Wie sich die Filmtheater gegen Heimkino und Streaming wehren

Wie sich die Filmtheater gegen Heimkino und Streaming wehren

Wissen | Hintergrund

In München wurde der erste deutsche Kinosaal mit „Dolby Cinema“-Ausstattung eingeweiht. Das ist nur einer der vielen Ansätze, mit denen die Kinobranche die Oberhand gegen Netflix & Co. behalten will.

Die Kinobranche schwankt in den vergangenen Monaten zwischen Verzweiflung und Euphorie: Den Klagen zu Jahresbeginn, 2018 hierzulande so wenige Tickets verkauft zu haben wie seit Jahrzehnten nicht mehr, folgte der Jubel über das herausragende Einspielergebnis des Films „Avengers: Endgame“.

Ähnlich zwiegespalten sind die Einschätzungen zur Zukunft des Kinos. Nur in einem sind sich alle einig: Die größte Bedrohung fürs Kino sind Videostreamingdienste – allen voran Netflix mit eigenproduzierten Filmen wie „Bird Box“ und „The Highwaymen“, die früher auf der großen Leinwand gelaufen wären. Damit nicht genug, erhält man die Blockbuster bei Netflix in 4K-Auflösung, mit erweitertem Farbraum und erhöhtem Kontrastumfang (High Dynamic Range, HDR) und 3D-Sound. Dadurch ist die Bild- und Tonqualität im liebevoll ausgestatteten Heimkino besser als im durchschnittlichen Kino.

Die Kinobetreiber müssen sich also etwas einfallen lassen, um weiterhin Besucher anzulocken. Seit einiger Zeit sind sogenannte „Premium Large Format“-Säle (PLF) stark im Kommen. Sie bieten große, vom Boden bis zur Decke reichenden Leinwände, ausgefeilte Rundum-Sound-Systeme, bequeme Sessel und andere Annehmlichkeiten. 2018 gab es rund 3370 PLF-Leinwände weltweit.

Auch in Deutschland ist der Trend spürbar: Mitte Mai eröffnete im Münchener Mathäser Palast der erste Kinosaal in Deutschland, der nach den Vorgaben von Dolby zu einem „Dolby Cinema“ umgebaut wurde. Kurz zuvor hatte IMAX – mit einem derzeitigen Weltmarktanteil von knapp 65 Prozent klar an der PLF-Spitze und auch hierzulande bereits an fünf Standorten vertreten – angekündigt, bis 2020 in Leonberg bei Stuttgart die größte Leinwand der Welt zu installieren.

Kinobetreiber können heute zwischen praktisch schlüsselfertigen PLF-Systemen unzähliger Ausrüster wählen. Viele Namen dürften deutschen Kinobesuchern im Unterschied zu IMAX und Dolby aber kein Begriff sein. So ist die chinesische Firma CGS als Nummer 2 des Weltmarkts vor allem in seiner Heimat vertreten.

In diesem Jahr sind aber einige alte Bekannte hinzugekommen: So feierte Sony mit seinem „Sony Digital Cinema“ im Januar im „Galaxy Theatre“ in Las Vegas Weltpremiere. THX, früher mit dem gleichnamigen Gütesiegel eine echte Hausnummer im Kino, will sich mit „THX Ultimate Cinema“ wieder etablieren: Ende März kündigte das Unternehmen an, dass bis zum Sommer ein nach seinen Vorgaben eingerichteter Saal des „Regency Village Theatre“ in Los Angeles öffnet. THX hat dafür CGS als Partner gewonnen.

Eine allgemein gültige Regel, ab welcher Größe eine Leinwand unter die „Large Format“-Kategorie fällt, lässt sich schwer aufstellen. So ist das Modell im Münchener Dolby Cinema rund 15,7 Meter breit, während die Leinwand im Dolby Cinema in Eindhoven auf 20 Meter und die des Sony Digital Cinema in Las Vegas auf 21 Meter kommt. IMAX spricht hingegen erst ab einer Breite von knapp 23 Metern von „großen Wänden“, das Modell in Leonberg soll sogar rund 38 Metern breit sein.

Hinzu kommt, dass IMAX für sein analoges 70-mm-Format seinerzeit ein Bildformat mit einem Seitenverhältnis von 1,43:1 entwickelte, das besonders hohe Leinwände benötigt. Auch wenn die digitalen Varianten des Systems heute nur noch 1,90:1 als Alternative zum üblichen digitalen Breitwandformat 2,39:1 bieten, ist der Höhenunterschied beim Bild immer noch beträchtlich: Auf eine Breite von 20 Metern beträgt er 2,10 Meter.

Aktuell arbeiten alle Systeme mit Projektion, üblich ist eine Doppel-Laser-Installation, um bei den großen Leinwänden – auch bei 3D-Filmen – eine brauchbare Helligkeit zu erreichen. Teilweise sollen zusätzlich proprietäre Techniken das Maximum aus der Lasertechnik herauskitzeln.

Dolby hat sein PLF-System als Gesamtpaket konzipiert: Den Kinobesucher will man schon vor Filmbeginn in eine andere Welt entführen. Daher betritt man den Saal nicht direkt, sondern durch eine kleine Passage, in der wandfüllend ein zum Film produzierter Clip mit passendem Sound projiziert wird.

Die „Dolby Vision“ genannte Bildtechnik umfasst an den beiden 4K-Projektoren eine spezielle Technik, die für einen komplett freien Lichtweg sorgen. Es kommen also weder Filter zum Einsatz, noch wird etwas vor die Linse montiert. Im Ergebnis erhält man laut Dolby eine maximale Helligkeit von rund 106 Candela pro Quadratmeter (cd/m2), umgerechnet 31 foot-Lambert (f L).

Konventionelle 2D-Projektoren erreichen meist nur knapp 48 cd/m2 (14 f L), was sich in der Empfehlung der Digital Cinema Initiatives (DCI) niederschlägt. Bei 3D-Projektion bleibt bestenfalls die Hälfte übrig. Im Dolby Cinema laufen 3D-Filme hingegen mit rund 48 cd/m2. Das erlaubt einen entspannten 3D-Genuss, da die Augen in dunklen Szenen nicht so strapaziert werden.

Bei Dolby Cinema wird auf bequeme Sessel geachtet, in denen Zuschauer auch Filme mit Überlänge entspannt genießen können.

Ein zumindest ebenso wichtiger Faktor ist der Kontrast, der das Verhältnis vom dunkelsten bis zum hellsten Signalpegel beschreibt. Der liegt bei einer gewöhnlichen Kinoprojektion mit Xenon-Lampen bei circa 2000:1 und reicht auch mit Lasern oft nur bis 3000:1. Mit Dolby Vision schaffen die Projektoren nach Angaben von Dolby über eine Million zu eins.

Um Streulicht zu vermeiden, sind Saal und Einrichtung in Anthrazit/Schwarz gehalten; nur ein blauer Lichtstreifen an den Wänden und blaue Lampen an den Stufen sorgen vor der Vorstellung für Beleuchtung. Ebenso wird darauf geachtet, dass die den Weg zu den Ausgängen weisenden Lichtstreifen am Boden nicht ungünstig strahlen. Schließlich unterstützen die Projektoren für sattere Farben den erweiterten BT.2020-Farbraum.

Beim Ton setzt Dolby erwartungsgemäß auf sein neuestes, objektorientiertes Surround-System „Dolby Atmos“ mit bis zu 64 separaten Kanälen. Damit lassen sich die sonst üblichen seitlichen und rückwärtigen Lautsprecher-Arrays auflösen und die Surround-Boxen stattdessen einzeln ansteuern. Hinzu kommen Deckenlautsprecher für Höheneffekte.

IMAX wagte bereits 2008 unter der Bezeichnung „IMAX Digital“ den Sprung vom analogen 70-mm-Film zur Digitalprojektion. Die Umsetzung erntete aber Kritik, da das System zwei Xenon-Projektoren mit einer Auflösung von jeweils nur 2K nutzte. Vor einigen Jahren brachte das Unternehmen mit „IMAX with Laser“ eine überarbeitete Fassung mit 4K-Modellen heraus. Diese Technik kommt in Berlin, Karlsruhe und Sinsheim zum Einsatz und soll auch in Leonberg verwendet werden.

Geblieben ist der Ansatz, die Bilder beider Projektoren überlagert mit einem winzigen Versatz zu projizieren und die empfundene Auflösung zu erhöhen – ein wichtiger Punkt bei den großen Leinwänden. In IMAX-Sälen mit Laserprojektoren werden wieder Leinwände in 1,43:1-Format installiert, um beispielsweise digitale Fassungen der „klassischen“ 70-mm-Produktionen zeigen zu können.

Laut IMAX kommt ihr Laser-Projektionssystem im 2D-Betrieb auf eine Helligkeit von 22 f L (rund 75 cd/m2) und liegt damit deutlich über der DCI-Empfehlung von 14 f L (48 cd/m2), aber hinter Dolby Cinema mit seinen 31 f L (106 cd/m2, siehe oben). Danach befragt, erklärte IMAX-CTO Brian Bonnick gegenüber c’t, dass „IMAX with Laser“ dafür ein schärferes Bild liefere, das zudem einen höheren Kontrast innerhalb des Bildes aufweise.

Erreicht werde dies durch hochwertige Objektive und eine eigene Projektionstechnik. Sie verzichtet komplett auf das Glasprisma, das ansonsten in jedem Projektor mit Xenon-Lampe oder Laser vor dem Mikrospiegelarray (DMD) montiert ist. Vom DMD wird das Licht dann wieder durch das Prisma zur Leinwand gelenkt.

IMAX schickt stattdessen das rote, grüne und blaue Laserlicht in einem patentierten Lichtgehäuse direkt auf die Spiegel – und erreicht so, dass die hellen Stellen im Bild die dunklen nicht aufhellen. Das Gehäuse ist zudem aus Invar gefertigt, einer sehr hitzebeständigen Eisen-Nickel-Legierung. Diese Konstruktion lässt sich laut Bonnick wesentlich besser kühlen, sodass es nicht zu den ansonsten üblichen Verformungen an den Spiegelaufhängungen und den damit verbundenen Unschärfen kommt.

Ebenso wichtig ist laut Bonnick, dass sich das IMAX-System zwischen den Vorstellungen automatisch kalibriert. Die Technik im Saal ist zudem rund um die Uhr mit dem IMAX-Service-Center verbunden, das alle Systemkomponenten überwacht und bei Problemen Techniker schickt.

Die automatische Kalibrierung umfasst auch das 12-kanalige Tonsystem, das IMAX für die „IMAX with Laser“-Säle entwickelte. Konkret arbeitet es mit sieben Vollbereichslautsprechern (statt der typischen Kombination aus Satellitenboxen und Subwoofern) auf der unteren Ebene, vier Höhenlautsprechern (Deckenlautsprechern) und einem Height Center. Letzter ist sinnvoll, weil sich bei den sehr hohen IMAX-Leinwänden auch Effekte anbieten, die vom unteren zum oberen Center laufen. Laut Bonnick hat das System ausreichend Reserven, um beispielsweise den Ausfall eines Tieftöners (automatisch) so zu kompensieren, dass die Zuschauer keine Einschränkung bei der Tonwiedergabe bemerken.

Einen Sonderrolle nimmt das „ScreenX“-System der koreanische Unternehmensgruppe CJ ein, das ein 270-Grad-Seherlebnis verspricht. Dafür wird die gewöhnliche Leinwand nach rechts und links um weiteren Projektionswände erweitert – idealerweise in einem Verhältnis von Front (Breite der Leinwand) zu den Seiten (vorderer Rand bis letzte Sitzreihe) zwischen 1:1,5 und 1:2. Rund 200 umgerüstete Kinosäle in 18 Ländern gibt es bereits, darunter in der Schweiz und Frankreich. Deutsche Kinos sind bislang noch nicht dabei.

Bei ScreenX wird das gewöhnliche Bild durch Projektionen auf die Seitenwände erweitert. (Bild: CJ-Gruppe)

Seit 2018 biete CJ ScreenX auch in Kombination mit seinem zuvor separat angebotenen „4DX“-System an, bei dem sich passend zum Geschehen auf der Leinwand die Kinositze bewegen und andere Effekte wie Wind und Nebel ausgelöst werden.

Ende Februar gab CJ bekannt, dass kommenden ScreenX-Kinos exklusiv das 3D-Soundsystem DTS:X nutzen werden. Diese Vereinbarung wirkt sich jedoch nicht auf die 200 bestehende Installationen weltweit aus, die weiterhin an kein bestimmtes Soundsystem gebunden sind.

Die allgemeine Gleichung „Beste Bildqualität nur mit Doppel-Laserprojektion“ gilt seit zwei Jahren nicht mehr: Da öffnete der erste Kinosaal, in dem statt Projektionstechnik eine DCI-zertifizierte LED-Bildwand zum Einsatz kommt. Beim „Cinema LED Screen“, den Samsung unter dem Namen „Onyx“ vermarktet, dürfte mancher an die schon mehrfach auf Messen präsentierte Bildwand „The Wall“ denken. Tatsächlich sind beide aus einzelnen Modulen zusammengesetzt, The Wall zielt aber auf den Heim- und Büromarkt und arbeitet mit kleineren LEDs.

Onyx startete mit einem 10,3 Meter breiten und 5,4 Metern hohen Modell, das auch in zwei deutschen Kinosälen zu finden ist (im „Kinopolis Main-Taunus“ in Sulzbach und im „Traumpalast Esslingen“). Seit Ende 2018 läuft in einem Pekinger Kino aber auch eine 14 Meter breiten Ausführung – womit sich abzeichnet, dass LED-Bildwände künftig in der PLF-Kategorie mitspielen dürften.

Die Bildfläche der Pekinger LED-Wand ist fast doppelt so groß wie die des kleineren Modells, an der 4K-Auflösung hat sich indes nichts geändert. Die maximale Helligkeit gibt Samsung für die 14-Meter-Version mit 88 f L (rund 300 cd/m2) an. Die Bildwand läuft aber nur bei 3D-Filmen auf vollen Touren, für 2D-Vorführungen reichen rund 67 f L (230 cd/m2). Das ist immer noch mehr als das Doppelte des 2D-Wertes von Dolby Cinema. Zudem schlägt der Screen laut Samsung das für Dolby Cinema angegebene Kontrastverhältnis von über einer Million zu eins.

Die guten Helligkeits- und Kontrastwerte haben noch einen weiteren Vorteil außerhalb des Filmbetriebs: Die Bildwände lassen sich für Konferenzen und E-Gaming-Events nutzen, bei denen der Saal nicht komplett abgedunkelt werden kann.

Beim Ton gibt sich Samsung offen. Der Hersteller bietet Kinobetreibern zwar eine passende Lösung seiner Tochter Harman an, in Peking kommt jedoch erstmals ein 3D-Soundsystem vom Typ DTS:X zum Einsatz. Das arbeitet wie Dolby Atmos mit Audioobjekten und Höhenkanälen.

Samsung dürfte nicht der einzige Anbieter bleiben. Sony präsentierte bereits 2017 den Prototypen einer Kino-Bildwand auf einer Kinomesse. Auch NEC, Barco, Christie und LG sollen Bildwände als potenzielles Geschäftsfeld im Auge haben.

Alle Laserprojektionssysteme und Bildwände eint ein Problem. Zwar ist jede Filmkamera aus dem Kinobereich in der Lage, ein HDR-Bild zu liefern. Spielt man über die Systeme jedoch die aktuell verfügbaren DCI-Kopien ab, erhält man nur ein Bild mit gewöhnlichem Kontrastumfang (Standard Dynamic Range, SDR). Insofern müssen spezielle Fassungen her, um zeigen zu können, was die Lösungen wirklich leisten.

Für Dolby Cinema werden dafür Versionen von Filmen mit Bild im HDR-Format Dolby Vision sowie 3D-Ton in Dolby Atmos gefertigt. Für 2019 sind bislang 40 Filme angekündigt. Nicht verwechseln darf man dies mit Titeln, die lediglich Dolby-Atmos-Ton bieten, da diese auch in gewöhnlichen Kinos laufen.

IMAX muss schon deshalb mehr Aufwand treiben, weil die Filme auf das eigene Seitenverhältnis von 1,91:1 gebracht werden – wobei anzumerken ist, dass manche Filme im Hinblick auf diese Verwertung heute bereits zumindest teilweise passend produziert werden. IMAX’ proprietäres „DMR“-System (Digital Media Remastering) umfasst daneben einen Rauschunterdrückungsalgorithmus, da das Filmkorn auf der großen Leinwand in HDR störend wirken kann. Der IMAX-CTO betonte im Interview jedoch, die Filmemacher würden entscheiden, ob und in welchem Maße der Entrauscher zum Einsatz komme.

THX rechnet für „THX Ultimate Cinema“ nach US-Medienangaben mit 30 speziell gemasterten Filmen. Für Sony Digital Cinema fehlt es noch an einer konkreten Ankündigung, der Chef von Sonys Kinosparte erklärte jedoch bereits, dass man die Möglichkeiten aktuell auslote. Von speziellen Filmfassungen für Samsungs LED-Bildwand ist bislang nichts bekannt.

Bei ScreenX ist der Aufwand erwartungsgemäß größer und die Zusammenarbeit mit den Studios noch wichtiger, da es Material für die seitliches Leinwände benötigt, das die Filmemacher im Idealfall bei den Dreharbeiten gleich mitproduzieren. Die Inhalte müssen dann in der Postproduktion an den Look des Hauptbildes angepasst und zusammen mit diesem (ebenfalls verschlüsselt) ausgeliefert werden. Zu den Filmen, von denen ScreenX-Varianten angefertigt wurden, zählen unter anderem „Captain Marvel“, „Shazam!“ und aktuell „Pokémon Detective Pikachu“.

Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Hollywood nicht nur einen HDR-Standard fürs Kino schaffen will, sondern auch die Bildwände im Auge hat. So veröffentlichte die DCI, hinter der Disney, Paramount, Sony Pictures, Universal and Warner steht, im November 2018 parallel gleich zwei Entwürfe: einen zur Erweiterung der Digitalkino-Spezifikation um HDR und einen zu HDR auf Kino-Bildwänden (hier „Direct View Displays“ genannt).

Diese Kopplung spielte Branchenvertretern in die Karten, die argumentieren, dass nur LED-Bildwände die nötige Kombination aus Helligkeit und Kontrast aufweisen, um sie als HDR-tauglich zu bezeichnen. Bei Projektion, auch mit Doppel-Laser, sprechen sie bestenfalls von einem erweiterten Kontrastumfang (Enhanced Dynamic Range, EDR).

Nachdem die Projektorhersteller Unmut über dieses Vorgehen geäußert hatte, schob die DCI Ende März eine Erklärung nach, in der sie betont, dass eine neue Version der digitalen Filmkopien (Digital Cinema Package, DCP) mit HDR-Informationen eben nicht nur auf Bildwände, sondern auch auf HDR-taugliche Projektionssysteme zielen würde.

Hollywoods Wunsch nach einem HDR-Standard ist nachvollziehbar: Kein Studio dürfte mehr unterschiedliche Fassungen für alle möglichen Wiedergabesysteme anfertigen wollen. Dazu passt, dass sich Samsung beim HDR-Format für Onyx betont offen gibt, obwohl das Unternehmen fürs Heimkino HDR10+ als Konkurrenzformat zu Dolby Vision entwickelt hat.

Alles in allem treiben offenbar die neueren Entwicklung rund um Videostreaming und Heimkino-Technik auch die Innovationen im Kinobereich voran. Den Kinobesucher kann es an sich freuen: Statt „Schuhkastenkinos“ gibt es mehr und mehr Filmtheater, die diese Bezeichnung auch verdienen. Andererseits müssen die Kinobetreiber die beträchtlichen Investition in große Säle und moderne Technik wieder hereinholen. Insofern bleibt auch spannend, wie sich über die kommenden Jahre die Preise für Tickets entwickeln werden – und für Getränke, Popcorn und Co. im Kino. (nij)

Dieser Artikel ist erstmals erschienen in c't 12/2019.

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