Weltmeisterlich

Bluetooth-USB-Adapter mit großer Reichweite

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Die Bluetooth-Entwicklung schreitet ungebremst voran. Vor allem bei der Reichweite der Adapter scheinen die Ingenieure kein Halten zu kennen: Mancher Nahfunker erreicht mehr als das Doppelte der Spezifikationen.

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Bluetooth- USB-Adapter sind unscheinbare, maximal daumengroße Stecker. Mit ihren dicken Software-Paketen bilden sie vielseitige Funkzentralen. Unter einer einheitlichen Oberfläche sind so verschiedene Funk-Anwendungen vereint wie Drucken, Synchronisieren mit Handys, Übertragen von Bildern und Video-Clips oder auch Surfen per Modem oder ISDN. Zunehmend eignen sich die Funk-Däumlinge für die Anbindung drahtloser Tastaturen und Mäuse und kommen gelegentlich auch für die Vernetzung in Frage, wenngleich sie ihren größeren und stromhungrigeren WLAN-Vettern meist wegen höherer Geschwindigkeit den Vortritt lassen müssen.

Für diesen Test haben wir ausschließlich Klasse-1-Funker bis 50 Euro ausgewählt, also USB-Dongles, die mit maximal 100 mW senden (EIRP, Effective Isotropic Radiated Power) und so gemäß der ursprünglichen Bluetooth-Spezifikation unter guten Bedingungen und bei Sichtkontakt bis zu 100 Meter überbrücken sollen. Die besseren unter ihnen schafften im Test aber weit mehr; selbst 200 Meter waren nicht zu weit. Die elf Kandidaten stammen von den Firmen Allied Data Technologies, Anubis, AVM, Conceptronic, Digital Data, Digitus, Epox, Fujitsu-Siemens, SCM, Sitecom und Yakumo. Wir stellen sie im Weiteren in mehreren Gruppen vor, weil einige unter ihnen zumindest sehr ähnlich, wenn nicht baugleich sind.

Einige interessante Geräte sind nicht im Test vertreten. Beispielsweise haben Belkin und TDK Klasse-1-Kandidaten im Lieferprogramm, die jedoch die Preisgrenze überschreiten; Mitsumi gab an, keine Testmuster liefern zu können, weil das Lager vorübergehend ausverkauft sei.

Die Klasse-1-Stecker konkurrieren mit USB-Adaptern der schwächeren Funkklassen 2 und 3, die mit 2,5 respektive 1 mW Sendeleistung für maximal 50 beziehungsweise maximal zehn Meter ausgelegt sind. Weil der Funktionsumfang im Wesentlichen nicht von der Hardware abhängt, gleichen sich in diesem Punkt die meisten Stecker – die Software stammt überwiegend vom dominierenden Hersteller Widcomm. Auch sind die Preisunterschiede zwischen den Funkklassen inzwischen klein – oft liegen sie nicht mehr als zehn bis 20 Euro auseinander.

Das kann dazu verleiten, einfach den hübschesten Dongle aus dem Regal zu nehmen. Doch mit dieser Strategie sparen wohl nur jene Kurzentschlossenen Zeit und Aufwand, die Zimmerfunk im Sinn haben. In den anderen Fällen sollte man schon sicherstellen, dass der Bluetooth-Stecker auch unter schwierigen Bedingungen funkseitig genügend Reserven bereithält – selbst wenn man keine Verbindungen über Wohnungs- oder Grundstückgrenzen hinaus aufbauen will.

Beispielsweise ist es sehr unwahrscheinlich, dass man einen Musik-PC mit dem Nokia-Handy 6600 auch aus entfernten Zimmern einer großen Wohnung fernsteuern kann, wenn die PC-Juke-Box nur mit einem Klasse-2-Dongle ausgerüstet ist (Nachrüstprogramme fürs Handy, etwa Bemused, Romeo oder Salling Clicker können via Bluetooth Kommandos an den PC absetzen und so etwa einen MP3-Player fernsteuern).

Setzt man jedoch einen überdurchschnittlichen USB-Stecker der Klasse 1 ein, kann man davon ausgehen, dass sich PC und Handy auch durch mehrere Wände hindurch "hören". Das überrascht zunächst, denn man erwartet nicht, dass sich die Reichweite des einen Geräts auf die des anderen auswirkt – schließlich sind die meisten Handys nur Klasse-3-Geräte. Durch verbesserte Eingangsempfindlichkeit der Empfänger haben die Entwickler die Reichweite jedoch über die zunächst festgelegten Reichweiten getrieben. Neben der Reichweite sind die Bedienung und die Software-Ausstattung wichtige Auswahlkriterien. Von der Software hängt ab, welche Bluetooth-Profile, also welche Bluetooth-Anwendungen mit einem Dongle möglich sind. Diese und andere wesentliche Bluetooth-Eigenschaften zeigt unsere Bluetooth-Datenbank; die Links in den Überschriften der einzelnen Geräte führen direkt zum entsprechenden Eintrag.

Bei den bisherigen Tests erwies sich die Installation in den meisten Fällen als unkritisch. Das hat sich mit Erscheinen des Service Pack 2 für Windows XP geändert, denn anders als die Vorläufer bringt Service Pack 2 erstmals Microsofts eigene Bluetooth-Software mit (Bluetooth-Stack). Diese verhindert in vielen Fällen die korrekte Installation der mit dem Dongle gelieferten Software; der Microsoft-Stack kommt dem deutlich umfangreicheren Widcomm-Stack zuvor, ohne jedoch den Benutzer darüber zu informieren. Bluetooth funktioniert dann zwar, aber viele Anwender sind verwirrt, weil kaum ein Wort der Widcomm-Bedienungsanleitung mit den Gegebenheiten übereinstimmt.

Die Ursache liegt darin, dass Widcomm seine Software nicht von Microsoft zertifizieren ließ und Windows XP – bei der Installation vor die Wahl gestellt – einfach dem Microsoft-eigenen Stack den Vorzug gibt, weil der zertifiziert ist. Abhilfe kann man um den Jahreswechsel erwarten, wenn die dann ebenfalls zertifizierte Widcomm-Version 3.x auf den Markt kommt. Für welche Bluetooth-Adapter dann Updates erhältlich sein werden, steht aber in den Sternen. Vermutlich nicht für alle, so wie bei den bisherigen Updates.

Um so wichtiger ist zu wissen, dass im Prinzip auch aktuelle Widcomm-Versionen auf PCs mit SP 2 laufen – es braucht lediglich etwas Handarbeit dafür. Eine Beschreibung des überraschend einfachen Tricks haben wir bereits auf heise mobil veröffentlicht (Hochzeit mit Hindernissen sowie Kaltgestellte Nahfunker).

Im Test zeigte sich, dass man nur drei der elf Kandidaten ohne zusätzliche Kenntnisse auch auf Maschinen mit SP 2 installieren kann – die von Allied Data Technologies, von Fujitsu-Siemens und von AVM. Die Adapter von AVM und Fujitsu-Siemens sind nicht in der Datei bth.inf aufgeführt, die Windows XP vor der Installation konsultiert, sodass beide ungestört bleiben. Der Dongle von Allied Data Technologies gehört hingegen durchaus zu der Gruppe, auf die Microsofts Stack Anspruch erhebt. Doch der Hersteller fertigte nach Rückfrage anhand unseres Artikels eine erweiterte Installationsanleitung an und legt sie seinen Dongles bei.

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Bluefritz! 2.0: Empfindlichkeit noch einmal verbessert

BlueFritz! USB 2.0 ist der Nachfolger des BlueFritz! USB. Die neue Version ist nicht nur deutlich kleiner, sondern sie wartet auch mit noch einmal verbesserter Eingangsempfindlichkeit auf – der höchsten unter den Testkandidaten.

Steckt man den Dongle bei eingelegter CD an, muss man nur noch einige Dialoge abklicken, bis er eingerichtet ist; danach startet automatisch die erste Suche nach Funkpartnern. Profilseitig bietet BlueFritz! etwas weniger als andere Stecker, aber die wichtigsten Bluetooth-Anwendungen sind abgedeckt. Er hat als einziger das ISDN-Profil, mit dem man an AVM-eigene ISDN-Adapter ankoppeln kann, um so das dicke Software-Paket Fritz! für ISDN zu nutzen. Letzteres enthält unter anderem Anrufbeantworter, Faxprogramm, SMS-Anwendung und vieles andere mehr. Auch kann im Zusammenspiel mit den ISDN-Adaptern AP-ISDN oder AP-X einzig der BlueFritz!-Dongle die ISDN-Kanalbündelung einschalten. Das einfachere und nur zum Modem-Surfen gedachte DUN-Profil anderer Bluetooth-Stecker eignet sich nicht für die Kanalbündelung. Updates für die Software stellt AVM im AVM Service-Portal zur Verfügung.

Die Benutzerschnittstelle konnte hinsichtlich Bedienung und Funktionsumfang überzeugen; der Status-Dialog mit seiner Fülle an Funk-Informationen ist in seiner Klasse einzigartig. Wir fanden allerdings das Hauptfenster der AVM-Software etwas zu groß und wünschten uns, dass man es nach eigenem Gusto verkleinern und vergrößern kann.

PAN-Verbindungen mit Gegenstellen, die mit Microsofts Stack arbeiten, kommen nur zustande, wenn sie von Microsofts Seite ausgelöst werden. Das ist zwar ein lästiges, aber korrektes Verhalten, denn da Microsoft anders als AVM keinen PAN Access Point implementiert hat, "darf" es auch nicht von AVM zu Microsoft klappen, sondern nur in Gegenrichtung. Stecker unter Widcomm-Betrieb ignorieren diese Vorgabe der Spezifikation und stellen trotz fehlendem Access Point auch in Richtung Microsoft-Stack PAN-Verbindungen her.

Neu und überraschend im Repertoire des BlueFritz! 2.0 ist eine Umschaltfunktion, mit der man bei Windows XP mit SP 2 "on the fly" zwischen AVMs und Microsofts Bluetooth-Stack wechseln kann. So lassen sich mit demselben Dongle Anwendungen nutzen, die ausschließlich Microsofts Stack voraussetzen. Bisher setzt einzig Nokias Windows-Software PC Suite den Microsoft-Stack voraus – warum auch immer ...

In den Durchsatzprüfungen (Testverfahren und Messergebnisse finden Sie auf der letzten Seite dieser Artikelstrecke) hinterließ der Mini-Funker einen sehr guten Eindruck und gehörte auf allen Messplätzen zur Spitzengruppe; über die 200-Meter-Strecke distanzierte er die übrigen. In allen Fällen waren sehr gute Empfangspegel bei niedrigen Paketfehlerraten zu verzeichnen, die sich durchweg in hohen Durchsatzraten niederschlugen.

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Meist ausreichend schnell: Blueport Class 1 und Tornado 201

Blueport Class 1 von Yakumo sowie Tornado 201 von Allied Data Technologies erinnern äußerlich an den Acer BT-700. Wie Acer haben sich auch Yakumo und Allied dazu entschieden, dem Modul den umfangreichen Stack von Widcomm beizulegen. Der liegt wie die Bedienungsanleitung nur in Englisch vor, bietet aber die Widcomm-übliche große Profil-Palette. So sind etwa die Profile DUN-DT zum Surfen, HCRP-Client zum Drucken, FTP für die Dateiübertragung, Sync-Server und -Client für den Datenabgleich oder auch Headset-AG und -HS für die schnurlose Telefonie per Headset respektive Handy enthalten.

Beide Kandidaten eignen sich zudem für die Anbindung von Tastatur und Maus, da HID-Host ebenfalls enthalten ist. Beim Tornado muss man allerdings die ältere, auf CD gelieferte Widcomm-Version 1.3.2.7 mit der auf dem Webserver des Herstellers hinterlegten Version 1.4.2.10 auffrischen (siehe Soft-Link). Auch das Dokument, in dem Allied beschreibt, wie man den Stecker auf Windows XP mit SP 2 einrichtet, ist dort zu finden.

Funkseitig hinterließen die riegelähnlichen Module einen befriedigenden Eindruck. Sie kamen zwar nur unter guten Bedingungen nahe an die maximale Übertragungsgeschwindigkeit von rund 80 kByte/s heran, waren aber in den meisten Situationen für die wichtigsten Anwendungen schnell genug.

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Auch für Mac OS X geeignet: Digitus Class 1 und LevelOne MDU0005USB

Von Digitus stammt der flache Bluetooth-Class-1-USB-Adapter. Er ist weitgehend baugleich mit dem MDU0005USB von LevelOne. Beide Dongles werden mit Widcomm-Software für Windows geliefert, und beide eignen sich auch für Linux und Mac OS X. Das Tüpfelchen auf dem i wäre allerdings, diese Information nicht nur in den Bedienungsanleitungen aufzuführen, sondern auch auf der Verpackung.

Die Bedienungsanleitungen unterscheiden sich in einigen Punkten. Dem Dongle von LevelOne liegt eine zweiseitige, mehrsprachige Kurzanleitung bei, von der aber nur acht Zeilen in Deutsch sind. Auf der CD finden sich umfangreiche Flash-Animationen, die einzelne Funktionen vorführen.An manchen Stellen sind die Animationen zu knapp und in einem Fall fehlerhaft. So vermissten wir bei der Einrichtung zum Surfen per GPRS-Handy die Beschreibung, dass und wie der Access-Point-Name des jeweiligen Netzbetreibers eingestellt werden muss. Auch die Beschreibung der Synchronisierung endet zu früh – damit sie funktioniert, muss Outlook Express nicht nur installiert, sondern auch mindestens einmal gestartet worden sein, sonst bricht der Abgleich ohne Fehlermeldung ab. Das Kapitel, das das Einschalten der Verschlüsselung vorführen soll, zeigt tatsächlich, wie man sie abschaltet. Auch schade, dass sich die Lehrgänge auf die ältere Widcomm-Version 1.3 beziehen, denn die gelieferte Version 1.4 ist stellenweise anders gestaltet.

Das Digitus-Muster konnte mit anderen Steckern dieses Tests nicht ganz mithalten; die ermittelten Durchsatzraten blieben hinter den Werten der anderen Geräte zurück. Auch waren die gemessenen Fehlerraten auf den entfernten Messplätzen höher als erwartet. Weil jedoch der baugleiche LevelOne-Stecker bessere Werte lieferte, gehen wir von einem Fertigungsfehler aus.

Beide Dongles erfüllen die Mindesterwartungen, wenngleich sie nicht für schwierige Funkbedingungen geeignet scheinen. Die Ursache ließ sich bis Testende nicht ermitteln. Beispielsweise sind die angegebene Eingangsempfindlichkeit und die maxi-male Sendeleistung recht hoch, doch unsere Messwerte stehen dazu im Widerspruch. Der Digitus-Dongle war zum Beispiel auf Messplatz 3 mit rund -75 dBm nur sehr leise zu hören und die Gegenstelle musste mit 20 dBm senden, damit sie der Digitus-Stecker hörte. Andere Kandidaten kamen auf demselben Messplatz lauter an und erforderten von der Gegenstelle keine volle Sendeleistung.

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Unterschiede in Details: Typhoon Class 1, Conceptronic CBT 100U, SCM Class 1 und Sitecom CN-502

Sehr ähnlich sind sich die vier Klasse1-Funker von Anubis (Typhoon Class 1), Conceptronic (CBT 100U), SCM (Class 1) und Sitecom (CN-502). Anders als die bisherigen Testteilnehmer haben sie externe Antennen, die sich zudem auch drehen lassen. Unter schwierigen Funkbedingungen kann dieses Feature von Nutzen sein – öffnet man bei bestehender Funkverbindung das Statusfenster mit der qualitativen Pegelanzeige, kann man in manchen Fällen durch Änderung der Antennenausrichtung den Empfang verbessern.

Auf den Platinchen sind jeweils eine grüne und eine gelbe LED angebracht, die aber nur in den Ausführungen von SCM und Sitecom klar zu erkennen sind. Bei den beiden anderen Geräten sind sie unter blickdichten Gehäusen verborgen.Funkseitig hinterließen alle vier Stecker einen sehr guten Eindruck. Der Funktionsumfang ist bei den Geräten von Anubis, Conceptronic und Sitecom gleich. Diese Geräte kommen mit Widcomm-Version 1.4 daher. Dem SCM-Stecker liegt nur die Version 1.3 bei, die mangels HID-Host keine Anbindung von Tastatur und Maus ermöglicht. Weitere Unterschiede gibt es hinsichtlich der Sprachversionen.

Drei der vier Dongles bringen auch beispielhaft ausführliche Bedienungsanleitungen auf CD mit – entsprechend fällt die Einarbeitung erheblich leichter als bei anderen Kandidaten. Nur SCM knausert mit einer etwas knappen, aber immer noch hinreichend präzisen Beschreibung. Den ausführlicheren Dokumenten der anderen drei kann man auch entnehmen, wie man die Adapter auf Mac-OS-X-PCs einsetzen kann; auf der Verpackung ist Mac OS X wiederum nicht vermerkt. Einen kleinen Minuspunkt musste der Sitecom-Dongle hinnehmen, weil die Anleitung nicht im PDF-, sondern im Word-Format vorlag; Word-lose Anwender können die Anleitung nicht öffnen.

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Auch Nebenwerte sehr gut: BT-DG05A

Epox hat den schlanken BT-DG05A ins Rennen geschickt. Die Inbetriebnahme klappt ähnlich einfach wie bei anderen Widcomm-Kandidaten, mit dem Unterschied, dass man die Bedienungsanleitung nicht auf Anhieb findet – die PDF-Datei liegt etwas versteckt im Installationsverzeichnis der Software.

Der Stecker lieferte sehr gute Resultate in den Funkprüfungen. Auffällig sind die durchweg guten "Nebenwerte", die Sendeleistungen und die zugehörigen Empfangspegel auf der anderen Seite der Messstrecken. Bei der dritten Messung etwa, bei der 20 Meter Entfernung und mehrere Bürowände und -regale zu durchdringen sind, genügte dem BT-DG05A die Hälfte der zulässigen Sendeleistung (10 dBm), und dennoch war er mit -54 dBm deutlich zu vernehmen.

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Vorreiter in punkto Miniaturisierung: Connect2Air

Der Connect2Air von Fujitsu-Siemens ist unseren Kenntnissen nach der weltweit kleinste Klasse-1-Dongle – eigentlich sollte auf der Verpackung die Warnung angebracht sein "vor Kleinkindern fernhalten".

Die Installation dauert ein wenig länger als bei den übrigen Geräten: Nach Abschluss der Kopiervorgänge muss man noch einen Freischalt-Code für die Widcomm-Software eingeben, der an die Bluetooth Device Address des Dongles gekoppelt ist (BDA). Damit soll verhindert werden, dass die Software mit Dongles fremder Hersteller betrieben wird – manche Anwender greifen zu solchen Tricks, wenn für ihren Bluetooth-Stecker kein Update verfügbar ist.

Ohne den Key kann man den Dongle unter Windows gar nicht in Betrieb nehmen, weil er wie der AVM-Stecker nicht in Microsofts Installationsdatei bth.inf aufgeführt ist und daher auch nicht mit dem Redmonder Stack läuft. Dass er auch an Linux- und Mac-OS-X-Rechnern funktioniert, und zwar ohne Key, verrät der Hersteller nicht.

Unterm Strich bleibt ein sehr erfreuliches Bild: Alle Testkandidaten warten mit umfangreichen Funktionen auf; in diesem Bereich präsentiert sich das Testfeld geschlossen.

Größere Unterschiede fallen erst beim Betrachten der Funkeigenschaften auf. Dann teilt sich das Feld in Geräte, die überdurchschnittlichen sowie normalen Ansprüchen genügen. Zu der letzteren Gruppe zählen die Stecker von Allied, Digitus, Digital Data, Fujitsu-Siemens und Yakumo. Sie warten mit ausreichenden bis soliden Funkeigenschaften auf. Aus dieser Gruppe ragt der Connect2Air-Winzling heraus. Mit seinen geringen Maßen dürfte er für Reisende reizvoll sein.

Die übrigen sechs bilden die Spitzengruppe. Sie haben auch für schwierige Funkbedingungen ausreichend Reserven und kommen eher in Frage, wenn Bluetooth-Verbindungen zwischen zwei Stockwerken oder über größere Strecken gefragt sind. Dazu zählen wir zunächst BlueFritz! von AVM und den Typhoon-Stecker – diese beiden teilen sich funkseitig die besten Plätze. Dicht darauf folgen der Epox-Adapter sowie die baugleichen Dongles von Conceptronic, Sitecom und SCM. Die letzteren vier liegen eng beieinander, sodass vielleicht Kleinigkeiten wie Umfang oder Format der elektronischen Bedienungsanleitungen, die Software-Version oder einfach die Sympathie den Ausschlag geben. (dz)

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PAN-mäßig vernetzt
Messverfahren
Bluetooth-Geräte können bis zu 723,2 kBit/s übertragen. In der Praxis kommen viele dem Maximum sehr nahe und befördern so rund 80 kByte/s. Wie bei allen Funktechniken klappt das aber nur unter guten Bedingungen, also bei Sichtverbindungen und niedrigem Störpegel auf dem Funkweg. Vereinfacht kann man sagen, je höher die Sendeleistung und je besser die Eingangsempfindlichkeit, desto niedriger die Fehlerrate – und je niedriger die Fehlerrate liegt, desto näher reichen die Funker an den maximal möglichen Datendurchsatz heran. Für die Messungen der Durchsatzleistung haben wir je zwei Muster jedes Kandidaten per PAN-Vernetzung gekoppelt. Als Benchmark-Software diente das Programm NetIO 1.23, das wir auf zwei Windows-XP-Notebooks eingerichtet haben. NetIO ermittelt anhand verschiedener Paketgrößen den Datendurchsatz auf TCP/IP-Verbindungen, die die PAN-Verbindung bereitstellt. Jedes Gerät musste die gesamte NetIO-Test-Suite pro Messplatz fünfmal durchlaufen.

Gegenüber den bisherigen Prüfungen haben wir das Verfahren um eine 200-Meter-Strecke mit Sichtkontakt erweitert. Wegen der deutlich besseren Empfindlichkeiten mussten wir höhere Reichweiten als bisher erwarten.

Die Werte auf den ersten drei Messplätzen liefern ein Bild über die Tauglichkeit der Kandidaten in Gebäuden: Aufbau 1, bei dem die Funkpartner nur ein Meter Luft trennt, stellt die wohl einfachsten Bedingungen dar und lässt die höchsten Durchsatzraten erwarten. Bei Nummer 2 und 3 steht ein Funkpartner in einem Büroraum und der zweite an zwei zunehmend entfernten Positionen um die Ecke im Flur – die Kandidaten müssen dabei durch einige Büroschränke und Wände "horchen".

Die vierte und fünfte Messung fand im Freien in 100 und 200 Metern Entfernung bei Sichtkontakt statt. Diese Resultate lassen darauf schließen, wie gut sich die Stecker zum Beispiel für die Nachbarschaftsvernetzung eignen. Die Durchsatzraten lassen sich allerdings nur bedingt reproduzieren, denn die Funkleistung im Freien hängt sehr von den Wetterverhältnissen ab. Beispielsweise erhöht sich die Fehlerrate bei Regen, weil Wassermoleküle die Dämpfung erhöhen. Ähnlich negativ wirken Sonneneinstrahlung und höhere Temperaturen – weil dabei der Rauschpegel steigt. Die Messungen kamen bei herbstlich-kühlem, trockenem Wetter zustande. Die Ergebnisse sind im Diagramm gegenüber grafisch dargestellt. Der Messwert "0" bedeutet, dass trotz fünf Versuchen kein Verbindungsaufbau gelang und daher auch kein Byte übertragen wurde.

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