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Trends & News | Web-Tipps

Googles Street View wird auch von anderen aufgegriffen: Die Stadtspaziergänge von Sightwalk sollen einmal ein begehbares Branchenbuch werden. Popkultur gibt es als Textsammlung voller Trash und Alltagskunst oder als freie Musik direkt von den Musikern.

www.tagdocs.de

JavaScript-Frameworks, Online-Anwendungen, WordPress-Themes – ständig erscheinen neue Helfer und Werkzeuge, die Webdesigner und Entwickler auf Ideen bringen oder bekannte Probleme schneller lösen können. Täglich frisch greift sich das Blog Tagdocs.de Aktuelles aus dem Umkreis von PHP, JavaScript und Online-Spielen heraus und stellt es kurz in Text und Bild vor. Die täglichen Infohappen liefern Christian Land und seine Mitstreiter auch per Twitter aus. (heb)

www.tvtropes.org

Eine Website über Filme, Fernsehserien, Bücher, Spiele und Comics fast ohne Bilder, aber dafür mit langen englischen Texten voller schwer verständlicher Insider-Witze und mit wirrer Navigation? TV Tropes erzeugt bei vielen Benutzern erst einmal das Bedürfnis, das Fenster möglichst schnell zu schließen. Ist man über diesen ersten Reflex hinweggekommen, stehen die Chancen aber nicht schlecht, sich in dieser schlauen Wiki-Enzyklopädie der Popkultur hoffnungslos festzulesen.

Wie bei solchen Nachschlagewerken üblich, gibt es Einträge zu einzelnen Medien und Produktionen. NYPD, Doom, Zorro oder Dragonball sind allesamt mit scharfzüngigen Artikeln gewürdigt, was sich in der Navigation unter „Media“ erschließt. Viel reizvoller sind aber die übergreifenden Betrachtungen, zu denen der Besucher über die einzelnen Genres, über erzählerische Gemeinplätze („Narrative“) oder über einzelne Motive wie „Geld“, „Tod“ und „Moral“ kommt.

Zum Beispiel greift „Animals Hate Him“ einen gängigen Trick bei der Charakterisierung von Schurken auf. „Eternal English“ macht sich über Sprachprobleme in fernen Science-Fiction-Zukünften lustig, und die weise, lebensbejahende Rede des einfachen Menschen aus dem Volk wird unter „Whoopi Epiphany Speech“ kategorisiert. Zahlreiche Querverweise und Beispiele in jedem Artikel ziehen den angefixten Leser immer weiter in eine Welt voller Trash und Alltagskunst. (heb)

www.sightwalk.de

Nachdem das Datenschutz-Gezerre um Google Street View ausgestanden ist, wird man bald wohl auch Deutschland auf dem Rücken der Maus bereisen können. Bis es so weit ist, springt Sightwalk in die Bresche. Derzeit hat die Firma Panogate gut bebilderte Spaziergänge durch München, Düsseldorf und ihre Heimatstadt Köln im Angebot; Berlin, Hamburg und Bonn sollen bald folgen.

Sightwalk hat aber durchaus mehr Potenzial als das eines Lückenbüßers. Für bekannte Gebäude blendet die Flash-Anwendung Wikipedia-Links in die Straßenfotos ein. Ortsfremde navigieren mit Listen der bekanntesten Straßen und Sehenswürdigkeiten. Mit einem Klick springt der Besucher zum nächsten Briefkasten, Geldautomaten oder zur nächsten ÖPNV-Haltestelle. Auch ein Bummel durch den Englischen Garten oder die Kölner Rhein-Promenade ist möglich – die Sightwalk-Fotografen waren offensichtlich zu Fuß unterwegs. Links und eigene Tags sind für jede Ansicht möglich. Als Dreingabe zeigt die Seite noch den aktuellen Wetterbericht zum betreffenden Ort.

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist allenfalls, dass sich beim Klick auf die Pfeiltasten je nach Straßenverlauf mitunter die Blickrichtung ändert; die kleine OpenStreetMap-Karte sorgt dann wieder für Orientierung. Sightwalk soll mit Hilfe von Anzeigenkunden zu einer Art begehbarem Branchenbuch ausgebaut werden. (heb)

www.soundcloud.com

Während die großen Labels und die Doppelplatin-Multimillionäre über die sogenannten Raubkopierer greinen, nutzen die meisten Musiker längst das Internet, um ihre Arbeiten bekannt zu machen. Erfolgreiche Treffpunkte für Tonkünstler wie MySpace oder Last.fm bekommen jetzt Konkurrenz von SoundCloud.

Die Kernfunktion der Website besteht darin, dass Musiker ihre Schöpfungen hochladen, damit jeder Besucher sie anhören kann. Natürlich gibt es auch die üblichen Funktionen eines sozialen Netzwerks – man kann also Kontakte knüpfen und kommunizieren. Dabei schließt man aber nicht symmetrische Freundschaften, sondern folgt wie bei Twitter den Leuten, für die man sich interessiert.

Besonders schick ist der integrierte Player, der die Musikstücke in Lautstärke-Diagrammen darstellt. Damit lassen sich auch einzelne Passagen eines Tracks kommentieren. Alle Titel kann man nicht nur online hören, sondern auch als MP3 herunterladen oder in diverse Netzwerke oder Blogs einbauen. In einer „DropBox“ dürfen einem andere Titel hinterlegen, sogar wenn sie keine SoundCloud-Nutzer sind.

Anleitungsvideos sorgen für Orientierung bei den Features; Entwickler können die offenen Schnittstellen nutzen. Gratis-Anwender haben fünf Uploads pro Monat frei, mehr sind mit den drei Pro-Accounts möglich, die auch Statistiken, Support und mehr Anpassungsmöglichkeiten bieten. (heb)

www.sixbreak.de

Eine Frage, vier Antworten, eine tickende Uhr: Mit diesem einfachen Prinzip bringt Günther Jauch zweimal die Woche Millionen Menschen dazu, RTL anzuschalten. Auch die Macher von Sixbreak haben sich bei ihrem Wissensquiz daran orientiert. Der Unterschied (abgesehen von der Million, die es im Web leider nicht zu gewinnen gibt): Bei Sixbreak beantworten die Nutzer nicht nur die Fragen, sie stellen sie auch.

In einem einfachen Formular trägt der registrierte Anwender die Frage, eine richtige und drei falsche Antworten ein. Obligatorisch sind auch eine Kategorie, Tags, ein Schwierigkeitsgrad zwischen eins und zehn und – ganz wichtig – eine Quelle, um die Information überprüfbar zu machen. Spielen kann man auch ohne Registrierung, wenn man auf den Punktesammel-Wettbewerb verzichtet; Schwierigkeitsgrad und Kategorien lassen sich einstellen. Auch das Spicken funktioniert: Fragen, Antworten und eine Statistik dazu lassen sich auf Sixbreak einsehen. (heb)


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