Weises Werkzeug

Installer-"Compiler" für den Macintosh

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'Bitte legen Sie XY-Data in den Systemordner und XY-INIT in den Ordner Systemerweiterungen, XY-CP gehört zu den Kontrollfeldern, und XY-Plug-ins sollten Sie in den Ordner XY-Prefs (Ordner: Preferences) legen, allerdings nur, wenn ...' - es nicht einfacher geht. Es geht!

Daß der erste Eindruck entscheidet, ist sicherlich übertrieben, daß er einen bleibenden Eindruck hinterläßt, dagegen eine Tatsache. Eine einfache Softwareinstallation macht Freude und kostet den Entwickler nicht viel, wie der Installer VISE Lite von MindVision zeigt.

Zuerst gilt es, sich einen Überblick über die benötigten Dateien und Ordner zu verschaffen - ein Installer sollte durchdacht sein. VISE verwaltet Dateien mit Hilfe von Archiven, der 'Add ...'-Befehl fügt die ausgewählten Objekte (Datei, Ordner) in ein Archiv ein. Für jedes Objekt legt man dort das Installationsziel fest, die Auswahl erstreckt sich vom aktuellen Volume bis hin zum eher exotischen Print-Monitor-Ordner. Als besonders nützlich erweist sich die Möglichkeit, jedem Objekt eine oder mehrere Installationsbedingung(en) in Form von Gestalt-Abfragen des MacOS zuordnen zu können: Hat der Anwender schon die benötigte Version des Betriebssystems? Ist ein 32-Bit-QuickDraw installiert? Gibt es eine FPU?

Natürlich stehen in VISE auch Packages zur Verfügung: das sind die verschiedenen Installationsvarianten, beispielsweise 'Minimalumfang' und 'Alles was reinpaßt'. Einmal erstellt, werden sie den Objekten einfach über ein Pop-up-Menü zugeordnet, im fertigen Installer kann der Anwender sie auf die gewohnte Art und Weise auswählen. Weitere Pop-up-Menüs bestimmen über die Vorgehensweise bei bereits existierenden Objekten oder den Aufruf externer CODE-Ressourcen. Letztere lassen sich mit ResEdit in den Ressource-Zweig eines Archives einkleben, spezielle Header liegen Installer VISE bei.

Hat man das Archiv abgespeichert, folgt die Konfiguration des Installers via 'Setup Installer' - was hier geschieht, betrifft den Anwender direkt. So empfiehlt es sich, an dieser Stelle eine 'Bitte Lesen!'-Datei anzugeben, diese wird nach dem (lediglich einzufügenden) Titelbild dargestellt und kann vom Anwender auch ausgedruckt werden. Des weiteren warten etliche Einstellungen wie zum Beispiel 'Include PowerPC Decompressor' oder 'Force Restart' auf ein Häkchen oder im Falle der benötigten Minimalkonfiguration des Zielsystems inklusive RAM-Bedarf wie die Festlegung des Default-Packages auf eine Eingabe. Alsdann legt man in einem weiteren Dialog noch das Medium für den Installer fest, die Palette reicht von 400K-Diskette über CD-ROM bis 'Custom'. Wer Netz-Ware anfertigt, weiß dort sicherlich auch die Option 'BinHex Post-Processing' (.hqx) zu schätzen. Ein letzter Klick auf den Speicherknopf erzeugt den fertigen Installer.

Wem Installer mit Installationsskripten ein Graus sind, der wird an Installer VISE Lite sicher seine Freude haben, zumal in diesem Genre keine Features zugunsten der Benutzerfreundlichkeit verloren gehen. Die Kompressionsroutinen von MindVision sind denen von Aladdin (StuffIt) durchaus ebenbürtig. Bemerkenswert finden wir auch die Sprachvielfalt, registrierte Benutzer können aus elf Sprachen für die Installerapplikation wählen. Das Beste zum Schluß: Installer VISE Lite und die Distribution damit erstellter Installer ist für Entwickler von Shareware, Freeware und ähnlicher Ware kostenfrei. Genaueres dazu steht in der beiliegenden Dokumentation. (cm)


Installer VISE Lite 3.6 (kostenlos für Freeware-/Shareware-Entwickler) steht in der c't-Mailbox, ist aber auch beim Hersteller unter http://www.mindvision.com zu beziehen.

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