiert gegen Online-Gegner antreten. Eine Rangliste zeigt, ob man mit den anderen Jammern mithalten kann.

Jam Legend wartet bisher nicht mit berühmten Songs auf. Stattdessen steuern überwiegend Nachwuchsbands aus der US-amerikanischen Indie-Szene ihre Stücke bei. Darunter befinden sich einige echte Perlen der alternativen Rockmusik. Laut den Machern ist geplant, auch Lizenzen für Songs von großen Labeln zu bekommen. (hob)

http://rareearthtones.org

Für Kids sind die neuesten Handy-Klingeltöne mitunter ein regelrechtes Statussymbol. Tatsächlich sollen die Töne ja einiges über den Telefonbesitzer aussagen. Die US-amerikanische Umweltschutzorganisation Center for Biological Diversity schlägt vor, mit der Wahl des Klingeltons ein Zeichen zu setzen. Sie bietet unter Rareearthtones.org Laute von bedrohten Tierarten als kostenlose Klingelton-Downloads an. Die Auswahl ist riesig. Seltene Raubvögel, Wildkatzen, Wale oder Kröten kann man als MP3 aus seinem Handy tönen lassen. Zu allen Tierlauten gibt es Fotos und eine Menge begleitende Informationen. (hob)

www.pixlr.com

Um fern der Heimat die Urlaubsfotos aufzumotzen, müsste eigentlich ein Rechner mitgeschleppt werden. Damit einem derartig schweißtreibende Mühen erspart bleiben, kann man beispielsweise in einem Internet-Café auf Pixlr zugreifen. Das ohne Anmeldung auskommende Flash-Programm ersetzt pixelorientierte Desktop-Bildbearbeitungsprogramme und wartet mit einer beachtlichen Zahl an

Funktionen auf. In Aufmachung und Bedienung lehnt sich Pixlr an Programme aus dem kommerziellen Umfeld an. Eine Menüleiste mit werkzeugabhängiger Optionszeile sowie frei bewegliche Paletten für Werkzeuge, Navigation und Ebenen sorgen für den einfachen Zugriff auf die Funktionen. Neben elementaren Werkzeugen wie Pinsel mit verschiedenen Breiten und Rändern findet man Menüpunkte zum Ändern von Helligkeit oder Sättigung und zum Schärfen oder Verwischen. Für größere Veränderungen sind Filter und Ebenenstile zuständig. Ebenso wurde an Retusche- sowie Auswahlwerkzeuge gedacht. Das auch in deutscher Sprache verfügbare Programm lädt Bilder von der eigenen Festplatte und speichert sie dorthin zurück. (Heiko Kothhöfer/hob )

www.lucidchart.com

www.lovelycharts.com

Zwei Flussdiagramm-Zeichenhilfen bieten Browser-Nutzern ihre Dienste an. Das englischsprachige Lucid Chart lässt sich fast bedienen wie ein Desktop-Programm. Über eine Menüzeile, Seitenleisten mit Bibliotheken sowie ein Kontextmenü können alle Funktionen erreicht werden. Die Diagramme arrangiert man auf einer Zeichenfläche. Als nützlich erweisen sich während der Positionierung eines Objekts die eingeblendeten Hilfslinien.

Mit einem kostenpflichtigen Account (50 US-Dollar pro Jahr) verschwindet das ansonsten stets eingeblendete Wasserzeichen in den abgespeicherten Diagrammen. Außerdem bietet Lucid Chart nach Bezahlung mehr Speicherplatz und eine größere Diagrammvorlagen-Auswahl. Eigene Arbeiten lassen sich als PDF exportieren oder auf der Plattform freigeben.

Mit Lovely Chart steht ein zweiter Anbieter in den Startlöchern, der aber zurzeit nur stark eingeschränkte Testzugänge für seine Beta-Version gewährt. Glaubt man den Texten auf der Website, dürfte sich der künftige Funktionsumfang mit dem von Lucid Chart weitgehend decken. (Heiko Kothhöfer/hob)

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