Wenn die Backofen-Uhr nachgeht: Das 50-Hertz-Problem

Die Uhr im Siemens-Backofen geht 4 Minuten nach, wie der Vergleich mit dem Smartphone zeigt.

@ctmagazin | Blog

Seit Tagen wundere ich mich, dass die Uhr im Küchenherd nachgeht: Wie Kollege Ahlers erklärt, ist das eiskalte Winterwetter daran schuld beziehungsweise die davon verursachte Strom-Knappheit.

Alte Radiowecker mit 230-Volt-Anschluss, eingebaute Uhren in Herden und Mikrowellen, analoge Zeitschaltuhren für die Steckdose oder in der Elektroverteilung: Viele der sogenannten Synchronuhren gehen seit einigen Tagen nach. Sie nutzen als Zeitbasis nämlich die Frequenz der Wechselspannung, die für gewöhnlich 50 Hertz beträgt. Doch seit einiger Zeit liegt diese Frequenz im Schnitt unter 50 Hz, wenn auch nur ein winziges bisschen – aber das summiert sich im Lauf der Zeit bei Synchronuhren zu "Verspätungen" von einigen Minuten.

Analoge Zeitschaltuhr "theben-timer 26" für die Steckdose (Bild: Theben)

Es ist verblüffend, in wie vielen Einbau-Backöfen und Küchenherden noch Synchronuhren stecken. Mein Siemens-Backofen von 2003 ist jedenfalls betroffen. Auch die Zeitschaltuhr für die Beleuchtung des Aquariums hängt hinterher. Es ist ein klassischer "Theben-Timer", die der Hersteller auch immer noch verkauft.

Möglicherweise läuten in der ein oder anderen Kirche auch die Glocken etwas zu spät, aber wie sich 2013 zeigte, hat hier oft schon die Moderne in Form von vernetzten Steuerungsanlagen Einzug gehalten.

Die Frequenz der 230-Volt-Wechselspannung darf in gewissen Grenzen schwanken und tut das auch, üblicherweise gleichen sich aber zu niedrige und zu hohe Werte im Zeitverlauf aus. Was es mit der aktuell zu niedrigen Frequenz auf sich hat, erklärt Ernst Ahlers auf heise online. (ciw)

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