Wer verdient wie viel?

Ergebnisse der c't-Gehaltsumfrage

Wissen | Hintergrund

Bekomme ich, was ich verdiene? Könnte ich woanders mehr verdienen? Lohnt es sich zu studieren? Und bin ich finanziell wirklich der Dumme, wenn ich im öffentlichen Dienst arbeite? Fragen, die die c't-Gehaltsumfrage zwar nicht mit letzter Sicherheit beantworten kann. Aber die Angaben unserer Leser werfen immerhin ein interessantes Schlaglicht auf die aktuelle Einkommenssituation.

Aufmacher

‘2000’ - diese Jahreszahl dürfte bei etlichen IT-Experten wehmütige Gedanken hervorrufen. Damals schien alles möglich - der Mangel an Fachkräften verhieß Spitzengehälter auch für durchschnittliche Positionen.

Seit die Konjunktureinbrüche überall deutlich spürbar sind, haben die Wachstumsprognosen auch in der Informations- und Telekommunikationsbranche wieder mehr Bodenhaftung bekommen und die Klagen über den IT-Fachkräftemangel sind in allen Branchen deutlich leiser geworden - allerdings nicht völlig verstummt. Es ist auch heute keineswegs unmöglich geworden, als ausgewiesener IT-Experte eine interessante Stelle zu bekommen - aber rote Teppiche werden für potenzielle Mitarbeiter nur noch selten ausgerollt. Entsprechend bodenständiger fallen in der Regel auch die Gehaltsverhandlungen aus.

Deutlich schwieriger ist die Situation vor allem für Quereinsteiger ohne Ausbildung geworden. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen die Unternehmen recht schnell dazu bereit waren, auszuprobieren, ob sich der nicht optimal ausgebildete Bewerber einarbeiten kann - und für diesen Versuch im Zweifelsfall auch noch überdurchschnittliche Gehälter anboten.

Im Gegenteil: Beratungsunternehmen berichten, dass zunehmend versucht wird, weniger qualifizierte Mitarbeiter, die in Zeiten des Mangels zu guten Konditionen eingestellt wurden, zu Gunsten von hochqualifizierten IT-Experten auszutauschen. Letztere könnten zwar nach wie vor durchaus gute Gehälter aushandeln, allerdings stiegen diese nicht mehr so schnell wie in den zurückliegenden Jahren, heißt es übereinstimmend, und insbesondere Neueinsteiger müssten sich fast durchweg mit einem geringeren Gehalt begnügen als noch vor einem guten Jahr.

Dabei sind üblicherweise auch ohne diese Schwankungen die Unterschiede im Gehalt schon recht hoch: Je nach Unternehmensgröße und dem damit verbundenen Hierarchieaufbau, der Berufserfahrung sowie dem Maß an Verantwortung könne der Gehaltsunterschied für die gleiche Tätigkeit 20 bis 30 Prozent betragen, heißt es in einer Studie der unter anderem auf Vergütungsberatung spezialisierten Kienbaum Management Consultants GmbH.

Dies scheint allerdings nur für eine recht enge Auslegung des Begriffs ‘gleiche Tätigkeit’ zu gelten. Der gerade erschienene Gehaltsvergleich Hi-Tech-Industrie 2002 der Unternehmensberatung Interconsult, der bei den einzelnen Positionen nochmal nach Berufserfahrung und Personalverantwortung unterscheidet, weist zum Teil deutlich größere Spannen aus. Der ähnlich aufgeschlüsselte Gehaltsvergleich der IG Metall hatte bisher sogar Unterschiede bis hin zum Vierfachen und mehr ergeben. Die Ausgabe 2002 soll zur CeBIT erscheinen. Auch die Auswertung der Erhebung des Deutschen Multimedia Verbands (DMMV) vom vergangenen Herbst soll demnächst veröffentlicht werden.

Die Beratungsunternehmen ebenso wie die IG Metall erheben ihre Daten vorrangig direkt bei den Unternehmen, während der DMMV sich auf eine Online-Umfrage bei den Arbeitnehmern stützt. In der Regel beschränken sich die Gehaltsspiegel allerdings auf die IT-Branche - wobei jeder eine eigene Abgrenzung vornimmt.

Wir wollten mit unserer Online-Umfrage weiter greifen und IT-Experten aus allen Branchen einbeziehen. Auch in anderen Details unterscheiden sich die diversen Gehaltsspiegel, sodass sie weder untereinander noch mit der c't-Leserumfrage direkt vergleichbar sind.

Die für jeden zugängliche Umfrage auf der c't-Webseite kann naturgemäß keine statistisch abgesicherten repräsentativen Ergebnisse liefern. Entsprechend können und wollen wir auch nicht den Anspruch erheben, mit einer Befragung der c't- und heise-online-Leser die Gehaltsstruktur in IT-Berufen exakt widerzuspiegeln. Einen Eindruck davon, womit man rechnen kann respektive muss, vermittelt die Umfrage unserer Ansicht nach aber durchaus.

14 Tage lang konnte jeder den Fragebogen auf der c't-Website anonym ausfüllen, der eine fest angestellte Tätigkeit in den Berufsfeldern IT-Management, Beratung/Consulting, Hardware-Entwicklung, Software-Programmierung/Datenbanken, IT-Vertrieb/Marketing, E-Commerce, Administration, Web-Entwicklung/Multimedia/Design, IT-Training, Service und Redaktion/Content-Management/Dokumentation ausübt.

Teilgenommen haben mehr als 9000 Leser. Da die Daten anonym erfasst wurden, war bei der Auswertung eine Kontrolle, ob sich alle Teilnehmer korrekt zugeordnet haben, naturgemäß nicht möglich. Herausgenommen haben wir offensichtliche Scherzeingaben sowie Angaben von Freiberuflern, da wir ausdrücklich nur nach Gehältern gefragt hatten. Neben den Mittelwerten haben wir auch die Minimal- und Maximalwerte angegeben, um die Spannen zu zeigen, in denen sich die Gehälter bewegen können - man sollte die Ergebnisse im Einzelfall aber mit einer gewissen Skepsis betrachten.

Wie bei der großen Palette an abgefragten Positionen vom Service bis zum Management nicht anders zu erwarten, sind die gefundenen Unterschiede im Jahreseinkommen - womit in diesem Fall das Gehalt einschließlich dem Gegenwert aller Sonderleistungen gemeint ist - recht beachtlich: Die Spanne reicht von rund 18 000 Euro bis zu 177 000 Euro. Der Durchschnittsteilnehmer verdient 48 400 Euro im Jahr inklusive Sonderleistungen im Gegenwert von rund 2700 Euro und arbeitet dafür 45 Stunden in der Woche.

Dabei scheint der jeweils geleistete Arbeitseinsatz im Einzelfall recht weit vom Durchschnitt abzuweichen. Die weit überwiegende Mehrzahl von 96 Prozent der Teilnehmer hat Vollzeit angegeben. Die entsprechenden Angaben zur tatsächlichen wöchentlichen Arbeitszeit variieren dabei allerdings zwischen 30 und 110 Stunden. Bei den Teilzeitarbeitenden liegt der Mittelwert bei 24 Stunden, wobei einige tatsächliche Arbeitszeiten angegeben haben, die man von einem Vollzeitarbeitenden erwarten würde, andere nur einzelne Stunden. Angesichts dieser Überschneidungen, aber auch auf Grund des geringen Anteils, der bei den Einzelauswertungen sehr niedrige Teilnehmerzahlen ergeben hätte, erschien uns eine detaillierte Auswertung der Einkommen von Teilzeitarbeitenden nicht sinnvoll machbar.

Auch auf eine Normierung der Einkommen auf eine bestimmte wöchentliche Arbeitszeit, wie es die IG Metall in ihrer Gehaltsübersicht macht, haben wir verzichtet. Das hätte zwar manche scheinbaren Spitzengehälter von Vielarbeitern relativiert, dafür aber nicht mehr gezeigt, wie viel tatsächlich gezahlt wird. Bei der Beurteilung der Umfrageergebnisse sollte man sich aber bewusst sein, dass hinter den unterschiedlichen Einkommen auch ganz unterschiedlicher Arbeitseinsatz stecken kann.

Obwohl Überstunden für die meisten Teilnehmer an der Tagesordnung waren, gaben unter den Vollzeitarbeitenden 40 Prozent an, dass sie keinerlei Ausgleich dafür erhalten, bei den Teilzeitschaffenden waren es immerhin noch 20 Prozent.

Die Einkommenstrends, die sich aus den Ergebnissen der Umfrage ablesen lassen, belegen im Groben einige gängige Vorurteile, sorgen im Detail aber auch für manche Überraschung. So liegen die mittleren Einkommen in Bayern mit 50 499 Euro und Baden-Württemberg mit 49 560 Euro zwar wie erwartet über dem Bundesdurchschnitt - Spitzenreiter in dieser Umfrage sind aber Hessen mit 51 647 Euro und Hamburg mit 51 109 Euro. Am anderen Ende der Skala finden sich die östlichen Bundesländer - ausgenommen Berlin -, in denen die Durchschnittseinkommen lediglich von 37 352 bis 41 583 Euro reichen. Beim Vergleich dieser Zahlen muss man natürlich die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten berücksichtigen, aber die Unterschiede sind schon recht deutlich. Nach unserer Umfrage erreichen die Einkommen im Osten Deutschlands lediglich 77 bis 86 Prozent des bundesweiten Durchschnitts von 48 400 Euro.

Bundesländer
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Auffällig ist dabei noch, dass auch die Spannweite der Einkommen in den östlichen Ländern deutlich kleiner ist als bei den anderen - die Spitzengehälter liegen hier ebenso wie im Saarland, Schleswig-Holstein und Bremen immer noch deutlich unter 100 000 Euro.

Unabhängig von der konkreten Berufswahl spiegeln sich neben den regionalen Unterschieden auch andere Einflussfaktoren auf das Einkommen in den Ergebnissen wider. Berufserfahrung, Ausbildungsniveau und Geschlecht spielen ebenso eine Rolle wie Art und Größe des Unternehmens, in dem man arbeitet.

Berufserfahrung und Ausbildung
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52 Prozent der Teilnehmer haben eine akademische Ausbildung abgeschlossen, 22 Prozent die Hochschule ohne Abschluss verlassen und 26 Prozent keinerlei Hochschulausbildung. Die meisten Teilnehmer kommen aus kleinen bis mittelständischen Unternehmen, insgesamt reicht das Spektrum vom Kleinstbetrieb bis zum Großkonzern. Knapp zwei Drittel geben an, in IT-Unternehmen zu arbeiten, das verbleibende Drittel ist in IT- oder Internetabteilungen von Firmen aus anderen Branchen beschäftigt. Lediglich sieben Prozent verdienen ihre Brötchen im öffentlichen Dienst.

Einen deutlichen Unterschied ergab die Umfrage beim Vergleich der Durchschnittseinkommen im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft. Bei den Staatsdienern mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung zum Beispiel liegen die Gehälter abhängig vom Abschluss um bis zu 20 Prozent niedriger als bei den entsprechenden ‘freien’ Kollegen; die Sonderleistungen betragen bei ihnen sogar nur ein Drittel dessen, was Privatunternehmen ihren Mitarbeitern zahlen. Angesichts der eigentlich klar nach Abschluss und Alter gestaffelten Gehaltstarife verblüfft etwas, dass es nach den Ergebnissen unserer Umfrage im öffentlichen Dienst finanziell keinen Unterschied zu machen scheint, ob jemand die Hochschule mit oder ohne Abschluss besucht hat.

Öffentlicher Dienst und Wirtschaft
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Auf den ersten Blick einfacher scheint die Auswertung beim Einfluss der Berufserfahrung: Vergleicht man bei den Umfrageergebnissen das Durchschnittseinkommen in den ersten beiden Berufsjahren mit dem der darauf folgenden drei Jahre, so ergibt sich ein Zuwachs von rund zehn Prozent. Nach mehr als fünf Jahren ist das Durchschnittseinkommen insgesamt gegenüber dem Anfangsgehalt um knapp ein Viertel gestiegen.

In der Tendenz ist ein Anstieg des Einkommens mit zunehmender Berufserfahrung sicherlich richtig, aber bei der Bewertung der konkreten Zahlen muss man berücksichtigen, dass sie eine Momentaufnahme darstellen und nicht die über die Jahre beobachteten Einkommensverläufe ein und derselben Gruppe. Da die Höhe der Gehälter in den vergangenen Jahren stark schwankte, dürften die jeweiligen Anfänger unter recht unterschiedlichen Bedingungen gestartet sein. Andererseits konnten vor allem in den vergangenen zwei Jahren auch die Berufserfahrenen - auf jeden Fall mit, zum Teil aber auch ohne Stellenwechsel - bessere Gehälter aushandeln.

Eindeutiger ist die Auswertung der Angaben zum Ausbildungsniveau: Auch wenn sich die Einkommensbereiche stark überlappen, so sind die Durchschnittseinkommen mit 52 143 Euro bei den Hochschulabsolventen höher als bei denjenigen, die ein Studium zwar angefangen, aber nicht zu Ende gebracht haben. Diese bringen mit 47 082 Euro wiederum im Schnitt mehr Geld nach Hause als die Nicht-Studierten, die ein Durchschnittseinkommen von 42 153 Euro erreichen.

Insbesondere den häufiger praktizierten Einstieg ohne Abschluss direkt aus dem Studium in den Beruf kann man nicht nur unter diesem Aspekt immer weniger empfehlen. ‘Die Leute tun sich keinen Gefallen, wenn sie die Ausbildung abbrechen. Auch in der IT-Branche geht der Trend zur Professionalisierung’, sagt Stephan Pfisterer, Bildungsreferent des Branchenverbandes BITKOM. Viele Spitzenposten seien nur mit abgeschlossenem Studium erreichbar.

Auch wenn die Unterschiede im Schnitt nicht so groß sind, dass man auf die ganze Berufszeit gesehen davon ausgehen kann, dass man mit Studium garantiert finanziellen Gewinn macht, so eröffnet es einem auf jeden Fall bessere Aufstiegschancen und erleichtert den Einstieg ins Berufsleben.

Wer etwas weniger Ehrgeiz entwickelt und nicht studieren kann oder will, sollte sich zumindest um eine anerkannte Qualifikation wie zum Beispiel eine Ausbildung in einem der IT-Berufe bemühen. Diese öffnet auch die Tür zu staatlich anerkannten Fortbildungsberufen wie dem Informatikfachwirt oder dem Wirtschaftsinformatiker. Autodidakten ohne schriftlichen Nachweis ihrer Fähigkeiten haben es angesichts der wachsenden Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zunehmend schwerer, eine Stelle zu finden.

Einige Teilnahmewillige haben die Möglichkeit vermisst, im Fragebogen auch Ausbildungsvergütungen anzugeben. Wir haben darauf verzichtet, da das Bundesinstitut für Berufsbildung jährlich zum 1. Oktober den Durchschnitt der tariflichen Ausbildungsvergütungen für alle Berufe ermittelt. Während angehende Informationselektroniker derzeit etwas weniger als den in den Handwerksberufen gezahlten Durchschnitt von 509 Euro (West) beziehungsweise 417 Euro (Ost) bekommen, liegen die Ausbildungsvergütungen in den anderen fünf in der Tabelle angegebenen Berufen über dem in Industrie und Handel gezahlten Durchschnitt von 640 Euro (West) beziehungsweise 509 Euro (Ost).

Auffallend ist die geringe Zahl an weiblichen Teilnehmern - mit 2,6 Prozent haben sich deutlich weniger Frauen an unserer Umfrage beteiligt, als in informationstechnischen Berufen laut diverser Untersuchungen arbeiten. Diese geben je nach Abgrenzung einen Frauenanteil von bis zu 18 Prozent an. Selbst wenn man nur den hardwarelastigen Beruf IT-Systemelektroniker betrachtet, liegt der Frauenanteil mit 3,6 Prozent noch etwas höher als bei der Umfrage. Für diesen Unterschied gibt es leider keine eindeutige Erklärung. Es lässt sich nicht sagen, ob sich Frauen weniger für ihr Gehalt interessieren, ob sie bei solchen Umfragen weniger mitmachen oder ob sie schlicht - selbst an dem geringen Frauenanteil unter den IT-Spezialisten gemessen - in unserer Leserschaft unterrepräsentiert sind.

Deutlich wird aber, dass die vielen Förderinitiativen, die Frauen den Einstieg in IT-Berufe schmackhaft machen wollen, ihr Augenmerk auch auf einen Effekt richten sollten, der sich allen Gleichstellungsbemühungen zum Trotz immer noch in den so genannten Männerberufen findet: Frauen scheinen auch in den viel gepriesenen ‘Zukunftsberufen’ im Schnitt weniger zu verdienen als Männer. Allerdings ist angesichts der geringen Teilnehmerinnenzahl von 221 Frauen bei der Bewertung der konkreten Zahlen noch mehr Vorsicht angebracht als bei den Ergebnissen der Umfrage insgesamt. In unserer Umfrage ergab sich für die IT-Frauen mit 43 284 Euro ein Durchschnittseinkommen, das lediglich 88 Prozent des Schnitts von 49 299 Euro bei den Männern entspricht.

Berufserfahrung und Ausbildung
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Trennt man die Gesamtgruppe nicht nur nach Geschlecht, sondern auch noch nach leitenden und nicht leitenden Teilnehmern, wird die Luft für die Frauen noch mal etwas dünner: Ganz abgesehen davon, dass der Frauenanteil unter den Leitenden noch weiter auf lediglich 1,5 Prozent sinkt, erreicht bei unserer Umfrage auch das Einkommen der weiblichen Führungskräfte mit 51 098 Euro nur 85 Prozent des Schnitts der männlichen Führungskräfte von 60 280 Euro. Bei den Teilnehmern ohne leitende Funktion nähern sich die Einkommen entsprechend an: Hier erreichen die Frauen mit 41 961 Euro 92 Prozent des männlichen Schnitts von 45 687 Euro.

Krasser als die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind allerdings die Spannen zwischen den Gehältern von Führungs- und Fachkräften. So bekommen letztere im Schnitt lediglich drei Viertel dessen, was ihre Vorgesetzten erhalten.

Management
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Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man die Angaben aus der Umfrage nach den Berufsfeldern aufschlüsselt und nur die leitenden Teilnehmer, die sich unter Management eingeordnet haben, betrachtet. Mit rund 75 000 Euro beträgt der Schnitt hier gut das Anderthalbfache des durchschnittlichen Jahreseinkommens.

Die Manager sind mit einem Mittelwert von 2,3 auf einer den Schulnoten entsprechenden Skala von 1 bis 6 auch am häufigsten mit ihrem Einkommen zufrieden gewesen. Interessanterweise läuft die Kurve der Durchschnittseinkommen in den einzelnen Berufsfeldern nicht völlig parallel zu den jeweiligen Mittelwerten bei der Zufriedenheit. Besonders die Teilnehmer aus Vertrieb, Marketing und E-Commerce zeigten sich unzufriedener, als es ihre im Mittel überdurchschnittlichen Einkommensangaben eigentlich erwarten ließen.

Administration
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IT-Vertrieb/Marketing
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Lässt man die Management-Gruppe außer Acht, so liegt das Durchschnittseinkommen bei dem Berufsfeld Beratung/Consulting mit rund 58 000 Euro am höchsten, gefolgt von IT-Vertrieb/Marketing mit etwa 56 400 Euro. In der Tendenz deckt sich das mit Aussagen von Beratungsunternehmen, die ebenfalls im Bereich Beratung/Consulting die höchsten Einkommen gefunden haben.

E-Commerce
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Im Mittelfeld liegt der Bereich E-Commerce mit rund 51 300 Euro, dicht gefolgt von der Hardware-Entwicklung mit etwa 50 800 Euro. Bereits knapp unter dem Gesamtdurchschnitt liegen das mittlere Einkommen der Software-Entwickler mit 47 200 Euro und der IT-Trainer mit 44 500 Euro. Administratoren erzielen im Schnitt ein Einkommen von 42 700 Euro, gefolgt von der Gruppe Redaktion/Content-Management/Dokumentation mit 41 900 Euro. Am unteren Ende der Einkommensskala stehen Service mit 39 305 Euro und Web-Entwicklung/Multimedia und Design mit 38 530 Euro.

Wie zu erwarten, verteilten sich die Teilnehmer nicht gleichmäßig auf die einzelnen Berufsgruppen. Um einen Blick auf die Teilnehmerstruktur zu ermöglichen, haben wir in den Grafiken zu den einzelnen Berufsfeldern die recht unterschiedlichen Teilnehmerzahlen jeweils in Klammern mit angegeben. Allerdings ließen sich nicht alle Berufsfelder detailliert in eigenen Grafiken auswerten. Eine Ausnahme haben wir trotz teilweise zu geringer Beteiligung lediglich beim Management gemacht: Die Angaben zu Personalleitern und Vorständen sind dort aber entsprechend besonders vorsichtig zu bewerten. Bei den Berufsfeldern Hardware-Entwicklung, IT-Training und Redaktion/Content-Management/Dokumentation gab es bei einigen Berufen nur vereinzelte Angaben, sodass wir auf deren Darstellung ganz verzichten.

Beratung/Consulting
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Web-Entwicklung
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Bei der Hardware-Entwicklung waren lediglich die Angaben der 55 Ingenieure und 23 Entwickler auswertbar. Letztere erreichen ein Durchschnittseinkommen von 51 300 Euro bei einer Spanne von 23 300 bis 81 800 Euro. Die Ingenieure bleiben bei unserer Umfrage mit 49 400 Euro knapp darunter, wobei die niedrigste Angabe bei 28 600 Euro lag und die höchste bei 76 700 Euro.

Programmierer
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Administration
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Im Berufsfeld IT-Training war die Spanne bei den 75 Trainern, Dozenten und Fachlehrern mit knapp 24 900 Euro Minimum und rund 92 000 Euro Maximum deutlich größer, wobei aber der Mittelwert mit 44 600 Euro eher niedrig lag. Das Berufsfeld Redaktion/Content-Management/Dokumentation ließ sich wegen der geringen Beteiligung gar nicht einzeln auswerten.

Ein Kapitel, um das sich besonders viele Legenden ranken, sind die Sonderleistungen. In irgend einer Form erhalten fast alle Sonderleistungen, gar kein Eintrag bei dieser Frage war die absolute Ausnahme. Spitzenreiter waren bei unserer Umfrage allerdings nicht die vielzitierten Aktienoptionen, sondern der Arbeitgeberzuschuss zu den vermögenswirksamen Leistungen, den ein gutes Drittel der Teilnehmer erhalten.

Auch Platz 2 ist wenig spektakulär: Ihn belegt nicht der privat nutzbare Firmenwagen, den nur 13 Prozent angeben, sondern das Handy, das 27 Prozent von ihrem Arbeitgeber erhalten. Die Aktienoptionen, die gut 15 Prozent der Teilnehmer erhalten, erscheinen erst auf Platz 6 unserer Hitliste, dicht gefolgt von den zukünftigen Nutznießern einer Betriebsrente.

Gehaltszufriedenheit und Einkommen je Berufsfeld
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Bunt gemischt war das Bild bei den ‘sonstigen Sonderleistungen’, die nicht den vorgegebenen Kategorien zugeordnet werden konnten. Darunter fanden sich Naturalien wie ‘literweise Kaffee’, ‘3 Stangen Zigaretten im Monat’, ‘Haustrunk’, und ‘Benzingutscheine’, gruppendynamisch Wertvolles wie ‘statt Weihnachtsgeld eine Woche Skiurlaub für die ganze Firma’ und ‘sehr guter Chef’, aber auch finanziell interessantere Beispiele wie ‘Prüfungsgebühren für MCSE’, ‘2 Prozent Anteil an der GmbH’ oder ‘freie Wohnung’.

Sonderleistungen
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Schlüsselt man die Angaben zum Gegenwert der erhaltenen Sonderleistungen nach Berufsfeldern auf, so ergeben sich deutliche Unterschiede: An der Spitze liegt auch hier das Management mit rund 7500 Euro, gefolgt von IT-Vertrieb/Marketing mit knapp 6200 Euro und Beratung/Consulting mit rund 4900 Euro. Gerade so über dem Durchschnitt von 2700 Euro liegen die Sonderleistungen bei den Teilnehmern aus dem Bereich E-Commerce, während die Angaben zu allen anderen Berufsfeldern mit durchschnittlich 1200 bis 2300 Euro darunter bleiben.

Im Groben bestätigen die Ergebnisse der c't-Umfrage auch aus anderen Bereichen Bekanntes: Manager verdienen mehr als alle anderen, Frauen bekommen im Schnitt weniger Geld als Männer und im Süden und Westen der Republik sind die Einkommen tendenziell höher als im Norden oder Osten - Ausnahmen bestätigen die Regel.

Dass daneben auch die formale Qualifikation eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Höhe des Einkommens spielt, ist in den Zeiten des Fachkräftemangels zwar etwas untergegangen, tritt inzwischen aber wieder deutlicher zu Tage.

Verdiensteinschätzung
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Bei der Beurteilung der Ergebnisse im Detail sollte man auf jeden Fall daran denken, dass diese all das widerspiegeln, was im Laufe der recht bewegten letzten Jahre jeweils ausgehandelt werden konnte, sich aber nicht unmittelbar daraus ableiten lässt, was man derzeit bei einer Neueinstellung erwarten kann.

Vertraut man auf die Einschätzung der Umfrageteilnehmer, gibt es aber keinen Grund zu echtem Pessimismus: Die Mehrheit sieht in der IT-Branche gute Chancen für ein überdurchschnittliches Einkommen. Lediglich zwei Prozent der Teilnehmer halten die Verdienstmöglichkeiten für schlechter als in anderen Branchen. (anm)

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Ausbildungsvergütungen (in Euro)
Ausbildungsberuf Dauer in
Monaten
Alte Bundesländer Neue Bundesländer
1. AJ 2. AJ 3. AJ 4. AJ 1. AJ 2. AJ 3. AJ 4. AJ
Fachinformatiker 36 612 660 719 539 588 647
Informatikkaufmann 36 612 660 719 539 588 647
IT-Systemelektroniker 36 615 653 704 605 646 696
IT-Systemkaufmann 36 614 652 704 604 645 695
Informationselektroniker 42 425 465 518 566 313 355 389 415
Kommunikationselektroniker 42 614 652 704 750 604 645 695 732

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